Luistercijfers Mai-Juni 2019

Mit ein paar Tagen Verspätung die neusten Luistercijfers aus den Niederlanden:

01. NPO Radio 2: 12.0 % (12.0 %)
02. Radio 538: 11.5 % (11.2 %)
03. Radio 10: 9.9 % (10.2 %)
04. Qmusic: 9.5 % (9.3 %)
05. Sky Radio: 8.3 % (8.5 %)
06. NPO Radio 1: 7.7 % (8.0 %)
07. NPO Radio 5: 4.4 % (4.6 %)
08. Radio Veronica: 3.5 % (3.6 %)
09. 100% NL: 3.4 % (2.9 %)
10. NPO 3FM: 2.7 % (2.6 %)
11. NPO Radio 4: 2.4 % (2.5 %)
12. SLAM!: 1.7 % (1.5 %)
13. Classic FM: 1.1 % (1.0 %)
14. BNR Nieuwsradio: 0.7 % (0.7 %)
15. Sublime: 0.7 % (0.7 %)
[Quelle: radiofreak.nl]

Verkehrsmeldungen für Mecklenburg-Vorpommern (27.07.2019)

Verkehrsmeldungen für das relativ dünnbesiedelte Mecklenburg-Vorpommern sind für den NDR offensichtlich immer noch ziemlich unwichtig. Den Eindruck erhält man zumindest, wenn man sich die Infos in den landesweiten Programmen anhört (explizit NDR2, der Sender wird ja an jeder Autobahn vorgeschlagen). Mecklenburg-Vorpommern hat sich zum Urlaubsland Nummer 1 entwickelt. Dementsprechend spricht man im Anschluss ziemlich sicher nochmal über dieses Thema. Natürlich gibt es TMC, Google Maps und andere Systeme. Die Möglichkeit sich offline am Frühstückstisch informieren zu können, ist in meinen Augen ein Muß.
Stau AutobahnWie schon 2018 und 2017 habe ich einen Tag lang die Verkehrsmeldungen von drei Radiostationen beobachtet. Ausgesucht habe ich mir das vermutlich spannendste Wochenende im Sommer 2019: Ferienbeginn in Bayern und Baden-Württemberg, gleichzeitig enden die Ferien in Berlin und Brandenburg, in NRW sind die ersten zwei Wochen vorbei. Beobachtet wurden NDR2 (mit dem Verkehrsservice für vier Bundesländer), NDR 1 MV und Ostseewelle mit Mecklenburg-Vorpommern als Sendegebiet.

10.00 Uhr
NDR2 meldet nichts für Mecklenburg-Vorpommern

NDR 1 MV meldet Tiere auf der A11 auf Brandenburger Gebiet vom Berliner Ring aus kommend

Auf der A20 gibt es laut Ostseewelle bereits jetzt pro Richtung 25 Minuten Verzögerung vor der Behelfsbrücke bei Triebsees, sowie Rückstaus auf dem Weg nach Warnemünde, Bergen und Usedom sowie bei dem Verlassen von Usedom. Alles typische Touristenstrecken.

11.00 Uhr
NDR2 meldet nichts für Mecklenburg-Vorpommern bis auf die lapidare Anmoderation dass jetzt wohl viele Leute auf dem Weg zur Küste bzw. zurück seien.

NDR 1 MV meldet einen Stau auf der A1 am Kreuz Lübeck. Macht Sinn, es gibt sicher Hörer die aus Mecklenburg-Vorpommern kommend nach Lübeck fahren.

Ostseewelle meldet auf der A20 vor Tribsees 50 Minuten Verzögerung in beide Richtungen sowie Rückstaus vor Warnemünde, Wolgast, Usedom-Stadt und Bergen auf Rügen (bis zu 30 Minuten).

12.00 Uhr
NDR2 meldet nur noch Staus ab 5km, aus Mecklenburg-Vorpommern ist abgesehen von einer Warnmeldung für die A24 (defekter Bus) nichts dabei.

NDR 1 MV
7km Stau auf der A20 vor Triebsees Richtung Westen, 5km Richtung Osten. Außerdem wird Usedom erwähnt.

