Verkehrsmeldungen für Mecklenburg-Vorpommern (27.07.2019)

Verkehrsmeldungen für das relativ dünnbesiedelte Mecklenburg-Vorpommern sind für den NDR offensichtlich immer noch ziemlich unwichtig. Den Eindruck erhält man zumindest, wenn man sich die Infos in den landesweiten Programmen anhört (explizit NDR2, der Sender wird ja an jeder Autobahn vorgeschlagen). Mecklenburg-Vorpommern hat sich zum Urlaubsland Nummer 1 entwickelt. Dementsprechend spricht man im Anschluss ziemlich sicher nochmal über dieses Thema. Natürlich gibt es TMC, Google Maps und andere Systeme. Die Möglichkeit sich offline am Frühstückstisch informieren zu können, ist in meinen Augen ein Muß.
Stau AutobahnWie schon 2018 und 2017 habe ich einen Tag lang die Verkehrsmeldungen von drei Radiostationen beobachtet. Ausgesucht habe ich mir das vermutlich spannendste Wochenende im Sommer 2019: Ferienbeginn in Bayern und Baden-Württemberg, gleichzeitig enden die Ferien in Berlin und Brandenburg, in NRW sind die ersten zwei Wochen vorbei. Beobachtet wurden NDR2 (mit dem Verkehrsservice für vier Bundesländer), NDR 1 MV und Ostseewelle mit Mecklenburg-Vorpommern als Sendegebiet.

10.00 Uhr
NDR2 meldet nichts für Mecklenburg-Vorpommern

NDR 1 MV meldet Tiere auf der A11 auf Brandenburger Gebiet vom Berliner Ring aus kommend

Auf der A20 gibt es laut Ostseewelle bereits jetzt pro Richtung 25 Minuten Verzögerung vor der Behelfsbrücke bei Triebsees, sowie Rückstaus auf dem Weg nach Warnemünde, Bergen und Usedom sowie bei dem Verlassen von Usedom. Alles typische Touristenstrecken.

11.00 Uhr
NDR2 meldet nichts für Mecklenburg-Vorpommern bis auf die lapidare Anmoderation dass jetzt wohl viele Leute auf dem Weg zur Küste bzw. zurück seien.

NDR 1 MV meldet einen Stau auf der A1 am Kreuz Lübeck. Macht Sinn, es gibt sicher Hörer die aus Mecklenburg-Vorpommern kommend nach Lübeck fahren.

Ostseewelle meldet auf der A20 vor Tribsees 50 Minuten Verzögerung in beide Richtungen sowie Rückstaus vor Warnemünde, Wolgast, Usedom-Stadt und Bergen auf Rügen (bis zu 30 Minuten).

12.00 Uhr
NDR2 meldet nur noch Staus ab 5km, aus Mecklenburg-Vorpommern ist abgesehen von einer Warnmeldung für die A24 (defekter Bus) nichts dabei.

NDR 1 MV
7km Stau auf der A20 vor Triebsees Richtung Westen, 5km Richtung Osten. Außerdem wird Usedom erwähnt.

Ostseewelle beginnt mit einem Feldbrand an der A20, erwähnt aber den defekten Bus auf der A24 nicht. Die Angaben für die Bundesstraßen um Rostock und im Raum Usedom decken sich in etwa mit denen von NDR 1 MV. Zusätzlich werden hier noch Verzögerungen auf der B196 vor Bergen und auf dem Weg nach Rügen gemeldet.

13.00 Uhr
NDR2 meldet nur noch Staus ab 6km, die A20 bei Triebsees wird aufgezählt.

NDR 1 MV meldet u.a. B105 Bentwisch Richtung Rövershagen 5km Stau, B109 Anklam Richtung Ziethen 4km Stau, B110 5km Stau Richtung Festland

Ostseewelle meldet ähnliche Staus mit anderen Zeiten, zusätzlich wieder Meldungen für Rügen.

14.00 Uhr
Auf NDR2 weiterhin Staus ab 6km, die A20 bei Triebsees Richtung Westen wird mit aufgezählt

NDR 1 MV meldet ebenfalls die 6km Richtung Westen sowie 4km Richtung Osten. Außerdem gibt es noch eine Meldung für die B109 und die B111.

Bei Ostseewelle gibt es für die A20 keine Kilometerangaben, dafür (wie schon fast den gesamten Tag lang) eine Umleitungsempfehlung. Außerdem wird ein weiterer Stau auf der A20 bei Straßburg (Uckermark) gemeldet, Verzögerungen auf den Bundesstraßen 96 (vor Rügen), 105, 110 sowie 196 (auf Rügen) gemeldet.

