Weltradiotag 2019

Kein anderes Medium hat mich so geprägt wie das Radio. Natürlich nutze ich auch neumodisches Zeug wie dieses Internet. Das ist nämlich ein sehr guter Weg Radiosender zu hören, auf die man ohne bis zum nächsten Urlaub oder bis zur nächsten Überreichweite warten musste.

Die Liebe zu diesem Medium habe ich entdeckt als ich etwa 5 Jahre alt war. Meine Eltern hörten zu der Zeit am Wochenende Bremen 1 und ärgerten sich über den schlechten Empfang. Mittels Schweißdrähte und Kaninchenschutzdraht habe ich wilde Konstruktionen gebaut und diese trugen zum verbesserten Empfang bei. Natürlich reiner Zufall da diese Bastelei nichts mit Antennentechnik zu tun hatte. Und so entdeckte ich neben Radio Bremen auch den WDR, BFBS und irgendwann die “Radio Hilversum”. Irgendwann bekam ich einen Tuner und eine 3-Elemente-Antenne geschenkt und der Wellenjäger war geboren. Irgendwann lernte ich dann auch Überreichweiten kennen und durch dieses Internet Anfang 2000 Leute, die das gleiche Hobby hatten

Ab der Grundschule wollte ich zum Radio. Mit meinen ersten Sendungen habe ich meine Eltern unterhalten und meine Mitschüler im Kunst-Unterricht genervt. Mal eben zum Radio war in der Provinz Osnabrück zu der Zeit aber undenkbar. Also Ausbildung, Zivildienst, noch eine Ausbildung und dann startete in Osnabrück der Offene Kanal. Dort traf ich auf Gleichgesinnte (also auch Leute, die über den Tellerrand hinaushörten) und wir starteten nach ein paar Jahren das hier oft erwähnte Internetprojekt. Der Rest meiner “Karriere” ist hier nachzulesen.

Heute am Weltradiotag ist mir bewusst geworden wie sehr sich dieses Medium verändert hat. Es ist unter dem Strich langweiliger und gleichgeschalteter geworden. Die mit vielen frischen Ideen gestarteten Privatstationen haben sich um die Jahrtausendwende leider zum Negativvorbild für die öffentlich-rechtlichen Stationen entwickelt. Dudelsuppe quer durch die Republik. Auch Programme aus den Niederlanden, die ich seit Ende der 1980er als das bessere Radioland empfinde, werden immer ähnlicher und austauschbarer (wobei sie im Längen kreativer sind als das was hier zu hören ist).

Das Radio ist aber noch lange nicht tot. An Aktualität und Bequemlichkeit ist dieses Medium nicht zu überbieten. Keine stundenlange Playlisterstellung, kein mühsames Zusammensuchen von Podcasts und aktuelle Infos zum Nebenbeihören. Damit wir uns richtig verstehen: Spotify und Youtube sind geniale Musiktools. Mehr aber auch nicht. Radio funktioniert offline, Radio funktioniert ohne Datenvolumen, Radio kann überraschen, Radio informiert in Echtzeit.

Ich wünsche mir, dass sich die Radiomacher landauf/landab wieder mehr trauen. Polarisiert, schlagt über die Stränge, traut Euch Dinge und bindet die Hörer. Das können Spotify & Co. nicht. Gibt es Programmverantwortliche die sich so etwas zutrauen? Dann meldet Euch.

10 Jahre kick!fm – Nachlese

Eine kleine aber feine Delegation fand sich am vergangenen Samstag zum 10jährigen Senderjubiläum in den heiligen Hallen von kick!fm ein. Es gab den einen oder anderen Rückblick, viel Musik und auch das eine oder andere Getränk.