Ostseewelle beginnt mit einem Feldbrand an der A20, erwähnt aber den defekten Bus auf der A24 nicht. Die Angaben für die Bundesstraßen um Rostock und im Raum Usedom decken sich in etwa mit denen von NDR 1 MV. Zusätzlich werden hier noch Verzögerungen auf der B196 vor Bergen und auf dem Weg nach Rügen gemeldet.

13.00 Uhr
NDR2 meldet nur noch Staus ab 6km, die A20 bei Triebsees wird aufgezählt.

NDR 1 MV meldet u.a. B105 Bentwisch Richtung Rövershagen 5km Stau, B109 Anklam Richtung Ziethen 4km Stau, B110 5km Stau Richtung Festland

Ostseewelle meldet ähnliche Staus mit anderen Zeiten, zusätzlich wieder Meldungen für Rügen.

14.00 Uhr
Auf NDR2 weiterhin Staus ab 6km, die A20 bei Triebsees Richtung Westen wird mit aufgezählt

NDR 1 MV meldet ebenfalls die 6km Richtung Westen sowie 4km Richtung Osten. Außerdem gibt es noch eine Meldung für die B109 und die B111.

Bei Ostseewelle gibt es für die A20 keine Kilometerangaben, dafür (wie schon fast den gesamten Tag lang) eine Umleitungsempfehlung. Außerdem wird ein weiterer Stau auf der A20 bei Straßburg (Uckermark) gemeldet, Verzögerungen auf den Bundesstraßen 96 (vor Rügen), 105, 110 sowie 196 (auf Rügen) gemeldet.

15.00 Uhr
Bei NDR2 gibt wieder nur Staus ab 6km Länge und keine Meldung aus Mecklenburg-Vorpommern

NDR 1 MV meldet für die A20 4km Stau vor Triebsees in beide Richtungen sowie B111 Pritzier Richtung Wolgast 5km Stau.

Laut Ostseewelle gibt es vor Triebsees Richtung Westen 40 Minuten und Richtung Osten 20 Minuten Verzögerung. Auf der B110 wird ein Unfall bei Neu Pastow gemeldet, eine Teilsperrung der B104 Pasewalk Richtung Polzow aufgrund eines Feldbrandes, sowie eine Verzögerung auf der B109 Anklam Richtung Murchin.

16.00 Uhr

NDR2 meldet Staus ab 5 km, keine Meldung für Mecklenburg Vorpommern.

NDR 1 MV meldet auf der A20 bei Triebsees 3km Stau Richtung Westen, Richtung Osten 4km sowie auf der B111 Pritzier Richtung Wolgast 3km Stau.

Ostseewelle meldet ebenfalls Staus in beiden Richtungen auf der A20 bei Triebsees, allerdings ist hier die Wartezeit/Verzögerung doppelt so lang als bei NDR 1 MV. Wartezeiten, Echtzeitmessung oder alle ähnlichen Formulierungen sind in meinen Augen übrigens der größte Mist den das Radio in den letzten Jahren für sich entdeckt hat. Dann lieber eine Kilometerzahl. Desweiteren Meldungen für die B109 (Sperrung in Hindenburg bei Templin aufgrund eienes Rettungseinsatzes) und die B197 (Unfall Nähe Autobahnabfahrt bei Glienke).

17.00 Uhr
NDR 2 hat Meldungen für Bundesstraßen im Programm, allerdings nicht für Mecklenburg-Vorpommern.

NDR 1 MV hat nur die B111 Pritzier Richtung Wolgast mit 4km Stau im Programm.

Ostseewelle meldet nicht unerhebliche Verzögerungen auf der A20 bei Triebsees, den Unfall auf der B197 Nähe Glienke sowie liegengebliebene Fahrzeuge in Grevesmühlen und Parchim.

18.00 Uhr
NDR2 beginnt die Verkehrsmeldungen mit einer Warnung für die B192 Höhe Büschow (stark verschmutzte Fahrbahn). Es folgen dann neben den Meldungen für die großen Autobahnen und Infos über Probleme auf Bundesstraßen in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, kein Wort über Mecklenburg-Vorpommern.

