ma 2019 IP Audio I

Eine durchschnittliche Webradio-Session dauerte in der letzten Erfassungsperiode 50 Minuten, 1029 Channels beteiligen sich mittlerweile an dieser Erfassung. Das Gespenst Spotify schaffte es auf 119.066.895 Sessions (105.790.140 ma 2018 IP Audio IV), die Top 20 der Radiosender sah wie folgt aus:

01. SWR3: 8.911.839 (7.571.142)
02. ANTENNE BAYERN: 7.692.979 (6.883.08)
03. 1LIVE: 7.376.638 (6.673.838)
04. WDR 2: 6.817.786 (5.804.877)
05. NDR 2: 6.210.098 (5.404.854)
06. BAYERN 1: 4.182.018 (3.278.094)
07. BAYERN 3: 4.173.023 (3.459.834)
08. HIT RADIO FFH: 4.128.543 (3.250.151)
09. Deutschlandfunk: 4.010.359 (3.553.470)
10. WDR 4: 3.160.604 (2.520.542)
11. SWR1 BW: 2.900.154 (1.992.762)
12. ROCK ANTENNE: 2.747.225 (2.623.757)
13. RADIO PALOMA: 2.557.053 (2.506.322)
14. radioeins: 2.413.041 (2.041.178)
15. NDR 1 Niedersachsen: 2.390.808 (2.021.874)
16. N-JOY: 2.375.498 (2.146.891)
17. hr3: 2.129.749 (1.852.175)
18. radio ffn: 1.917.203 (1.702.880)
19. WDR 5: 1.666.445 (1.453.859)
20. sunshine live: 1.465.799 (1.548.117)
Bremen NEXT kam im Erfassungszeitraum 256.747 Session (235.338 bei der vorherigen Untersuchung). Folgende kommerzielle Lokalsender aus Niedersachsen wurden ausgewiesen:

Radio Nordseewelle: 280.837 (264.556)
Radio Hannover: 210.608 (179.545)
Radio 38: 120.553 (100.794)

Damit konnten alls Locals Ihre Reichweite ein wenig ausbauen.
[Quelle: radioszene.de]

Weltradiotag 2019

Kein anderes Medium hat mich so geprägt wie das Radio. Natürlich nutze ich auch neumodisches Zeug wie dieses Internet. Das ist nämlich ein sehr guter Weg Radiosender zu hören, auf die man ohne bis zum nächsten Urlaub oder bis zur nächsten Überreichweite warten musste.

Die Liebe zu diesem Medium habe ich entdeckt als ich etwa 5 Jahre alt war. Meine Eltern hörten zu der Zeit am Wochenende Bremen 1 und ärgerten sich über den schlechten Empfang. Mittels Schweißdrähte und Kaninchenschutzdraht habe ich wilde Konstruktionen gebaut und diese trugen zum verbesserten Empfang bei. Natürlich reiner Zufall da diese Bastelei nichts mit Antennentechnik zu tun hatte. Und so entdeckte ich neben Radio Bremen auch den WDR, BFBS und irgendwann die “Radio Hilversum”. Irgendwann bekam ich einen Tuner und eine 3-Elemente-Antenne geschenkt und der Wellenjäger war geboren. Irgendwann lernte ich dann auch Überreichweiten kennen und durch dieses Internet Anfang 2000 Leute, die das gleiche Hobby hatten

Ab der Grundschule wollte ich zum Radio. Mit meinen ersten Sendungen habe ich meine Eltern unterhalten und meine Mitschüler im Kunst-Unterricht genervt. Mal eben zum Radio war in der Provinz Osnabrück zu der Zeit aber undenkbar. Also Ausbildung, Zivildienst, noch eine Ausbildung und dann startete in Osnabrück der Offene Kanal. Dort traf ich auf Gleichgesinnte (also auch Leute, die über den Tellerrand hinaushörten) und wir starteten nach ein paar Jahren das hier oft erwähnte Internetprojekt. Der Rest meiner “Karriere” ist hier nachzulesen.

