ma Audio 2019 II

Wieder einmal wurde ein großes Zahlenwerk über die Radiohör-Gewohnheiten in Deutschland veröffentlicht. Und wieder einmal wurde die Untersuchungsmethode so verändert, dass eigentlich kein 1:1-Vergleich zur vorherigen Untersuchung möglich ist.

Was ist neu?
Die DAB+-Nutzung wurde in der ma Audio 2019 II erstmals ausgewiesen. Daher tauchen auch in den deutschlandweiten Zahlen neue Radiostationen auf. DAB+ wird täglich von rund 3,7 Millionen Hörern genutzt.
Hier wieder ein paar ausgewählte Zahlen (Kontakte pro Stunde):

Deutschlandweit
Absolut Radio: 57.000 (45.000 / +26,7%)
ENERGY National: 250.000 (-)
JAM FM: 56.000 (67.000 / -16,4%)
Klassik Radio: 259.000 (254.000 / +2,0%)
Radio Paloma: 106.000 (110.000 / -3,6%)
Radio Schlagerparadies: 128.000 (89.000 / +43,8%)
RTL RADIO: 136.000 (109.000 / +24,8%)
Schwarzwaldradio: 20.000 (-)
sunshine live: 117.000 (94.000 / +24,5%)
DAB+ Radiokombi Deutschland: 209.000 (142.000 / +47,2%)

Norddeutschland
NDR 2: 807.000 (808.000 / -0,1%)

Schleswig-Holstein
R.SH: 280.000 (235.000 / +19,1%)
delta radio: 67.000 (48.000 / +33,6%)
Radio BOB! rockt Schleswig-Holstein: 49.000 (49.000 / +0,0%)

Mecklenburg-Vorpommern
ANTENNE MV: 97.000 (104.000 / -6,7%)
Ostseewelle HIT-RADIO MV: 150.000 (136.000 / +10,3%)

Hamburg
ENERGY Hamburg: 25.000 (34.000 / -26,5%)
ROCK ANTENNE Hamburg: 51.000 (63.000 / -19,0%)
HAMBURG ZWEI: 27.000 (21.000 / +28,6%)
Radio Hamburg: 251.000 (236.000 / +6,4%)

Niedersachsen
radio ffn: 461.000 (432.000 / +6,7%)
Antenne Niedersachsen: 346.000 (316.000 / +9,5%)
RADIO 21: 117.000 (116.000 / +0,9%)

Bremen
Bremen Eins: 116.000 (87.000 / +33,3%)
Bremen Vier: 79.000 (82.000 / -3,7%)
Bremen NEXT: 41.000 (27.000 / +51,9%)
ENERGY Bremen: 39.000 (40.000 / -2,5%)

Nordrhein-Westfalen
1LIVE: 855.000 (818.000 / +4,5%)
WDR 2: 1.092.000 (1.046.000 / +4,4%)
radio NRW: 1.594.000 (1.603.000 / -0,6%)
100’5 DAS HITRADIO: 32.000 (33.000 / -3,0%)

Berlin-Brandenburg
radioeins: 112.000 (105.000 / +6,7%)
Antenne Brandenburg: 149.000 (177.000 / -15,8%)
Fritz: 82.000 (77.000 / +6,5%)
Inforadio: 58.000 (61.000 / -4,9%)
rbb 88,8: 112.000 (86.000 / +30,2%)
94,3 rs2: 105.000 (93.000 / +12,9%)
98,8 KISS FM: 60.000 (62.000 / -3,2%)
100,6 FluxFM: 26.000 (25.000 / +4,0%)
104,6 RTL: 130.000 (139.000 / -6,5%)
105’5 Spreeradio: 85.000 (79.000 / +7,6%)
BB RADIO: 126.000 (105.000 / +20,0%)
Berliner Rundfunk 91.4: 150.000 (146.000 / +2,7%)
ENERGY Berlin: 51.000 (62.000 / -17,7%)
JAM FM Berlin: 36.000 (52.000 / -26,9%)
Klassik Radio Gebiet Berlin: 47.000 (46.000 / +2,2%)
radio B2: 102.000 (96.000 / +6,3%)
Radio Cottbus: 16.000 (15.000 / +6,7%)
Radio Paradiso: 38.000 (32.000 / +18,8%)
Radio Cottbus: 5.000 (-)
Radio TEDDY: 57.000 (41.000 / +30,2%)
Star FM 87.9: 65.000 (62.000 / +4,8%)
[Quelle: reichweiten.de]