NDR 1 MV beginnt mit Warnmeldungen für die B105 (Gegenstände auf der Fahrbahn zwischen Altheide und Ribnitz-Damgarten) und für die B192 (verschmutzte Fahrbahn, wie NDR2). Dazu noch Meldungen für die Wolgaster Landstraße in Greifswald (ungesicherte Unfallstelle) und die B109 (Pritzier Richtung Wolgast).

Ostseewelle beginnt mit der A20-Baustelle Triebsees (20 Minuten Verzögerung in beide Richtungen), es folgen Meldungen für die B111 (Trassenheide Richtung Wolgast, Rückreise von Usedom), die B192 (Büschow, Getreide auf der Fahrbahn), für Grevesmühlen und Greifswald (wie bei NDR 1 MV) sowie zusätzliche Behinderungen. Keine Warnung für die B105.

Bei dieser Untersuchung wurden nur die Meldungen zur vollen Stunde berücksichtigt. Was in der Zwischenzeit (z.B. um Halb) gelaufen ist, lässt sich im Nachhinein schwer nachvollziehen. Lediglich von Ostseewelle liegt ein Komplettmitschnitt vor, NDR 1 MV und NDR2 wurden nur zur vollen Stunde geripped.

Wieder einmal zeigt sich, dass die Meldungen bei Ostseewelle detaillierter sind als bei NDR2 und vor allem bei NDR 1 MV. Davor hat u.a. Antenne MV einen großen Respekt wie ich in einem persönlichen Gespräch erfahren durfte. Gerade als öffentlich-rechtlicher Landessender ist für NDR 1 MV eine Berücksichtigung der Bundesstraßen in den Verkehrsmeldungen meiner Meinung nach sehr wichtig. Vielleicht liegt es aber einfach auch am besseren Netzwerk der Ostseewelle, dass hier Meldungen von Bundesstraßen so viel Platz im Programm haben. Für mich bleibt der Sender jedenfalls die bessere Wahl bei Verkehrsmeldungen. Dieser Artikel wird ganz sicher nicht der letzte zu dem Thema sein.

Die Angaben bzgl. Radarkontrollen habe ich übrigens nicht verglichen. Sie sind in den Mitschnitten zu hören, wer Lust und Zeit hat, kann sich gern auslassen. Und bei der nächsten Stichprobe werde ich Antenne MV hinzunehmen.

Einschaltquoten der NRW-Lokalsender (E.M.A. NRW 2019 II)

Mit ein paar Tagen Verspätung sind hier nun auch die Einschaltquoten der Lokalsender in Nordrhein-Westfalen:

Radio Bielefeld: 52,8 %
Radio Herford: 51,1%
Radio Westfalica: “fast jeder Zweite”
Radio WAF: 48,8%
Radio Gütersloh: 47,5%
Radio Kiepenkerl: 45%
Radio Hagen: 44%
Radio RSG: 43%
Radio Hochstift: 42,2%
Radio WMW: 41,9%
Radio MK: 41%
Radio Lippe: 37,7%
Rdio Herne: 36%
Radio Bonn/Rhein-Sieg: 34,8%
Radio RST: 32,0%
ANtenne Münster: 31,2 %
Radio Bochum: 30%
Radio Sauerland: 30%
Radio Essen: 28%
Radio Oberhausen: 28%
Radio Duisburg: 24%
Radio Emscher-Lippe: 24%
Radio Vest: 24%
Radio K.W.: 24%
Radio Mühlheim: 22%
Radio Radio Ennepe Ruhr: 13%
Bei den fehlenden Stationen konnte ich weder auf der Homepage des Senders, noch auf der Seite des jeweiligen Werbevermarkters aktuelle Zahlen finden

ma Audio 2019 II

Wieder einmal wurde ein großes Zahlenwerk über die Radiohör-Gewohnheiten in Deutschland veröffentlicht. Und wieder einmal wurde die Untersuchungsmethode so verändert, dass eigentlich kein 1:1-Vergleich zur vorherigen Untersuchung möglich ist.