Heute am Weltradiotag ist mir bewusst geworden wie sehr sich dieses Medium verändert hat. Es ist unter dem Strich langweiliger und gleichgeschalteter geworden. Die mit vielen frischen Ideen gestarteten Privatstationen haben sich um die Jahrtausendwende leider zum Negativvorbild für die öffentlich-rechtlichen Stationen entwickelt. Dudelsuppe quer durch die Republik. Auch Programme aus den Niederlanden, die ich seit Ende der 1980er als das bessere Radioland empfinde, werden immer ähnlicher und austauschbarer (wobei sie im Längen kreativer sind als das was hier zu hören ist).

Das Radio ist aber noch lange nicht tot. An Aktualität und Bequemlichkeit ist dieses Medium nicht zu überbieten. Keine stundenlange Playlisterstellung, kein mühsames Zusammensuchen von Podcasts und aktuelle Infos zum Nebenbeihören. Damit wir uns richtig verstehen: Spotify und Youtube sind geniale Musiktools. Mehr aber auch nicht. Radio funktioniert offline, Radio funktioniert ohne Datenvolumen, Radio kann überraschen, Radio informiert in Echtzeit.

Ich wünsche mir, dass sich die Radiomacher landauf/landab wieder mehr trauen. Polarisiert, schlagt über die Stränge, traut Euch Dinge und bindet die Hörer. Das können Spotify & Co. nicht. Gibt es Programmverantwortliche die sich so etwas zutrauen? Dann meldet Euch.

10 Jahre kick!fm

Regelmäßige Leser haben aus meinem kleinen Bilderrätsel herauslesen können, dass es sich dabei um das wohl interessanteste Radio-Jubiläum des Jahres handelt: 10 Jahre kick!fm aka “Saftladen”.
Am kommenden Samstag (09.02.2019) jährt sich der Sendestart um 10. Mal und dieses Jubiläum wird On Air zelebriert. Zwischen 12.00 und 24.00 Uhr startet eine akustische Zeitreise in 10 Jahre Feaknacht, Clubbin, Bier im Mischpult, eingeschlafene Moderatoren, Flirts mit Nachtschwester Jenny, dazwischen aber auch ernste Momente wie beispielsweise die Live-Übertragung von der Love Parade in Duisburg. Mehr Infos natürlich auf www.kickfm.eu.

Sendemasten in Zeewolde gesprengt

Eine knappe Woche nach Abschaltung des Mittelwellensenders in Zeewolde wurden heute Mittag die Sendemasten gesprengt. Die Masten sollten eigentlich schon um 11.00 Uhr gesprengt werden, die Sprengmeister brauchten aber fünf Anläufe bevor sie endgültig umfielen. Auf der Webseite vom Omroep Flevoland ist ein kurzer Bericht zu finden. Außerdem ist dort dieses Video verlinked:

Groot Nieuws Radio auf Mittelwelle abgeschaltet

Zum Jahreswechsel wurde der letzte große Mittelwellensender in Europa abgeschaltet. Abgschaltet ist nicht ganz richtig, seit dem Jahreswechsel ist eine Ansageschleife zu hören. Gemeint ist der Standort im niederländischen Zeewolde. Von hier aus wurde Groot Nieuws Radio auf 1008 kHz mit 200 kW (nachts 100 kW) verbreitet.


Die Sendeanlage ist reparaturbedürftig und wäre längst abgerissen worden wenn es nach dem Willen des Betreibers gegangen wäre. Groot Nieuws Radio konnte die Lizenz zweimal verlängern, jetzt steht einem Abriss nichts mehr im Wege. Und so wie ich die Niederländischer kenne, verschwinden die Antennen innerhalb der nächsten Wochen.

Gestern Abend habe ich die Ansageschleife aufgezeichnet. Indoor und mitten in einem Wohngebiet gibt es natürlich die entsprechenden Störungen:

Die Frequenz 1008 kHz wird vmtl. für Mini-Lizenzen freigegeben, Groo Nieuws Radio ist landesweit via DAB+ zu hören.

Radioszene.de: Wie geht junges Radio?