Digitalradio in Niedersachsen

Seit einigen Tagen laufen in Sachen “Digitalradio in Niedersachsen” die Gemüter heiss. In vielen DAB-Befürworter-Gruppen werden die allerschlimmsten Szenarien an die Wand gemalt. Ist es wirklich so schlimm? Dieser Beitrag hilft vielleich ein paar Fakten zu transportieren.
Ist-Situation
Für diejenigen, die von Niedersachen bishher nur im Halbschlaf in der Schule gehört haben: in Niedersachsen gibt es den Norddeutschen Rundfunk mit seinen fünf Programmen. Bei NDR1-3 ist eine UKW-Vollversorgung gegeben, NDR4 (NDR Info) und NDR5 (N-Joy) müssen sich teilweise mit lückenhaften UKW-Ketten abfinden. Dazu gibt es noch ffn (Sendestart Ende 1986), Antenne Niedersachsen (Sendestart Mai 1990) und Radio 21 (Sendestart 2000). Seit Ende 2013 gibt es in einigen Regionen zusätzlich kommerziellen Lokalfunk. Last But Not Least sind seit den 1990ern nichtkommerzielle Lokalsender (NKLs) auf Sendung. Der NDR arbeitet langsam aber konsequent an der Aufschaltung seiner Programme auf DAB+, die Privaten haben offensichtlich kein Interesse daran in Niedersachsen eine DAB+-Struktur aufzubauen. Bei ffn und Antenne Niedersachsen ist es prinzipiell nicht erforderlich, beide verfügen jewels über ein leistungsstarkes UKW-Netz mit dem sie Niedersachsen technisch erreichen. Radio 21 arbeitet derzeit mit vergleichweise leistungsschwachen Sendern in Ballungsräumenn, viele dieser Sender sind nicht/schlecht synchronisiert und mobil kein Hörgenuß. Die NLKs und vor allem die kommerziellen Privatsender begnügen sich mit Resten und Lücken.
Antrag im Landtag
Alles in allem ist die Radiolandschaft in Niedersachen langweilig. Funktionierendes mobiles Internet für das Radiohören unterwegs wäre eine Idee dem gefühlt gleicheschaltetem Radio zu entkommen. Und genau das möchte die FDP Landtag mit ihrem “Antrag für eine digitale Radiozukunft” auf die Reise bringen. Dort fordert die Fraktion das Landeparlament zu folgenden Schritten auf:

1. sich konsequent zusammen mit dem Bund, anderen Ländern sowie den privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern für einen marktgerechten Übergang in eine digitale Radiozukunft einzusetzen und ein klares, abgestimmtes Konzept zu erarbeiten
2. sich gegen ein UKW-Abschaltdatum auszusprechen
3. die Förderung der Verbreitung von DAB+ durch den Rundfunkbeitrag zu beenden
4. die Radiointeroperabilität technologieneutral auszugestalten
5. den Ausbau von schnellem Internet in der Fläche so voranzutreiben, dass auch die Nutzung von Radio via Internet rasch flächendeckend die Realität in Niedersachsen wird. Zur Partizipation des Hörfunks an 5G müssen die für die Radioverbreitung über 5G notwendigen Frequenzspektren dem Rundfunk zur Verfügung gestellt werden
6. die lokale, regionale und landesweite Radiovielfalt durch Zugang und Auffindbarkeit auf Plattformen sicherzustellen

Hier gibt es einen Videomitschnitt der Aussprache zu diesem Thema. Wer keine Lust auf diese Diskussion hat, kann hier die wichtgsten Statements nachlesen hat hier die Möglichkeit die rudimentären Standpunkte nachzulesen:

Stefan Birkner, (Jahrgang 1973), FDP
– Radio digital über Internet
– kein UKW-Abschaltdatum, Weiternutzung da bewährt
– 92% der Hörer empfangen ihre Programme über UKW
– DAB(+) hat sich seit 20 Jahren nicht bewährt
– Verabschiedung der Förderung von DAB+ über die Rundfunkbeiträge da teure und nicht zielführende Übergangstechnologie
– digitaler Radioempfang erfolgt derzeit über Smartphones und Smartspeaker
– bei den Öffentlich-Rechtlichen ist die Einführung von DAB+ Dank Rundfunkbeiträge ein recht einfacher Weg, für die privaten Sender ist es eine große Herausforderung (Parallelfinanzierung von zwei Technologien), eine Refinanzierung ist nicht gewährleistet (Gefährdung der Vielfalt in Niedersachen)
– Einsetzung für den 5G-Standard