15.00 Uhr
Bei NDR2 gibt wieder nur Staus ab 6km Länge und keine Meldung aus Mecklenburg-Vorpommern

NDR 1 MV meldet für die A20 4km Stau vor Triebsees in beide Richtungen sowie B111 Pritzier Richtung Wolgast 5km Stau.

Laut Ostseewelle gibt es vor Triebsees Richtung Westen 40 Minuten und Richtung Osten 20 Minuten Verzögerung. Auf der B110 wird ein Unfall bei Neu Pastow gemeldet, eine Teilsperrung der B104 Pasewalk Richtung Polzow aufgrund eines Feldbrandes, sowie eine Verzögerung auf der B109 Anklam Richtung Murchin.

16.00 Uhr

NDR2 meldet Staus ab 5 km, keine Meldung für Mecklenburg Vorpommern.

NDR 1 MV meldet auf der A20 bei Triebsees 3km Stau Richtung Westen, Richtung Osten 4km sowie auf der B111 Pritzier Richtung Wolgast 3km Stau.

Ostseewelle meldet ebenfalls Staus in beiden Richtungen auf der A20 bei Triebsees, allerdings ist hier die Wartezeit/Verzögerung doppelt so lang als bei NDR 1 MV. Wartezeiten, Echtzeitmessung oder alle ähnlichen Formulierungen sind in meinen Augen übrigens der größte Mist den das Radio in den letzten Jahren für sich entdeckt hat. Dann lieber eine Kilometerzahl. Desweiteren Meldungen für die B109 (Sperrung in Hindenburg bei Templin aufgrund eienes Rettungseinsatzes) und die B197 (Unfall Nähe Autobahnabfahrt bei Glienke).

17.00 Uhr
NDR 2 hat Meldungen für Bundesstraßen im Programm, allerdings nicht für Mecklenburg-Vorpommern.

NDR 1 MV hat nur die B111 Pritzier Richtung Wolgast mit 4km Stau im Programm.

Ostseewelle meldet nicht unerhebliche Verzögerungen auf der A20 bei Triebsees, den Unfall auf der B197 Nähe Glienke sowie liegengebliebene Fahrzeuge in Grevesmühlen und Parchim.

18.00 Uhr
NDR2 beginnt die Verkehrsmeldungen mit einer Warnung für die B192 Höhe Büschow (stark verschmutzte Fahrbahn). Es folgen dann neben den Meldungen für die großen Autobahnen und Infos über Probleme auf Bundesstraßen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, kein Wort über Mecklenburg-Vorpommern.

NDR 1 MV beginnt mit Warnmeldungen für die B105 (Gegenstände auf der Fahrbahn zwischen Altheide und Ribnitz-Damgarten) und für die B192 (verschmutzte Fahrbahn, wie NDR2). Dazu noch Meldungen für die Wolgaster Landstraße in Greifswald (ungesicherte Unfallstelle) und die B109 (Pritzier Richtung Wolgast).

Ostseewelle beginnt mit der A20-Baustelle Triebsees (20 Minuten Verzögerung in beide Richtungen), es folgen Meldungen für die B111 (Trassenheide Richtung Wolgast, Rückreise von Usedom), die B192 (Büschow, Getreide auf der Fahrbahn), für Grevesmühlen und Greifswald (wie bei NDR 1 MV) sowie zusätzliche Behinderungen. Keine Warnung für die B105.

Bei dieser Untersuchung wurden nur die Meldungen zur vollen Stunde berücksichtigt. Was in der Zwischenzeit (z.B. um Halb) gelaufen ist, lässt sich im Nachhinein schwer nachvollziehen. Lediglich von Ostseewelle liegt ein Komplettmitschnitt vor, NDR 1 MV und NDR2 wurden nur zur vollen Stunde geripped.

Wieder einmal zeigt sich, dass die Meldungen bei Ostseewelle detaillierter sind als bei NDR2 und vor allem bei NDR 1 MV. Davor hat u.a. Antenne MV einen großen Respekt wie ich in einem persönlichen Gespräch erfahren durfte. Gerade als öffentlich-rechtlicher Landessender ist für NDR 1 MV eine Berücksichtigung der Bundesstraßen in den Verkehrsmeldungen meiner Meinung nach sehr wichtig. Vielleicht liegt es aber einfach auch am besseren Netzwerk der Ostseewelle, dass hier Meldungen von Bundesstraßen so viel Platz im Programm haben. Für mich bleibt der Sender jedenfalls die bessere Wahl bei Verkehrsmeldungen. Dieser Artikel wird ganz sicher nicht der letzte zu dem Thema sein.