Vorab: ich bin mit meinen 45 vermutlich zu alt für dieses Thema. Vor Allem bin ich zu alt für Podcasts. Radio höre ich in der Regel linear: 20% terrestrisch (fast ausschliesslich UKW), 75% Livestream, 5% DVB-S. Der einzige Podcast, den ich mir zzt. regelmäßig (manuell) anhöre, ist der vom radioeins Medienmagazin. Das passiert meistens beim Sport… okay, bei der Reinigung der vier Wände weil Sport… lassen wir das. Ich gehe davon aus, dass eine intelligente Kombination aus Lieblingspodcasts und Lieblingsmusik irgendwann einmal dem Radio ernsthaft schaden wird. Jetzt noch nicht, da man vorab zu viel programmieren oder der künstlichen Intelligenz beibringen muss. Schließlich weiß Spotify “ab Werk” nicht was ich gerne höre. Und auch nach mehr als fünf Jahren bezahltem Spotify (also Spionage) bietet mir der Algorithmus in der Regel unbrauchbare Vorschläge.
Auch für junges Radio bin ich zu alt. Auf dem Papier zumindest. KollegInnen, Freunde und Bekannte wundern sich in der Regel aber über meine Musik- und/oder Senderauswahl. Terrestrisch lande ich wenn es um Musik geht bei Bremen Next. Die Kombination der verschiedenen Musikstilrichtungen sagt mir am Meisten zu. Danach folgen NPO Radio 2 und BFBS 1. Die restlichen öffentlich-rechtlichen und privaten Stationen senden an meiner Filterblase vorbei.

Ich höre also keine Podcasts und tendenziell junges Radio. Wie bekomme ich nun den Bogen zu Podcasts über junge Radioformate? Denkt Euch bitte selbst aus warum ich gerade den Radioszene.de-Podcast vom 28.12.2018 feiere.

In ihm sagt beispielsweise Viktor Worms dass die „Jugendprogramme“ von NDR und WDR zu alt sind. Chapeau, Herr Worms, das predige ich meinem Bekanntenkreis seit Jahren. In der Regel erhalte ich „Was soll ich hier denn sonst hören?“ als Antwort. Der Schlüssel zur Lösung dieser Frage liegt bei der Beantwortung meist in der Hand: das Smartphone. Einen halben Tag DASDING hören würde vmtl. viele „Verzweifelte“ davon überzeugen, dass es auch in der ARD gute Ansätze für frische Programmformate gibt. Es muss ja nicht unbedingt Bremen Next sein, dieses Programm stößt auch in meinem (eigentlich offenen und toleranten) Freundeskreis manchmal auf Kopfschütteln. Aber es geht – auch wenn NDR und WDR seit Jahren gequirlten Langweilmist senden. Gute private Formate fallen mir nicht ein bzw. kenne ich nicht. sunshine live dudelt vor sich hin, planet radio fischt in Bereichen die ich beim Vorbeizappen nicht verstehe, bigFM etc. kommt mir maximal bei Überreichweiten auf die Ohren. Ist im Ausland anders, damit würde ich aber sämtliche Serverkapazitäten sprengen.

Wer also sich also gute Radiovorsätze für 2019 nehmen möchte, sollte sich den oben verlinkten Podcast anhören, sich auf die Suche nach dem machen was man eigentlich hören möchte (ja, das gibt es) und aktiv im Freundeskreis für den oder die Lieblingssender werben. Noch ersetzen Spotify, Podcastcatcher und Alexa das alte Medium Radio nicht, da die Arbeit auf der Senderseite durchgeführt wird. Gleichzeitig hoffe ich, dass die Radiomacher und -verantwortlichen quer durch die Republik in den kommenden Monaten Eier haben und ihre Möglichkeiten unter Beweis stellen. Natürlich sorgt das für Konflikte mit Gesellschaftern und Geldgebern, 15% treue Hörer sind aber unter dem Strich besser als 35% treudoofe Schafe die bei der nächsten Gelegenheit zur Konkurrenz wechseln weil es dort 25 Jahre RTL-HD-Abos zu gewinnen gibt.

ma 2018 IP Audio IV

Wenig spannend da vorhersehbar ist mittlerweile die Untersuchung zur Webradionutzung in Deutschland. Die 20 meistgehörtesten Stationen waren in den vergangenen Monaten wie folgt:

01. SWR3: 7.571.142 (7.318.412)
02. ANTENNE BAYERN: 6.883.085 (6.701.833)
03. 1LIVE: 6.673.838 (6.838.384)
04. WDR 2: 5.804.877 (5.914.052)
05. NDR 2: 5.404.854 (5.588.266)
06. Deutschlandfunk: 3.553.470 (4.153.916)
07. BAYERN 3: 3.459.834 (3.363.640)
08. Bayern 1: 3.278.094 (3.094.932)
09. HIT RADIO FFH: 3.250.151 (2.877.098)
10. ROCK ANTENNE: 2.623.757 (2.715.792)
11. WDR 4: 2.520.542 (2.489.898)
12. RADIO PALOMA: 2.506.322 (2.711.135)
13. N-JOY: 2.146.891 (2.307.702)
14. radioeins: 2.041.178 (1.744.996)
15. NDR 1 Niedersachsen: 2.021.874 (1.979.685)
16. SWR 1 BW: 1.992.762 (1.902.964)
17. hr3: 1.852.175 (1.788.275)
18. radio ffn: 1.702.880 (1.716.416)
19. sunshine live: 1.548.117 (1.540.575)
20. WDR 5: 1.453.859 (1.397.872)

Spotify verzeichnete 105.858.094 Sessions (100.587.032 bei der ma 2018 IP Audio III).

Hier noch einige ausgewählte Zahlen:

Bremen NEXT: 235.338 (234.451)
Radio Nordseewelle: 160.909 (134.647)
Radio Hannover: 108.099 (101.971)
Radio 38: 72.922 (63.770)
[Quelle: rms.de]

UK: Frequenztausch in Wales

Mitte der kommenden Woche tauschen im britischen Wales die Stationen BBC Radio 3 und BBC Radio Wales ihre Frequenzen. Rund 40 Jahre nach dem Sendestart erhöht das öffentlich-rechtliche Regionalprogramm für Wales durch diesen Tausch seine UKW-Reichweite um rund 180.000 Haushalte.  Radio 3-Hörer in einigen Teilen von Wales, Shropshire und Cheshire werden gebeten ihr Lieblingsprogramm erneut zu suchen oder zum Digitalradio zu wechseln. Auf der Help Recieving TV And Radio-Seite ist ebenso nachzulesen, dass einige Haushalte Radio 3 nicht mehr empfangen können. Diese werden zum Wechsel auf den Livestream oder “Digital TV” (Sat-TV) gebeten. Etwas detailierter wird das Ganze auf der Webseite von Radio 3 beschrieben:

Why have I lost BBC Radio 3 on FM?
In order to bring FM coverage of BBC Radio Wales to a further 173,000 households in Wales, a number of FM frequencies currently used by BBC Radio 3 will be used to transmit BBC Radio Wales from 24th October 2018. Radio 3 listeners in some parts of Wales, Shropshire and Cheshire will need to re-tune to continue listening to BBC Radio 3.
Why and when are you doing this?

Around 21% of the Welsh population cannot receive the national radio station, BBC Radio Wales, on FM. BBC Radio Wales broadcasts high quality, original, challenging and innovative programmes for a Welsh audience, championing Welsh culture, music and arts. Expanding its FM coverage to 91.5% will allow more listeners to choose to listen to BBC Radio Wales and engage with its programmes.

BBC Radio Wales will replace BBC Radio 3 at thirty-two FM transmitters in Wales overnight between 23 and 24 October 2018. At some larger transmitters, Radio 3 will be replaced by a recorded announcement on 17 October. This will tell listeners about the change and provide information on how to re-tune to continue listening to Radio 3.

How do I continue listening to BBC Radio 3 on FM if I live in an affected area?

Many listeners, particularly along the North Wales coast and in Shropshire, Cheshire and Merseyside, may be able to re-tune to an alternative FM frequency:

– Cheshire; Merseyside; Flintshire; Wrexham County Borough 91.5 MHz FM
– Shropshire; Staffordshire 90.5 MHz FM
– North Wales coast 92.0 MHz FM

There are some areas in England where either 90.5 MHz or 91.5 MHz could provide the best service. Listeners are encouraged to try both frequencies to determine which works best for them.