Dr. Alexander Saipa, (Jahrgang 1976), SPD
– Radio wird überwiegend über UKW gehört
– die Technolgie (DAB +) konnte sich bisher bei uns (VerbraucherInnen in Deutschland) nicht durchsetzen
– das (technisch überlegene) Digitalradio hat bis heute einen schweren Stand, 6% hören vorwiegend über DAB+
– für fast 70% der Nutzer ist UKW die Hauptempfangsart
– das Internetradio ist mit knapp 10% verbreiteter als DAB+

Es gab noch Meldungen von der CDU, den Grünen und der AfD, im Anschluss wurde der “Antrag für eine digitale Radiozukunft” einstimmig angenommen.
Was bedeutet diese Entscheidung nun?
Meiner Meinung nach nichts, da es in Niedersachsen nur das bundesweite Paket auf 5C und die NDR-Pakte gibt. Die NLM als Niedersächsische Landesbehörder fördert meines Wissens kein Digitalradio. Sie war lediglich an einem Modellversuch der TU Braunschweig beteiligt, in dem die Regionalisierung von Gleichwellennetzen untersucht wurde. Es zieht sich also kein Privatsender aus DAB+ in Niedersachsen zurück da hier niemand sendet. Gerüchteweise gab/gibt es Budgets zur Förderung des DAB-Ausbaus seitens der NLM, diese werden vermutlich nun gestrichen sofern sie vorhanden sind.

Sturm im Wasserglas?
In zahlreichen Pro-DAB-Gruppen und -Foren waren Aufregung und Aufschrei sehr groß, Privatradioveranstalter und -verbände lobten hingegen die Entscheidung. Für den durchschnittlichen Radionutzer selbst hat sich nichts geändert und es wird auch vermutlich noch dauern bis sich etwas ändert. Seine Lieblingsprogramme bleiben sowohl via UKW als auch via DAB auf Sendung.

Visionen für die Zukunft
Radio via Internet ist in meinen Augen eine geniale Erfindung – sofern man eine stabile Empfangsleitungen und großzügig bemessene Streamserver besitzt. Würden alle terrestrischen Radionutzer gleichzeitig das Internet nutzen wollen, bricht es mit großer Wahrscheinlichkeit zusammen. Zusätzlich ist Bau und Betrieb von webbasierten Diensten mit hohem Aufwand verbunden (gerade im mobilen Bereich und speziell bei 5G wo Sendermasten mit 1km Abstand errichtet werden müssen). Klassischer Rundfunk – in welchem Wellenbereich auch immer – ist da wesentlich unkomplizierter, da es keine direkte Leitung zwischen Sender und Empfänger gibt.

DAB+ hält langsam aber kontinuierlich Einzug in Niedersachsen. Das beobachte ich in meinem lokalen Umfeld. Ich hoffe, dass sich kleine/lokale/regionale Anbieter zusammensetzen und eigene Pakete ohne Förderung der NLM auf die Beine stellen. Vielleicht gelingt ja sogar eine Kooperation mit dem NDR, in Hessen hat das ja auch mal eine Zeit lang funktioniert.

ma 2019 IP Audio II

Bei der Webradio-Nutzung ist der durchschnittliche Deutsche wenig experimentierfreudig. Die Top 20 bestehen auch in diesem Erfassungszeitraum aus den “Global Playern” (wobei “global” in diesem Fall nichts mit Ländern außerhalb Deutschlands zu tun haben). Hier die Top 20:

SWR3: 9.570.191 (8.911.839)
ANTENNE BAYERN: 8.425.803 (7.692.979)
1LIVE: 7.986.207 (7.376.638)
WDR 2: 7.438.503 (6.817.786)
NDR 2: 6.852.020 (6.210.098)
BAYERN 3: 4.646.633 (4.182.018)
Bayern 1: 4.634.293 (4.173.023)
Deutschlandfunk: 4.254.149 (4.010.359)
HIT RADIO FFH: 4.091.204 (4.128.543)
WDR 4: 3.685.671 (3.160.604)
ROCK ANTENNE: 3.060.657 (2.747.225)
NDR 1 Niedersachsen: 2.774.871 (2.390.808)
RADIO PALOMA: 2.678.096 (2.557.053)
N-JOY: 2.661.097 (2.375.498)
SWR 1 BW: 2.620.445 (2.900.154)
radioeins: 2.615.232 (2.413.041)
hr3: 2.271.431 (2.129.749)
radio ffn: 1.885.154 (1.917.203)
WDR 5: 1.777.189 (1.666.445)
Radio Hamburg: 1.600.366 (1.450.872)
ma IP Audio II
Die Ostseewelle ist mit 1.235.095 Sessions (1.114.670) nach wie vor der meistgehörteste Privatsender aus den neuen Bundesländern. Nach eigenen Angaben profitiert der Sender davon, dass Mecklenburg-Vorpommern das beliebteste Urlaubs-Bundesland ist. Das bestätigte mir kürzlich Antje Kagel (Assistentin Geschäftsführung Ostseewelle), die Urlauber nehmen “ihren Sender” einfach mit nach Hause. Nachvollziehbar, Ostseewelle hören ist zumindest für mich ein wenig wie Urlaub.

Hier noch ein zusätzliche Zahlen:
Bremen NEXT: 302.508
Radio Nordseewelle: 182.528 (157.293)
Radio Hannover: 138.268 (127.768)
Radio 38: 93.082 (83.184)

Die durchschnittliche Hördauer liegt bei 51 Minuten und 32 Sekunden (48′ 17″), Spotify kommt auf 105.556.725 Sessions (119.066.895). Quelle: rms.de

Neue UKW-Frequenz für Osnabrück

Im gestrigen Frequenzupdate der Bundesnetzagentur wird eine neue UKW-Frequenz für Osnabrück gelistet. Konkret handelt es sich um die 107,6 MHz. Diese soll mit 630 Watt vom Fernmeldeturm Widukindland im Nordosten der Stadt verbreitet werden.
Hauptstrahlrichtung soll Nordwesten werden, der Sender wird also die Stadt Osnabrück versorgen. In Richtung Südosten und Südwesten wird nur mit wenig Sendeleistung gearbeitet. Hier müssen bereits existierende Sendestandorte wie Oelde, Bad Oeyhnausen und Coesfeld geschützt werden. Die 107,6 wäre zugleich die Frequenz mit der höchsten Sendeleistung am Standort Osnabrück-Widukindland.

Abgesehen davon, dass diese Frequenz bestenfalls ein Behelf im bereits sehr vollen UKW-Band ist, sehe ich derzeit noch keinen Programmanbieter für die 107,6. Einzig und allein eine Frequenzumkoordinierung bereits bestehender Frequenzen und die Nutzung der 107,6 als Ersatz könnte Sinn ergeben. Es wird aber ein Provisorium bleiben, da bei Überreichweiten im Zielgebiet Störungen durch die Standort Cuxhaven und Hohes Lohr (Hessen) auftreten können und werden. Zusätzlich ist Radio Gütersloh auf 107,5 MHz seit Jahren im Zielgebiet auch ohne großen Aufwand mit gutem Signal zu empfangen.

Radio 90.vier ab Mai via Digitalradio

Ab Anfang Mai ist der kommerzielle Lokalsender Radio 90.vier aus Delmenhorst über einen zusätzlichen Verbreitungsweg zu empfangen. Er geht im Bremer Digitalradio-Paket auf Sendung. Das berichtet u.a. radioWOCHE.de. Durch diese zusätzliche Frequenz vergrößert der Anfang 2019 gestartete Sender sein Verbreitungsgebiet um ein Vielfaches.
Bisher ist der Sender aus Ganderkesee auf 90,4 MHz mit 1,0 kW auf Sendung. Das private DAB+-Paket aus Bremen arbeitet in Bremen-Walle mit 2,0 kW und zusätzlich in Schiffdorf bei Bremerhaven mit 0,5 kW. Mit dieser Aufschaltung ist Radio 90.vier nach Radio Nordseewelle der zweite private Lokalsender, der über den Umweg Bremen digital verbreitet wird.