Was ist neu?
Die DAB+-Nutzung wurde in der ma Audio 2019 II erstmals ausgewiesen. Daher tauchen auch in den deutschlandweiten Zahlen neue Radiostationen auf. DAB+ wird täglich von rund 3,7 Millionen Hörern genutzt.
Hier wieder ein paar ausgewählte Zahlen (Kontakte pro Stunde):

Deutschlandweit
Absolut Radio: 57.000 (45.000 / +26,7%)
ENERGY National: 250.000 (-)
JAM FM: 56.000 (67.000 / -16,4%)
Klassik Radio: 259.000 (254.000 / +2,0%)
Radio Paloma: 106.000 (110.000 / -3,6%)
Radio Schlagerparadies: 128.000 (89.000 / +43,8%)
RTL RADIO: 136.000 (109.000 / +24,8%)
Schwarzwaldradio: 20.000 (-)
sunshine live: 117.000 (94.000 / +24,5%)
DAB+ Radiokombi Deutschland: 209.000 (142.000 / +47,2%)

Norddeutschland
NDR 2: 807.000 (808.000 / -0,1%)

Schleswig-Holstein
R.SH: 280.000 (235.000 / +19,1%)
delta radio: 67.000 (48.000 / +33,6%)
Radio BOB! rockt Schleswig-Holstein: 49.000 (49.000 / +0,0%)

Mecklenburg-Vorpommern
ANTENNE MV: 97.000 (104.000 / -6,7%)
Ostseewelle HIT-RADIO MV: 150.000 (136.000 / +10,3%)

Hamburg
ENERGY Hamburg: 25.000 (34.000 / -26,5%)
ROCK ANTENNE Hamburg: 51.000 (63.000 / -19,0%)
HAMBURG ZWEI: 27.000 (21.000 / +28,6%)
Radio Hamburg: 251.000 (236.000 / +6,4%)

Niedersachsen
radio ffn: 461.000 (432.000 / +6,7%)
Antenne Niedersachsen: 346.000 (316.000 / +9,5%)
RADIO 21: 117.000 (116.000 / +0,9%)

Bremen
Bremen Eins: 116.000 (87.000 / +33,3%)
Bremen Vier: 79.000 (82.000 / -3,7%)
Bremen NEXT: 41.000 (27.000 / +51,9%)
ENERGY Bremen: 39.000 (40.000 / -2,5%)

Nordrhein-Westfalen
1LIVE: 855.000 (818.000 / +4,5%)
WDR 2: 1.092.000 (1.046.000 / +4,4%)
radio NRW: 1.594.000 (1.603.000 / -0,6%)
100’5 DAS HITRADIO: 32.000 (33.000 / -3,0%)

Berlin-Brandenburg
radioeins: 112.000 (105.000 / +6,7%)
Antenne Brandenburg: 149.000 (177.000 / -15,8%)
Fritz: 82.000 (77.000 / +6,5%)
Inforadio: 58.000 (61.000 / -4,9%)
rbb 88,8: 112.000 (86.000 / +30,2%)
94,3 rs2: 105.000 (93.000 / +12,9%)
98,8 KISS FM: 60.000 (62.000 / -3,2%)
100,6 FluxFM: 26.000 (25.000 / +4,0%)
104,6 RTL: 130.000 (139.000 / -6,5%)
105’5 Spreeradio: 85.000 (79.000 / +7,6%)
BB RADIO: 126.000 (105.000 / +20,0%)
Berliner Rundfunk 91.4: 150.000 (146.000 / +2,7%)
ENERGY Berlin: 51.000 (62.000 / -17,7%)
JAM FM Berlin: 36.000 (52.000 / -26,9%)
Klassik Radio Gebiet Berlin: 47.000 (46.000 / +2,2%)
radio B2: 102.000 (96.000 / +6,3%)
Radio Cottbus: 16.000 (15.000 / +6,7%)
Radio Paradiso: 38.000 (32.000 / +18,8%)
Radio Cottbus: 5.000 (-)
Radio TEDDY: 57.000 (41.000 / +30,2%)
Star FM 87.9: 65.000 (62.000 / +4,8%)
[Quelle: reichweiten.de]