Elsewhere in Wales, listeners can try re-tuning to the main transmitter for their area – although results may be variable:

– South East Wales 92.1 MHz FM
– Carmarthenshire 90.6 MHz FM
– Pembrokeshire 91.5 MHz FM
– Cardigan Bay 90.9 MHz FM
– Conwy 92.0 MHz FM

If the frequencies above do not provide an alternative, listeners should first check whether any others are likely to be available at their location by following this link.
Some Radio 3 listeners may find they cannot find a suitable alternative FM frequency. They will need to switch to an alternative way of listening, such as DAB digital radio, digital television, or the BBC iPlayer Radio and BBC Sounds app.

Most car radios should automatically re-tune to alternative BBC Radio 3 FM transmitters using the RDS system. Although there will be some areas where in-car FM reception is not as robust as previously, RDS car radios will automatically re-tune to the best available signal and there should be no need to re-tune manually.

In einigen Regionen von Wales ist der Regionalsender nach der Umstellung erstmals via UKW zu empfangen. Die aktuelle Frequenzsituation gem. fmscan.org):

BBC Radio Wales
93,9 Kilvey Hill (1,0 kW)
94,8 Llanddona (10,0 kW)
94,8 Ton Pentre (0,006 kW)
95,0 Ebbw Vale (0,03 kW)
95,1 Carmel (3,2 kW)
95,1 Blaenavon (0,01 kW)
95,2 Abergavenny (0,036 kW)
95,3 Blaenplwyf (120,0 kW)
95,4 Wrexham-Rhos (0,7 kW)
95,5 Varteg Hill (0,048 kW)
95,8 Aberdare (0,042)
95,9 Newport/Christchurch (0,5 kW)
95,9 Haverfordwest (20,0 kW)
103,7 Merthyr Tydfil (0,025 kW)
103,9 Wenvoe (40,0 kW)
Radio Wales ist zusätzlich noch über die Mittelwelle zu empfangen:

657 Wrexham/Bryn Moel (2 kW)
882 Washford (100 kW)
882 Penmon (10 kW)
882 Tywyn (5 kW)
882 Forden (0,8 kW)
1125 Llandrindod Wells (1 kW)

Ich vermute, dass diese Sender zum Ende 2018 abgeschaltet werden. BBC Radio 3 verfügt über eine landesweite Kette und wird derzeit im Raum Wales u.a. über folgende Grundnetzsender abgestrahlt:

90,5 Sutton Coldfield (250 kW)
90,9 Blaenplwyf (250 kW)
92,1 Wenvoe (250 kW)
Ein in meinen Augen mutiger und zugleich konsequenter Schritt in die richtige Richtung. SWR und hr haben es in Deutschland vorgemacht, weitere Anstalten könnten (sollten) folgen. Vielleicht macht es sogar Sinn die Ausstrahlung auf maximal drei UKW-Ketten pro Bundesland zu beschränken und den Rest exklusiv digital zu verbreiten.

Sprengung Sender Heusweiler

Am vergangenen Freitag wurden die Sendemasten im saarländischen Heusweiler gesprengt. An diesem Standort arbeitete lange Zeit der stärkste Mittelwellensender der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland. Mit 1200 kW wurde hier das Programm der „Europawelle Saar“ verbreitet. Aufgrund der hohen Sendeleistung und der Sendefrequenz konnte der Standort auch tagsüber in weiten Teilen Deutschlands empfangen werden. Nach Einbruch der Dunkelheit wurde aus Heusweiler ganz Europa versorgt.

Ende 2015 wurden die Sendeanlagen abgeschaltet. In den letzten Jahren vor der Abschaltung wurde auf 1422 kHz der Deutschlandfunk ausgestrahlt. Die Sendeleistung war zum Schluss schon deutlich reduziert und betrug 400 kW. Auf Wikipedia gibt es einen informativen Artikel zu diesem Thema. Dort wird auch erklärt was ein Schwimmbad und ein Gitternetz über der A8 mit Mittelwelle zu tun haben. Ich selbst habe die Europawelle Saar in den 1980ern ganz gerne gehört. Dank des starken Signals konnte ich den Sender mit jedem Radio empfangen.