Die Angaben bzgl. Radarkontrollen habe ich übrigens nicht verglichen. Sie sind in den Mitschnitten zu hören, wer Lust und Zeit hat, kann sich gern auslassen. Und bei der nächsten Stichprobe werde ich Antenne MV hinzunehmen.

Verkehrsmeldungen für Mecklenburg-Vorpommern (04.08.2018)

Eher aus einer Bierlaune heraus habe ich im vergangenen Jahr einmal die Verkehrsmeldungen von NDR und der Ostseewelle verglichen. Dieser Artikel wurde in den letzten 12 Monaten quer durch die Republik gereicht, ich hatte Zugriffe vom NDR über den WDR bis hin zum Bayerischen Rundfunk. Privatstationen geben sich ja oftmals nicht zu erkennen, da sie in den Logfiles nur mit einer Provideradresse (T-Online etc.) auftauchen. Ich bin also nicht der Einzige, der sich mit diesem Thema beschäftigt.

Viele Mediennutzer in Mecklenburg-Vorpommern empfinden den NDR als „Westfunk“ oder „Sender für Hamburg“. Natürlich gibt es regionalisierte Inhalte und eine Landeswelle, ansonsten spielt sich viel rund um Hamburg ab. Diese Lücke nutzt die Ostseewelle meiner Meinung nach sehr geschickt in dem sie hörernah klingt (über die Echtheit lässt sich natürlich streiten). Das Konzept scheint aufzugehen: in vielen Geschäften wird der Sender gehört (Quelle: eigene Beobachtungen während meiner Aufenthalte auf Rügen sowie auf Hin- und Rückweg).

Mecklenburg-Vorpommern ist ein Reise- und Transitland, Verkehrsmeldungen sind wichtig für die weiteren Tagesplanungen. Muss ich früher starten weil auf der B96 ein Stau ist? Brennt ein LKW auf der A19? Die Qualität der Verkehrsmeldungen spielt hierbei auch eine Rolle, Musik, Comedy und der andere Beratermist gerät da in den Hintergrund. Vielleicht kommt das ja mal bei den Sendenden an.
Den Vergleich zwischen den Verkehrsmeldungen der einzelnen Sender habe ich in diesem Jahr etwas aufwändiger gestaltet. Ich wollte beobachten, wie sie die Meldungen im Laufe des Tages entwickeln. Also habe ich den Stream der Ostseewelle mitgeschnitten und mir die NDR-Inhalte über DVB-S geholt. Bei diesen Stichproben konzentriere ich mich nur auf die Meldungen zur vollen Stunde. Alles, was vor- oder nachher gemeldet wurde, kann ich im Zweiffelsfall bei der Ostseewelle nachvollziehen, für den NDR habe ich ca. 25 minütige Mitschnittfenster programmiert. Ausgesucht habe ich mir den vergangenen Samstag, in einigen Bundesländern enden die Schulferien in diesen Tagen. An dem Tag war es warm, an der Küste gab es bedeckten Himmel. Also keine besonderen Randbedingungen. Und das ist dabei herausgekommen.

10.00 Uhr
Der Dauerstau auf der A20 bei Bad Sülze wird auf der Ostseewelle nicht erwähnt, dafür aber in beiden NDR-Programmen. Dass es auf der B111 Richtung Usedom und an der Großbaustelle bei Bergen/Rügen Verzögerungen gibt, erwähnt der NDR nicht. Beides sind typische Touristenstrecken.
NDR2:

NDR1 MV:

Ostseewelle:

11.00 Uhr
Der Verkehr nimmt zu, NDR 2 meldet nur noch Staus ab 4km. Daher fehlen die B110 und die B111 von und nach Usedom. Die Ostseewelle übersieht die Dauerbaustelle auf der A20, NDR 1 MV hat sie im Programm, das Gleiche gilt für die Behinderungen auf der B105 bei Bentwisch und Ribnitz-Damgarten. Bewerte ich nicht so stark, vielleicht waren die Meldungen noch zu neu oder zu alt.
NDR2:

NDR1 MV:

Ostseewelle:

12.00 Uhr
Hier fehlen mir die Meldungen von NDR 1 MV, ich habe den Timer falsch programmiert bzw. die ausführlichen Nachrichten um 12.00 Uhr nicht auf dem Schirm. NDR2 meldet alles ab 4km. Dass auf der A20 bei Grimmen ein Auto brennt, erwähnt man nicht, ebenso fehlen die 45 Minuten Verzögerung bei Damgarten.
NDR2:

Ostseewelle:

13.00 Uhr
Weiterhin starker Verkehr auf den norddeutschen Straßen, NDR 2 bleibt bei Staus ab 4km. Dass es rund um Usedom und auf der B105 bei Damgarten tlw. 45 Minuten Verzögerung gibt, taucht nur bei NDR 1 MV und bei der Ostseewelle auf. Die Ostseewelle übersieht dieses Mal die bekannte Baustelle bei Tribsees.
NDR2:

NDR1 MV:

Ostseewelle:

14.00 Uhr
Die Ostseewelle meldet eine Vollsperrung auf der B105 Mönchhagen-Stralsund und einen Unfall auf der B111 Wolgaste Brücke Richtung Bannemin, NDR 1 Radio MV nicht. Dafür hat der NDR 6km Stau auf der A20 am Kreuz Uecker-Randow Richtung Berlin im Programm. Gemeint ist vmtl. das Dreieck Uckermark in Nordostbrandenburg. Dieses Mal beschreibt die Ostseewelle auf sehr ausführlich wie die Baustelle Tribsees umfahren werden kann. Auf NDR 2 gibt es keine Meldungen für Mecklenburg-Vorpommern.
NDR2:

NDR1 MV:

Ostseewelle:

15.00 Uhr
Die A20 bei Tribsees entwickelt sich zu einem Problem. Laut Ostseewelle beträgt die Wartezeit 40 Minuten, NDR 1 MV meldet 70 Minuten aus Rostock und 20 Minuten aus Richtung Stralsund. NDR2 meldet nichts unter 4km, 40 bis 70 Minuten klingt aber nach mehr als 4km.
NDR2:

NDR1 MV:

Ostseewelle:

16.00 Uhr
Hurra, NDR2 meldet zum ersten Mal die Baustelle Tribsees und kurz darauf die Behinderungen auf der B105 Mönchhagen-Stralsund (erste Erwähnung bei der Ostseewelle um 14.00 Uhr). NDR 1 MV meldet Gegenstände auf der A20 in der Nähe der Raststätte Fuchsberg-Süd. Das melden die anderen Sender nicht.
NDR2:

NDR1 MV:

Ostseewelle:

Danach endet das Experiment. NDR2 ist als Begleitung in Mecklenburg-Vorpommern nur bedingt brauchbar, das ist natürlich der Größe des Sendegebietes geschuldet. Auf der anderen Seite sendet SWR3 minutenlange Verkehrsmeldungen für ein großes Sendegebiet. Das ist halt das „Leid“ einer sog. „Servicewelle“. NDR 1 MV sollte sich meiner Meinung nach noch weiter auf die wichtigen Bundesstraßen im Land konzentrieren. Im Vergleich zu den wenigen Autobahnen ist das Netz recht gut ausgebaut. Ob die Meldungen ausschließlich von der Polizei oder auch von Hörern kommen, müssen die Verantwortlichen selbst entscheiden, am Hörerzuspruch dürfte es nicht liegen (NDR 1 MV hat 481.000 Hörer, die Ostseewelle 387.000 – Quelle: reichweiten.de, Tagesreichweite, alle Altersstufen).

Verkehrsmeldungen für Mecklenburg-Vorpommern im Radio

Samstag, 12. August 2017. Über weiten Teilen Deutschlands liegen Wolken und es regnet bei Werten unter 20°C. Das und das Ende der Schulferien in einigen Bundesländern sorgt für viel Verkehr auf den Straßen. Allein in Norddeutschland gab es heute Vormittag einige Staus mit mehr als 10km Länge. So zu hören in den Verkehrsmeldungen im NDR (versehen mit dem Hinweis „Alle Staus ab xx Kilometer“). Bei der Vielzahl solcher Meldungen wundert es es mich natürlich kaum, dass Störungen aus Bundes- oder Landstraßen nicht genannt werden. Es wundert mich hingegen schon, dass der NDR den Reiseverkehr in den touristischen Hochburgen wie Rügen und Usedom nicht berücksichtigt. Hier zwei Hörbeispiele von heute Mittag kurz nach 13.00 Uhr:

NDR 2

Ostseewelle

So sah übrigens die Karte der Verkehrsmeldung auf ndr.de aus:
Die Verzögerungen rund um Rügen und Usedom finden bei NDR2 nicht statt. Und ich kann mir schon vorstellen, dass der Eine oder andere Autofahrer die NDR-Programme hört (vielleicht auch einfach nur um zu hören ob es in den anderen Bundesländern Staus gibt). Der Ehrenrettung halber habe ich vor wenigen Minuten die Verkehrsmeldungen von NDR 1 Radio MV angehört, hier das Ergebnis:

Der oftmals geschundene Privatfunk kann in einigen Bereichen offensichtlich doch mehr als die ARD. Und schade, dass der NDR sein DAB-Projekt “NDR Traffic” eingestellt hat (wobei in Vorpommern zumindest aktuell nicht viel bringen würde).