Digitalradio in Niedersachsen

Seit einigen Tagen laufen in Sachen “Digitalradio in Niedersachsen” die Gemüter heiss. In vielen DAB-Befürworter-Gruppen werden die allerschlimmsten Szenarien an die Wand gemalt. Ist es wirklich so schlimm? Dieser Beitrag hilft vielleich ein paar Fakten zu transportieren.
Ist-Situation
Für diejenigen, die von Niedersachen bishher nur im Halbschlaf in der Schule gehört haben: in Niedersachsen gibt es den Norddeutschen Rundfunk mit seinen fünf Programmen. Bei NDR1-3 ist eine UKW-Vollversorgung gegeben, NDR4 (NDR Info) und NDR5 (N-Joy) müssen sich teilweise mit lückenhaften UKW-Ketten abfinden. Dazu gibt es noch ffn (Sendestart Ende 1986), Antenne Niedersachsen (Sendestart Mai 1990) und Radio 21 (Sendestart 2000). Seit Ende 2013 gibt es in einigen Regionen zusätzlich kommerziellen Lokalfunk. Last But Not Least sind seit den 1990ern nichtkommerzielle Lokalsender (NKLs) auf Sendung. Der NDR arbeitet langsam aber konsequent an der Aufschaltung seiner Programme auf DAB+, die Privaten haben offensichtlich kein Interesse daran in Niedersachsen eine DAB+-Struktur aufzubauen. Bei ffn und Antenne Niedersachsen ist es prinzipiell nicht erforderlich, beide verfügen jewels über ein leistungsstarkes UKW-Netz mit dem sie Niedersachsen technisch erreichen. Radio 21 arbeitet derzeit mit vergleichweise leistungsschwachen Sendern in Ballungsräumenn, viele dieser Sender sind nicht/schlecht synchronisiert und mobil kein Hörgenuß. Die NLKs und vor allem die kommerziellen Privatsender begnügen sich mit Resten und Lücken.
Antrag im Landtag
Alles in allem ist die Radiolandschaft in Niedersachen langweilig. Funktionierendes mobiles Internet für das Radiohören unterwegs wäre eine Idee dem gefühlt gleicheschaltetem Radio zu entkommen. Und genau das möchte die FDP Landtag mit ihrem “Antrag für eine digitale Radiozukunft” auf die Reise bringen. Dort fordert die Fraktion das Landeparlament zu folgenden Schritten auf:

1. sich konsequent zusammen mit dem Bund, anderen Ländern sowie den privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern für einen marktgerechten Übergang in eine digitale Radiozukunft einzusetzen und ein klares, abgestimmtes Konzept zu erarbeiten
2. sich gegen ein UKW-Abschaltdatum auszusprechen
3. die Förderung der Verbreitung von DAB+ durch den Rundfunkbeitrag zu beenden
4. die Radiointeroperabilität technologieneutral auszugestalten
5. den Ausbau von schnellem Internet in der Fläche so voranzutreiben, dass auch die Nutzung von Radio via Internet rasch flächendeckend die Realität in Niedersachsen wird. Zur Partizipation des Hörfunks an 5G müssen die für die Radioverbreitung über 5G notwendigen Frequenzspektren dem Rundfunk zur Verfügung gestellt werden
6. die lokale, regionale und landesweite Radiovielfalt durch Zugang und Auffindbarkeit auf Plattformen sicherzustellen

Hier gibt es einen Videomitschnitt der Aussprache zu diesem Thema. Wer keine Lust auf diese Diskussion hat, kann hier die wichtgsten Statements nachlesen hat hier die Möglichkeit die rudimentären Standpunkte nachzulesen:

Stefan Birkner, (Jahrgang 1973), FDP
– Radio digital über Internet
– kein UKW-Abschaltdatum, Weiternutzung da bewährt
– 92% der Hörer empfangen ihre Programme über UKW
– DAB(+) hat sich seit 20 Jahren nicht bewährt
– Verabschiedung der Förderung von DAB+ über die Rundfunkbeiträge da teure und nicht zielführende Übergangstechnologie
– digitaler Radioempfang erfolgt derzeit über Smartphones und Smartspeaker
– bei den Öffentlich-Rechtlichen ist die Einführung von DAB+ Dank Rundfunkbeiträge ein recht einfacher Weg, für die privaten Sender ist es eine große Herausforderung (Parallelfinanzierung von zwei Technologien), eine Refinanzierung ist nicht gewährleistet (Gefährdung der Vielfalt in Niedersachen)
– Einsetzung für den 5G-Standard

Dr. Alexander Saipa, (Jahrgang 1976), SPD
– Radio wird überwiegend über UKW gehört
– die Technolgie (DAB +) konnte sich bisher bei uns (VerbraucherInnen in Deutschland) nicht durchsetzen
– das (technisch überlegene) Digitalradio hat bis heute einen schweren Stand, 6% hören vorwiegend über DAB+
– für fast 70% der Nutzer ist UKW die Hauptempfangsart
– das Internetradio ist mit knapp 10% verbreiteter als DAB+

Es gab noch Meldungen von der CDU, den Grünen und der AfD, im Anschluss wurde der “Antrag für eine digitale Radiozukunft” einstimmig angenommen.
Was bedeutet diese Entscheidung nun?
Meiner Meinung nach nichts, da es in Niedersachsen nur das bundesweite Paket auf 5C und die NDR-Pakte gibt. Die NLM als Niedersächsische Landesbehörder fördert meines Wissens kein Digitalradio. Sie war lediglich an einem Modellversuch der TU Braunschweig beteiligt, in dem die Regionalisierung von Gleichwellennetzen untersucht wurde. Es zieht sich also kein Privatsender aus DAB+ in Niedersachsen zurück da hier niemand sendet. Gerüchteweise gab/gibt es Budgets zur Förderung des DAB-Ausbaus seitens der NLM, diese werden vermutlich nun gestrichen sofern sie vorhanden sind.

Sturm im Wasserglas?
In zahlreichen Pro-DAB-Gruppen und -Foren waren Aufregung und Aufschrei sehr groß, Privatradioveranstalter und -verbände lobten hingegen die Entscheidung. Für den durchschnittlichen Radionutzer selbst hat sich nichts geändert und es wird auch vermutlich noch dauern bis sich etwas ändert. Seine Lieblingsprogramme bleiben sowohl via UKW als auch via DAB auf Sendung.

Visionen für die Zukunft
Radio via Internet ist in meinen Augen eine geniale Erfindung – sofern man eine stabile Empfangsleitungen und großzügig bemessene Streamserver besitzt. Würden alle terrestrischen Radionutzer gleichzeitig das Internet nutzen wollen, bricht es mit großer Wahrscheinlichkeit zusammen. Zusätzlich ist Bau und Betrieb von webbasierten Diensten mit hohem Aufwand verbunden (gerade im mobilen Bereich und speziell bei 5G wo Sendermasten mit 1km Abstand errichtet werden müssen). Klassischer Rundfunk – in welchem Wellenbereich auch immer – ist da wesentlich unkomplizierter, da es keine direkte Leitung zwischen Sender und Empfänger gibt.

DAB+ hält langsam aber kontinuierlich Einzug in Niedersachsen. Das beobachte ich in meinem lokalen Umfeld. Ich hoffe, dass sich kleine/lokale/regionale Anbieter zusammensetzen und eigene Pakete ohne Förderung der NLM auf die Beine stellen. Vielleicht gelingt ja sogar eine Kooperation mit dem NDR, in Hessen hat das ja auch mal eine Zeit lang funktioniert.