Abschaltung analoges Kabelfernsehen

Ich bin zwangsverkabelt. Bedeutet: der Preis für den Kabelanschluss ist im Mietpreis inklusive. Keine Ahnung welches Paket ich nutzen könnte, die Kabel-Dose ist unbenutzt. Für Radio und TV nutze ich seit Jahren DVB-S, aktuell zaubert mir eine 80 cm-Schüssel mehr als 4700 Dienste auf den Bildschirm (13°, 19,2°, 23,5°, 28,2° Ost). Natürlich ist mindestens die Hälfte davon verschlüsselt, die Nerds unter Euch können ja mal auflisten welche Programme ich per Kabel empfangen könnte die es via DVB-S nicht gibt. In der vorletzten Woche erreichte mich dieses Schreiben:
Abschaltung analoges KabelfernsehenMeine Region ist nicht die erste und auch nicht die letzte die abgeschaltet wird. Durch die Abschaltung verschwinden analoge TV- und Radiosignale. Über die Radiosignale bin ich gar nicht mal so böse, stören Kabellecks doch zu Hause und unterwegs immer mal wieder den terrestrischen Empfang. „Schluss aus Mickey Mouse“ könnte ich schreiben. Zuvor möchte ich aber noch in ein Erinnerungen schwelgen.

Es muss so um Ende 1986 gewesen sein. Mitarbeiter der Deutschen Bundespost klingelten seinerzeit an der elterlichen Haustür und boten Programmvielfalt via Kabel an. Meiner Eltern lehnten dies ab, vermutlich hatten sie Angst vor der Zerstörung des Vorgartens. Ich brodelte innerlich, weil ich meinen im Rahmen eines Ausflugs nach Frankfurt entdeckten Lieblingssender HR3 nicht hören konnte. Im Kabel wäre er zumindest in Mono zu hören gewesen. Auf Nachfrage kam dann die „Drei Programme reichen. Du kannst auch im Wald spielen“-Leier. Aus heutiger Sicht eine gute Entscheidung, mit knapp 14 war ich sehr weit oben auf der Palme. Glücklicherweise hatten die Eltern eines Freundes neu gebaut und keinen Bock auf Antennengedöhns. Daher haben sie sich Kabel quer durchs Haus legen lassen. Der Freund musste damals die „hr3 Clubnight“ auf Cassette aufnehmen, die Erotikfilme auf NED 2 haben wir seinerzeit zusammen geschaut (via VHS-Cassette, die Aufnahmen waren in irgendwelchen Dokus versteckt falls die Cassetten kontrolliert wurden). Mit etwas Frickelei konnte ich zu der Zeit zu Hause fünf Programme empfangen (neben NDR auch WDR), bei Überreichweiten waren es acht (NED 1-3). Im Kabelnetz Osnabrück gab es um 1991 folgende Sender:

Radio
87,60 DLF
87,95 NDR 1
88,75 NDR 2
89,80 NDR 3
90,15 HR 1
90,85 HR 2
91,70 HR 3
92,70 Sachsen-Anhalt
93,05 Radio Aktuell
93,35 Berliner Rundfunk
94,70 DLS
95,80 NL Radio 2
96,10 NL Radio 4
96,65 NL Radio 3
97,65 Star Sat
98,15 RTL
99,30 Klassik Radio
99,75 ffn
100,70 WDR 1
101,00 WDR 2
101,80 WDR 3
102,25 WDR 4
103,15 RB 1
104,45 RB 3
105,25 RB 2
105,65 RB 4