All diejenigen, die am vergangen Samstag nicht reinhören konnten, haben hier nochmal die Möglichkeit:



10 Jahre kick!fm

Regelmäßige Leser haben aus meinem kleinen Bilderrätsel herauslesen können, dass es sich dabei um das wohl interessanteste Radio-Jubiläum des Jahres handelt: 10 Jahre kick!fm aka “Saftladen”.
Am kommenden Samstag (09.02.2019) jährt sich der Sendestart um 10. Mal und dieses Jubiläum wird On Air zelebriert. Zwischen 12.00 und 24.00 Uhr startet eine akustische Zeitreise in 10 Jahre Feaknacht, Clubbin, Bier im Mischpult, eingeschlafene Moderatoren, Flirts mit Nachtschwester Jenny, dazwischen aber auch ernste Momente wie beispielsweise die Live-Übertragung von der Love Parade in Duisburg. Mehr Infos natürlich auf www.kickfm.eu.

Luistercijfers November-Dezember 2018

Erwartungsgemäß war NPO Radio 2 in den letzten Luistercijfers 2018 Martkführer. Mit einem Marktanteil von 16,9% lag der Sender mehr als 6% vor Platz 2 und 1% höher als in den Cijfers 2017. Sky Radio konnte sich mit seinem Non Stop Weihnachtsmusik-Format bis auf Platz 3 vorarbeiten. NPO 3FM fällt weiter in der Hörergunst und erreicht nun einen Marktanteil von 2,5 % (und damit mehr als 9% weniger als Ende 2013).
Hier sind alle Zahlen:

01. NPO Radio 2: 16.9 % (11.2 %)
02. Radio 538: 10.4 % (11.4 %)
03. Sky Radio: 10.1 % (8.5 %)
04. Radio 10: 9.9 % (10.1 %)
05. Qmusic: 8.4 % (9.5 %)
06. NPO Radio 1: 6.7 % (7.6 %)
07. NPO Radio 5: 4.7 % (4.9 %)
08. Radio Veronica: 3.3 % (3.3 %)
09. 100% NL: 3.2 % (3.6 %)
10. NPO Radio 4: 2.4 % (2.7 %)
11. NPO 3FM: 2.3 % (2.5 %)
12. Classic FM: 1.3 % (1.4 %)
13. SLAM!: 1.2 % (1.6 %)
14. BNR Nieuwsradio: 0.7 % (0.8 %)
15. Sublime: 0.7 % (0.7 %)
[Quelle: radiofreak.nl]

Sendemasten in Zeewolde gesprengt

Eine knappe Woche nach Abschaltung des Mittelwellensenders in Zeewolde wurden heute Mittag die Sendemasten gesprengt. Die Masten sollten eigentlich schon um 11.00 Uhr gesprengt werden, die Sprengmeister brauchten aber fünf Anläufe bevor sie endgültig umfielen. Auf der Webseite vom Omroep Flevoland ist ein kurzer Bericht zu finden. Außerdem ist dort dieses Video verlinked:

Groot Nieuws Radio auf Mittelwelle abgeschaltet

Zum Jahreswechsel wurde der letzte große Mittelwellensender in Europa abgeschaltet. Abgschaltet ist nicht ganz richtig, seit dem Jahreswechsel ist eine Ansageschleife zu hören. Gemeint ist der Standort im niederländischen Zeewolde. Von hier aus wurde Groot Nieuws Radio auf 1008 kHz mit 200 kW (nachts 100 kW) verbreitet.


Die Sendeanlage ist reparaturbedürftig und wäre längst abgerissen worden wenn es nach dem Willen des Betreibers gegangen wäre. Groot Nieuws Radio konnte die Lizenz zweimal verlängern, jetzt steht einem Abriss nichts mehr im Wege. Und so wie ich die Niederländischer kenne, verschwinden die Antennen innerhalb der nächsten Wochen.

Gestern Abend habe ich die Ansageschleife aufgezeichnet. Indoor und mitten in einem Wohngebiet gibt es natürlich die entsprechenden Störungen:

Die Frequenz 1008 kHz wird vmtl. für Mini-Lizenzen freigegeben, Groo Nieuws Radio ist landesweit via DAB+ zu hören.