Luistercijfers April-Mai 2019

Die Top 3 der niederländischen Radiosender bleibt im Zeitraum April-Mai 2019 stabil. Interessant finde ich, dass sich NPO Radio 5 weiter nach Oben schieben kann. Hier alle Zahlen:

01. NPO Radio 2: 12.0 % (12.2 %)
02. Radio 538: 11.2 % (10.7 %)
03. Radio 10: 10.2 % (10.4 %)
04. Qmusic: 9.3 % (9.2 %)
05. Sky Radio: 8.5 % (8.3 %)
06. NPO Radio 1: 8.0 % (7.9 %)
07. NPO Radio 5: 4.6 % (4.3 %)
08. Radio Veronica: 3.6 % (3.3 %)
09. 100% NL: 2.9 % (3.0 %)
10. NPO 3FM: 2.6 % (2.4 %)
11. NPO Radio 4: 2.5 % (2.5 %)
12. SLAM!: 1.5 % (1.4 %)
13. Classic FM: 1.0 % (1.1 %)
14. Sublime: 0.7 % (0.8 %)
15. BNR Nieuwsradio: 0.7 % (0.7 %)
[Quelle: radiofreak.nl]

Wer sich in eine Zeitmaschine begeben möchte, kann sich hier die Zahlen von vor 10 Jahren anschauen. Seinerzeit gab es noch mehr an der Untersuchung teilnehmende Sender.

ma 2019 IP Audio II

Bei der Webradio-Nutzung ist der durchschnittliche Deutsche wenig experimentierfreudig. Die Top 20 bestehen auch in diesem Erfassungszeitraum aus den “Global Playern” (wobei “global” in diesem Fall nichts mit Ländern außerhalb Deutschlands zu tun haben). Hier die Top 20:

SWR3: 9.570.191 (8.911.839)
ANTENNE BAYERN: 8.425.803 (7.692.979)
1LIVE: 7.986.207 (7.376.638)
WDR 2: 7.438.503 (6.817.786)
NDR 2: 6.852.020 (6.210.098)
BAYERN 3: 4.646.633 (4.182.018)
Bayern 1: 4.634.293 (4.173.023)
Deutschlandfunk: 4.254.149 (4.010.359)
HIT RADIO FFH: 4.091.204 (4.128.543)
WDR 4: 3.685.671 (3.160.604)
ROCK ANTENNE: 3.060.657 (2.747.225)
NDR 1 Niedersachsen: 2.774.871 (2.390.808)
RADIO PALOMA: 2.678.096 (2.557.053)
N-JOY: 2.661.097 (2.375.498)
SWR 1 BW: 2.620.445 (2.900.154)
radioeins: 2.615.232 (2.413.041)
hr3: 2.271.431 (2.129.749)
radio ffn: 1.885.154 (1.917.203)
WDR 5: 1.777.189 (1.666.445)
Radio Hamburg: 1.600.366 (1.450.872)
ma IP Audio II
Die Ostseewelle ist mit 1.235.095 Sessions (1.114.670) nach wie vor der meistgehörteste Privatsender aus den neuen Bundesländern. Nach eigenen Angaben profitiert der Sender davon, dass Mecklenburg-Vorpommern das beliebteste Urlaubs-Bundesland ist. Das bestätigte mir kürzlich Antje Kagel (Assistentin Geschäftsführung Ostseewelle), die Urlauber nehmen “ihren Sender” einfach mit nach Hause. Nachvollziehbar, Ostseewelle hören ist zumindest für mich ein wenig wie Urlaub.

Hier noch ein zusätzliche Zahlen:
Bremen NEXT: 302.508
Radio Nordseewelle: 182.528 (157.293)
Radio Hannover: 138.268 (127.768)
Radio 38: 93.082 (83.184)

Die durchschnittliche Hördauer liegt bei 51 Minuten und 32 Sekunden (48′ 17″), Spotify kommt auf 105.556.725 Sessions (119.066.895). Quelle: rms.de

Luistercijfers März-April 2019

Change Is Coming: Radio 10 ist tatsächlich auf dem Weg die Nummer 2 zu werden. Noch befindet sich Radio 538 auf Platz 2, der Vorsprung beträgt aber nur noch 0,3%. Sollte das nun doch der Ekdom-Effekt sein?
Weniger gut sieht es für NPO 3FM aus. Der Sender befindet sich nun erstmals hinter dem Klassiksender NPO Radio 4 und ist damit der schwächste NPO-Sender. Seit Monaten fordern immer wieder Hörer, dass NPO 3FM auf UKW durch Radio 5 ersetzt wird. Einen Versuch wäre es meiner Meinung nach wert.