Fernsehen
K2 ARD NDR
K4 ZDF
S4 RB1/Infotafel
K5 Sportkanal
K6 N3
K7 MTV
K8 West 3
K9 Sat 1
K10 3sat
K11 ARD 1plus
K12 RTL plus
S5 NED 3
S7 NED 1
S8 NED2/Lifestlye
S9 DFF
S10 ARD WDR
S11 Bayern 3
S12 Tele 5
S13 Pro 7
S14 Eurosport
S15 Super Channel
S16 TV5
S17 Premiere
S18 TRT International
1988 bekam ich zu Weihnachten einen JVC-Tuner (aus heutiger Sicht Schrottempfänger aber wir hatten ja nix) und ich durfte mich an die elterliche 3 Elemete-Yagi klemmen. Mit dieser Kombination konnte ich neben HR3 auch Bremen 4, RSH, Radio Hamburg und – für manche Hausarbeit interessant – Radiosender aus der DDR empfangen. Die Qualität war dabei egal. 1991 – in der Zwischenzeit verdiente ich mein eigenes Geld – habe ich mich dann für eine Sat-Antenne entschieden. Die zwei anderen Parteien im Haus (Eltern und deren Mieter) haben sich dann beteiligt. 32 TV-Programme ohne Kabel…. wow…

2018 wird das analoge Kabel abgeschaltet. Dieses Geschäftsmodell ist meiner Meinung nach längst überholt. Sollte jemand von dieser Abschaltung betroffen sein und bei der Recherche auf diesen Blog-Eintrag stoßen:

KAUF DIR EINE MOTHERFUC**N SAT-ANTENNE!!!!111ELF!!

2011 habe ich meine ersten DVB-S-Schritte via einer unauffälligen Flachantenne gemacht. So eine Antenne lässt sich wunderbar tarnen falls Vermieter & Co. diese eigentlich nicht zulassen. Meine aktuelle Anlage existiert eigentlich auch nicht, da ich keine Antenne nutzen darf. In den nächsten Wochen verfasse ich mal einen Eintrag zu meiner aktuellen Anlage.

Gibts es noch Personen die analoges Kabel nutzen? Jasichadas! Habe ich in meiner alten Wohnung zumindest beim Radio auch gemacht. Mittlerweile besteht mein stationärer Radiokonsum aus etwa 20% UKW, 20% DVB-S, 80% Livestreams. Würde ich meine Geräte an das analoge Kabel hängen, könnte ich folgende Programme genießen:

87,95 NDR 1 Niedersachsen
88,40 Deutschlandfunk
88,70 NDR 2
89,40 NDR Kultur
90,45 hr1
90,85 NDR Info
91,70 hr3
92,15 Deutschlandfunk Kultur
93,05 WDR 5
93,35 MDR JUMP
93,70 WDR 3
95,80 Radio 21
96,10 Antenne Niedersachsen
97,65 os radio 104,8
98,20 RTL
99,30 Klassik Radio
99,60 radio ffn
100,70 1LIVE
101,35 Radio Horeb
102,20 WDR 2
103,15 Bremen Eins
103,55 WDR 4
104,50 COSMO
105,25 Bremen Zwei
106,25 N-Joy
106,55 Bremen Vier

Keine Sender aus den Niederlanden, kein Bremen NEXT, kein Radio RST, kein BFBS. Buuuuh!!!! Die Geisterausstrahlung von Radio 38 auf 107,35 wird verschwiegen. Und im TV:
S06 HSE24
S07 RTL
S08 SAT.1
S09 arte
S10 sport1
E05 Das Erste
E06 ZDF
E07 NDR Fernsehen
E08 VOX
E09 euronews (21:05 bis 6:00) / KiKa (6:00 bis 21:05)
E10 3sat
E11 WELT
E12 Phoenix
S11 ProSieben
S12 RTL II
S13 kabel eins
S14 Super RTL
S15 Tele 5
S16 ntv
S17 Comedy Central (14:00 bis 2:00) / VIVA (2:00 bis 14:00)
S18 Nick
S19 DMAX (20:00 bis 6:00) / 1-2-3.tv (6:00 bis 20:00)
S20 CNN International
S21 Anixe
S22 Channel 21
S23 Disney Channel
S35 QVC
E21 Eurosport 1
E22 NITRO
E23 Bibel TV

Mit der weiter oben beschriebenen Antenne empfange ich mehr als doppelt so viele FTA-Programme als via Kabel. Bei einem schwarzen Analog-Bildschirm empfehle ich tasächlich den Umstieg zu Sat-TV. Der Kabelanschluß eignet sich übrigens sehr gut für das Internet, ich nutze KDG/VF seit etwa 2012 ohne große Probleme.