In Abständen von sechs Monaten werden in Deutschland die Radioeinschaltquoten veröffentlicht. Heute Morgen war es soweit, eine vollständige Übersicht gibt es hier, ich habe mir mal wieder ein paar Zahlen herausgesucht (in Klammern die Zahlen aus der MA II/2007):
Deutschlandweit
sunshine live: 72.000 (70.000 / + 2,3%)
Norddeutschland
NDR2: 583.000 (574.000 / +1,6%)
Schleswig-Holstein
R.SH: 249.000 (238.000 / + 4,3%)
delta radio: 52.000 (47.000 / + 10,9%)
Radio NORA: 59.000 (55.000 / + 6,9%)
Mecklenburg-Vorpommern
Antenne Mecklenburg-Vorpommern: 139.000 (144.000 / -3,0%)
Ostseewelle: 183.000 (179.000 / +2,5%)
Hamburg
Das NEUE alster radio – 106!8 rock’n pop: 78.000 (74.000 / +4.8%)
ENERGY Hamburg: 21.000 (22.000 / – 7,3%)
Klassik Radio Gebiet Hamburg: 12.000 (12.000 / -7,6%)
Oldie 95: 39.000 (40.000 / -1,9%)
Radio Hamburg: 214.000 (224.000 / -4,5%)
Niedersachsen
radio ffn: 484.000 (460.000 / + 5,3%)
Hitradio Antenne: 366.000 (301.000 / + 21,8%)
Radio 21: 75.000 (70.000 / + 6,9%)
Bremen
bremen eins: 110.000 (120.000 / – 8,8 %)
bremen vier: 74.000 (96.000 / – 22,1%)
ENERGY Bremen: 21.000 (23.000 / – 7,9 %)
Nordrhein-Westfalen
1 LIVE: 782.000 (760.000 / + 2,9%)
WDR2: 678.000 (717.000 / – 5,4 %)
Radio NRW: 1.398.000 (1.486.000 / – 6,0 %)
[Quelle: RMS Radio Marketing Service]
Meine 2 Cent: Ein Plus für sunshine live? Nunja, ich höre immer mal wieder rein, allerdings hauen weder die Musik noch der bescheidene Klang des Senders vom Hocker. Okay, ssl wäre ohne Internetanschluss und Musiksammlung sicher unter meinen Top 5-Sendern, allerdings sollten sich die Damen und Herren dort langsam mal etwas einfallen lassen. Grosses Kino hingegen sind die „sunshine live Classics“ am Samstagvormittag. Ziemlich unkonventionell gemachte Sendung (mit tlw. etwas längeren und wirren Moderationen aber gerade das macht den Reiz aus) und eine ganze Menge Musik die man eeewig nicht mehr gehört hat.
Der Ostseewelle kann ich an dieser Stelle nur gratulieren. Ihr (für deutsche Privatsender) sehr gut gemachtes Programm konnte sich wiederholt gegenüber dem Platzhirsch Antenne MV beaupten und die private Nummer 1 in Mecklenburg-Vorpommern bleiben. Auch im Freundes- und Bekanntenkreis stösst das Programm immer wieder auf positive Resonanz („Welchen Sender haben wir neulich bei Dir nochmal gehört“?). In Sachen Livestream hat sich seit der letzten MA auch etwas getan: Die Ostseewelle ist mittlerweile in 128 kB/s und Stereo zu hören.
Zum Radiomarkt in Niedersachsen muss man nicht viel sagen. Das Angebot ist – abgesehen von Sendern aus den Nachbar(bundes)ländern – so interessant wie meine linke Hosentasche. Warum diese in meinen Augen sehr flachen Claim-Maschinen mit Minirotation immer mehr Hörer ziehen, verstehe ich absolut nicht. Von mir aus können radio ffn und Hitradio Antenne durch die Ostseewelle ersetzt werden. Das Gleiche gilt eigentlich auch für Nordrhein-Westfalen. In kaum einer Region gibt es so wenig Auswahl wie im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands. Den Zuwachs von 1LIVE kann ich nicht nachvollziehen da man auch hier auf niedersächsischer Low Budget-Ebene arbeitet (abgesehen vom Abendprogramm, das ist im Gegensatz zum Dreck tagsüber manchmal durch sehr angenehm). Klar gibt es durch BFBS Radio 1, Campusradios und Einrichtungsfunk schon Abwechslung in NRW, die ist aber manchmal nur sehr lokal begrenzt. Im Sauerland möchte ich radiotechnisch jedenfalls nicht leben.
Fazit: Irgendwie haben wieder alle gewonnen – abgesehen von den Hörern denn die bekommen nach wie vor tagtäglich den gleichen Salat vorgesetzt. Wie sagte Peter Lustig immer so schön? „Kinder, Ihr könnt jetzt abschalten.“