Hier alle Zahlen:
01. NPO Radio 2: 12.2 % (12.4 %)
02. Radio 538: 10.7 % (10.6 %)
03. Radio 10: 10.4 % (10.1 %)
04. Qmusic: 9.2 % (9.2 %)
05. Sky Radio: 8.3 % (8.5 %)
06. NPO Radio 1: 7.9 % (7.7 %)
07. NPO Radio 5: 4.3 % (4.4 %)
08. Radio Veronica: 3.3 % (3.3 %)
09. 100% NL: 3.0 % (3.4 %)
10. NPO Radio 4: 2.5 % (2.4 %)
11. NPO 3FM: 2.4 % (2.8 %)
12. SLAM!: 1.4 % (1.4 %)
13. Classic FM: 1.1 % (1.3 %)
14. Sublime: 0.8 % (0.8 %)
15. BNR Nieuwsradio: 0.7 % (0.7 %)
[Quelle: radiofreak.nl]

Neue UKW-Frequenz für Osnabrück

Im gestrigen Frequenzupdate der Bundesnetzagentur wird eine neue UKW-Frequenz für Osnabrück gelistet. Konkret handelt es sich um die 107,6 MHz. Diese soll mit 630 Watt vom Fernmeldeturm Widukindland im Nordosten der Stadt verbreitet werden.
Hauptstrahlrichtung soll Nordwesten werden, der Sender wird also die Stadt Osnabrück versorgen. In Richtung Südosten und Südwesten wird nur mit wenig Sendeleistung gearbeitet. Hier müssen bereits existierende Sendestandorte wie Oelde, Bad Oeyhnausen und Coesfeld geschützt werden. Die 107,6 wäre zugleich die Frequenz mit der höchsten Sendeleistung am Standort Osnabrück-Widukindland.

Abgesehen davon, dass diese Frequenz bestenfalls ein Behelf im bereits sehr vollen UKW-Band ist, sehe ich derzeit noch keinen Programmanbieter für die 107,6. Einzig und allein eine Frequenzumkoordinierung bereits bestehender Frequenzen und die Nutzung der 107,6 als Ersatz könnte Sinn ergeben. Es wird aber ein Provisorium bleiben, da bei Überreichweiten im Zielgebiet Störungen durch die Standort Cuxhaven und Hohes Lohr (Hessen) auftreten können und werden. Zusätzlich ist Radio Gütersloh auf 107,5 MHz seit Jahren im Zielgebiet auch ohne großen Aufwand mit gutem Signal zu empfangen.

Radio 90.vier ab Mai via Digitalradio

Ab Anfang Mai ist der kommerzielle Lokalsender Radio 90.vier aus Delmenhorst über einen zusätzlichen Verbreitungsweg zu empfangen. Er geht im Bremer Digitalradio-Paket auf Sendung. Das berichtet u.a. radioWOCHE.de. Durch diese zusätzliche Frequenz vergrößert der Anfang 2019 gestartete Sender sein Verbreitungsgebiet um ein Vielfaches.
Bisher ist der Sender aus Ganderkesee auf 90,4 MHz mit 1,0 kW auf Sendung. Das private DAB+-Paket aus Bremen arbeitet in Bremen-Walle mit 2,0 kW und zusätzlich in Schiffdorf bei Bremerhaven mit 0,5 kW. Mit dieser Aufschaltung ist Radio 90.vier nach Radio Nordseewelle der zweite private Lokalsender, der über den Umweg Bremen digital verbreitet wird.

Es ist für mich ein Rätsel warum die Niedersächsische Landesmedienanstalt NLM nichts in Sachen Aufschaltung kommerzieller DAB+-Pakete unternimmt. Auch in Niedersachsen hält das Digitalradio Einzug und wird von Hörern wahrgenommen. Lustigerweise mischt ffn im Bremer Privatpaket mit.

Hier die aktuelle Aufstellung aller Programme im kommerziellen DAB+-Paket aus Bremen:

– ENERGY BREMEN
– Rado Nordseewelle
– RadioB2 SCHLAGER
– ffn Bremen/Oldenburg
– Radio Roland