Es ist für mich ein Rätsel warum die Niedersächsische Landesmedienanstalt NLM nichts in Sachen Aufschaltung kommerzieller DAB+-Pakete unternimmt. Auch in Niedersachsen hält das Digitalradio Einzug und wird von Hörern wahrgenommen. Lustigerweise mischt ffn im Bremer Privatpaket mit.

Hier die aktuelle Aufstellung aller Programme im kommerziellen DAB+-Paket aus Bremen:

– ENERGY BREMEN
– Rado Nordseewelle
– RadioB2 SCHLAGER
– ffn Bremen/Oldenburg
– Radio Roland

Einschaltquoten der NRW-Lokalsender (E.M.A. NRW 2019 I)

Die Lokalsender in NRW weisen im Gegensatz zu Niedersachsen die Tagesreichweite in ihrem jeweiligen Sendegebiet aus. Die erste Umfragewelle 2019 hat folgende Zahlen ergeben:

Radio Westfalica: 52,8 %
Radio Bielefeld: 51.1 %
Radio Gütersloh: 50,5 %
Radio Herford: 48,0 %
Radio Kiepenkerl: 46 %
Radio WMW: 44,7 %
Radio WAF: 42,4 %
Radio Lippe: 41,5 %
Radio Hochstift: 41,4 %
Antenne Unna: 40,5 %
Radio RST: 40,2 %
107.7 Radio Hagen: 40 %
Radio Sauerland: 35 %
Radio 91,2: 35,0 %
Antenne Düsseldorf: 32,9 %
Antenne Münster: 32 %
Radio Essen: 30 %
Radio Herne: 30 %
Radio KW: 30%
Radio Oberhausen: 30 %
Radio Bochum: 29 %
Radio Emscher Lippe: 27 %
Radio Mühlheim: 24 %
Radio Vest: 22 %
Radio Duisburg: 21 %
Radio Ennepe Ruhr: 12 %
[Quelle: Homepages der Lokalsender bzw. deren Vermarkter]

ma Audio 2019 I

Es gibt wieder neue Zahlen zur Radionutzung in Deutschland. Ich habe wie immer ein paar Stationen ausgewählt und liste sie an dieser Stelle auf. Erstmals taucht übrigens Bremen NEXT in der ma Audio auf und erreicht aus dem Stand 27.000 Hörer.
Deutschlandweit

sunshine live: 94.000 (88.000 / +6,8%)
Klassik Radio: 254.000 (291.000 / -12,7%)
Absolut Radio: 45.000 (47.000 / -4,3%)
Radio Paloma: 110.000 (114.000 / -3,5%)
JAM FM: 67.000 (68.000 / -1,5%)
RTL RADIO: 109.000 (127.000 / -14,2%)
Schlagerparadies: 89.000 (70.000 / +27,1%)

Norddeutschland
NDR 2: 808.000 (815.000 / -0,9%)

Schleswig-Holstein
R.SH: 235.000 (223.000 / +5,4%)
delta radio: 48.000 (54.000 / -11,1%)
Radio BOB! rockt Schleswig-Holstein: 49.000 (50.000 / -2,0%)

Mecklenburg-Vorpommern
ANTENNE MV: 104.000 (96.000 / +8,3%)
Ostseewelle HIT-RADIO MV: 136.000 (132.000 / +3,0%)

Hamburg
ENERGY Hamburg: 34.000 (32.000 / +6,3%)
ROCK ANTENNE Hamburg: 63.000 (64.000 / -1,6%)
HAMBURG ZWEI: 21.000 (21.000 / +0,0%)
Radio Hamburg: 236.000 (207.000 / +14,0%)

Niedersachsen
radio ffn: 432.000 (420.000 / +2,9%)
Antenne Niedersachsen: 316.000 (310.000 / +1,9%)
RADIO 21: 116.000 (117.000 / -0,9%)

Bremen
Bremen Eins: 87.000 (97.000 / -5,6%)
Bremen Vier: 82.000 (82.000 / +0,0%)
Bremen NEXT: 27.000 (-)
ENERGY Bremen: 40.000 (40.000 / +0,0%)

Nordrhein-Westfalen
1LIVE: 818.000 (859.000 / -4,8%)
WDR 2: 1.046.000 (1.101.000 / -5,0%)
radio NRW: 1.603.000 (1.680.000 / -4,6%)
100’5 DAS HITRADIO: 33.000 (40.000 / -17,5%)

Berlin-Brandenburg
radioeins: 105.000 (94.000 / +11,7%)
Antenne Brandenburg: 177.000 (182.000 / -11,2%)
Fritz: 77.000 (92.000 / -16,3%)
Inforadio: 61.000 (67.000 / -9,0%)
rbb 88,8: 86.000 (87.000 / -1,1%)
94,3 rs2: 93.000 (103.000 / -9,7%)
98,8 KISS FM: 62.000 (54.000 / +14,8%)
100,6 FluxFM: 25.000 (23.000 / +8,7%)
104,6 RTL: 139.000 (144.000 / -3,5%)
105’5 Spreeradio: 79.000 (89.000 / -11,2%)
BB RADIO: 105.000 (112.000 / -6,3%)
Berliner Rundfunk 91.4: 146.000 (132.000 / +10,6%)
ENERGY Berlin: 62.000 (64.000 / -3,1%)
JAM FM Berlin: 52.000 (50.000 / +4,0%)
Klassik Radio Gebiet Berlin: 46.000 (49.000 / -6,1%)
radio B2: 96.000 (86.000 / +11,6%)
Radio Cottbus: 15.000 (11.000 / +36,4%)
Radio Paradiso: 32.000 (28.000 / +14,3%)
Radio TEDDY: 41.000 (53.000 / -1,1%)
Star FM 87.9: 62.000 (63.000 / -1,6%)

Diese und weitere Zahlen gibt es auf www.reichweiten.de.

Neue UKW-Frequenz für den Standort Bad Rothenfelde

Gestern tauchte im wöchentichen Frequenzupdate der Bundesnetzagentur eine neue Frequenz für den Standort Bad Rothenfelde auf. Zufälligerweise habe ich vor etwa acht Wochen Fotos von diesem Standort angefertigt.
Sender Bad Rothefelde
Im Gespräch ist für diesen Standort die Frequenz 93,6 MHz, gesendet werden soll mit 100 Watt. Allerdings nicht mit Rundstrahlung, sondern in Richtung Nordwest.
Diagram Rothenfelde 93,6MHzIn dieser Richtung liegt die Stadt Georgsmarienhütte mit rund 32.000 Einwohnern. Viel mehr dürfte der Sender auch nicht erreichen, da in diesem Gebiet WDR2 vom Standort Nordhelle (Ebbegebirge) auf 93,5 MHz mit ordentlicher Feldstärke zu empfangen ist. Richtung Osten beschränkt der Füllsender Lübbecke die Reichweite.
93,6 MHzWer soll auf dieser Frequenz senden? Mir fallen zwei Kandidaten ein, einer davon ist radio ffn. Diese Station kämpft eigentlich schon seit dem Sendestart im Südkreis Osnabrück mit dem WDR aus Langenberg (103,3 MHz). Warum diese Lücke aber erst mehr als 30 Jahre nach dem Sendestart auffallen sollte, verstehe ich allerdings auch nicht. Ist auf der anderen Seite aber auch unrealistisch, da andere Kleinsender wie z.B. Hameln einfach so ohne Vorlauf aufgeschaltet wurden. Das mag hier in der Grenzregion zu NRW aber schon wieder anders sein.

Einen Termin wann der Sender in Betrieb geht gibt es noch nicht.

ma 2019 IP Audio I

Eine durchschnittliche Webradio-Session dauerte in der letzten Erfassungsperiode 50 Minuten, 1029 Channels beteiligen sich mittlerweile an dieser Erfassung. Das Gespenst Spotify schaffte es auf 119.066.895 Sessions (105.790.140 ma 2018 IP Audio IV), die Top 20 der Radiosender sah wie folgt aus:

01. SWR3: 8.911.839 (7.571.142)
02. ANTENNE BAYERN: 7.692.979 (6.883.08)
03. 1LIVE: 7.376.638 (6.673.838)
04. WDR 2: 6.817.786 (5.804.877)
05. NDR 2: 6.210.098 (5.404.854)
06. BAYERN 1: 4.182.018 (3.278.094)
07. BAYERN 3: 4.173.023 (3.459.834)
08. HIT RADIO FFH: 4.128.543 (3.250.151)
09. Deutschlandfunk: 4.010.359 (3.553.470)
10. WDR 4: 3.160.604 (2.520.542)
11. SWR1 BW: 2.900.154 (1.992.762)
12. ROCK ANTENNE: 2.747.225 (2.623.757)
13. RADIO PALOMA: 2.557.053 (2.506.322)
14. radioeins: 2.413.041 (2.041.178)
15. NDR 1 Niedersachsen: 2.390.808 (2.021.874)
16. N-JOY: 2.375.498 (2.146.891)
17. hr3: 2.129.749 (1.852.175)
18. radio ffn: 1.917.203 (1.702.880)
19. WDR 5: 1.666.445 (1.453.859)
20. sunshine live: 1.465.799 (1.548.117)
Bremen NEXT kam im Erfassungszeitraum 256.747 Session (235.338 bei der vorherigen Untersuchung). Folgende kommerzielle Lokalsender aus Niedersachsen wurden ausgewiesen:

Radio Nordseewelle: 280.837 (264.556)
Radio Hannover: 210.608 (179.545)
Radio 38: 120.553 (100.794)

Damit konnten alls Locals Ihre Reichweite ein wenig ausbauen.
[Quelle: radioszene.de]

Weltradiotag 2019

Kein anderes Medium hat mich so geprägt wie das Radio. Natürlich nutze ich auch neumodisches Zeug wie dieses Internet. Das ist nämlich ein sehr guter Weg Radiosender zu hören, auf die man ohne bis zum nächsten Urlaub oder bis zur nächsten Überreichweite warten musste.

Die Liebe zu diesem Medium habe ich entdeckt als ich etwa 5 Jahre alt war. Meine Eltern hörten zu der Zeit am Wochenende Bremen 1 und ärgerten sich über den schlechten Empfang. Mittels Schweißdrähte und Kaninchenschutzdraht habe ich wilde Konstruktionen gebaut und diese trugen zum verbesserten Empfang bei. Natürlich reiner Zufall da diese Bastelei nichts mit Antennentechnik zu tun hatte. Und so entdeckte ich neben Radio Bremen auch den WDR, BFBS und irgendwann die “Radio Hilversum”. Irgendwann bekam ich einen Tuner und eine 3-Elemente-Antenne geschenkt und der Wellenjäger war geboren. Irgendwann lernte ich dann auch Überreichweiten kennen und durch dieses Internet Anfang 2000 Leute, die das gleiche Hobby hatten

Ab der Grundschule wollte ich zum Radio. Mit meinen ersten Sendungen habe ich meine Eltern unterhalten und meine Mitschüler im Kunst-Unterricht genervt. Mal eben zum Radio war in der Provinz Osnabrück zu der Zeit aber undenkbar. Also Ausbildung, Zivildienst, noch eine Ausbildung und dann startete in Osnabrück der Offene Kanal. Dort traf ich auf Gleichgesinnte (also auch Leute, die über den Tellerrand hinaushörten) und wir starteten nach ein paar Jahren das hier oft erwähnte Internetprojekt. Der Rest meiner “Karriere” ist hier nachzulesen.

Heute am Weltradiotag ist mir bewusst geworden wie sehr sich dieses Medium verändert hat. Es ist unter dem Strich langweiliger und gleichgeschalteter geworden. Die mit vielen frischen Ideen gestarteten Privatstationen haben sich um die Jahrtausendwende leider zum Negativvorbild für die öffentlich-rechtlichen Stationen entwickelt. Dudelsuppe quer durch die Republik. Auch Programme aus den Niederlanden, die ich seit Ende der 1980er als das bessere Radioland empfinde, werden immer ähnlicher und austauschbarer (wobei sie im Längen kreativer sind als das was hier zu hören ist).

Das Radio ist aber noch lange nicht tot. An Aktualität und Bequemlichkeit ist dieses Medium nicht zu überbieten. Keine stundenlange Playlisterstellung, kein mühsames Zusammensuchen von Podcasts und aktuelle Infos zum Nebenbeihören. Damit wir uns richtig verstehen: Spotify und Youtube sind geniale Musiktools. Mehr aber auch nicht. Radio funktioniert offline, Radio funktioniert ohne Datenvolumen, Radio kann überraschen, Radio informiert in Echtzeit.

Ich wünsche mir, dass sich die Radiomacher landauf/landab wieder mehr trauen. Polarisiert, schlagt über die Stränge, traut Euch Dinge und bindet die Hörer. Das können Spotify & Co. nicht. Gibt es Programmverantwortliche die sich so etwas zutrauen? Dann meldet Euch.