Norwegen: Hörerverluste durch UKW-Abschaltung

Im Januar diesen Jahres wurden in Norwegen die ersten UKW-Sender zugunsten des Nachfolgesystems DAB+ abgeschaltet. Bis Ende des Jahres soll es auf UKW nur noch Regionalsender geben, die landesweiten Ketten (u.a. die des öffentlich-rechtlichen NRK) gibt es dann nur noch via DAB+.
Ein sehr kühner Plan der offensichtlich an den Hörern vorbei gemacht wurde. Seit der Abschaltung haben sich die Einschaltquoten der UKW-Programme wie folgt verändert:
Bei den DAB-Programmen gab es jeweils leiche Zuwächse:
Insgesamt ist die Radionutzung öffentlich-rechtlich und privat seit dem Switch von UKW zu DAB+ um 5,4% gesunken. Die nächste große UKW-Abschaltung steht am 20.09.2017 bevor: an diesem Tage werden die UKW-Sender im Raum Oslo abgeschaltet. Auch diese Abschaltung wird sich vmtl. stark auf die Einschaltquoten der norwegischen Radiostationen auswirken.

Wohin die Hörer abgewandert sind geht aus dem Artikel nicht hervor. Mich wundert das Verhalten der Norweger schon da ich gerade Skandinavien für ein offenes und modernes Land halte. Wenn aber dort die Umstellung zu DAB+ nicht funktioniert, sehe ich schwarz für Deutschland. Und ich sehe schon die ersten Stationen, die sich nach langem Hin-und-Her wieder aus dem Digitalradio zurückziehen.

Neue UKW-Frequenz für den Raum Melle

Anfang April hat die NLM ein UKW-Sendegebiet im Ostkreis Osnabrück/Altkreis Melle ausgeschrieben. Frequenz und Standort mussten die Bewerber selbst vorschlagen. Die Ausschreibefrist ist mittlerweile verstichen, die Homepage der NLM hüllt sich – wie so oft – in Schweigen über die eingegangenen Bewerbungen. Aufgrund des zu versorgenden Gebietes dürfte die Anzahl der Bewerber aber sehr übersichtlich sein.

Vor einigen Wochen tauchte in der Datenbank der Bundesnetzagentur eine neue Frequenz für genau dieses Gebiet auf. Koordiniert ist die Frequenz 88,2 MHz, gesendet werden soll vom ehemaligen Fernsehfüllsender in Melle-Oldendorf. Ich war im vergangenen Jahr dort und habe Fotos angefertigt.
Derzeit wird der Standort nur für Mobilfunk genutzt. Die Sendeleistung soll 250 Watt betragen, in diese Richtungen wird mit voller Sendeleistung gearbeitet:
Frequenz und Standort sind alles andere als günstig gewählt. Der grösste Ort im Verbreitungsgebiet ist die Stadt Melle. Diese liegt aber aus Oldendorf gesehen hinter einem Berg:
Für gute Empfänger vmtl. kein Problem, die Distanz bis zur Stadtmitte beträgt etwa vier Kilometer. Schlechte Empfänger im heimischen Störnebel werden aufgrund der Sendeleistung vmtl. Probleme bekommen. Auf gleicher Frequenz sendet Radio Kiepenkerl aus Lüdinghausen, der Sender kommt in Oldendorf nur schwach an. Problematischer sind da Radio Hochstift auf 88,1 und das Nordwestradio auf 88,3. Beide Sender sind im Verbreitungsgebiet je nach Standort mit RDS zu emfangen. Radio Hochstift ist sehr weit hergeholt und wird vmtl. keine Relevanz im Ostkreis von Osnabrück haben. In dem Gebiet werden andere NRW-Lokalsender gehört. Von der Skala verschwinden wird hingegen das Nordwestradio bzw. künftig wieder Bremen 2. Ich kann nicht einschätzen ob und wie häufig der Sender im Ostkreis Osnabrück gehört wird, durch eine Aufschaltung der 88,2 in Oldendorf geht das Programm jedoch verloren.

Mir fällt keine „richtig gute“ Lösung für diesen Bereich ein. Allerdings hätte ich einen anderen Standort und vor allem eine andere Frequenz gewählt.

Ems-Vechte-Welle testet in Papenburg

Seit einigen Tagen ist laut UKW/TV-Forum eine Testsendung der Ems-Vechte-Welle im Raum Papenburg auf Sendung. Gesendet wird auf 89,5 MHz, die Sendeleistung beträgt laut Forum 0,5 kW (zumindest ist sie für Papenburg mit dieser Leistung koordiniert. Hier gibt es zwei kurze Mitschnitte der Testansage:

Welchen Hintergrund dieser Test hat ist nicht bekannt. Für Papenburg wird seit Jahren die Frequenz 99,3 MHz empfohlen. Dieser Sender steht jedoch etwa 50km südöstlich in Molbergen bei Cloppenburg. Trotz der Antennenhöhe ist der Empfang in Papenburg selbst alles andere als sehr gut. Entweder versucht man durch die 89,5 Versorgungslücken im nördlichen Emsland zu füllen oder die 99,3 wird einem anderen Anbieter zugeteilt. Ich vermute hier tatsächlich eine Überraschung und das wird auch sicher nicht die letzte in Niedersachsen sein.

Ursprünglich gehörte die Frequenz 99,3 MHz zum Offenen Kanal Cloppenburg. Dieser Sender stellte jedoch etwa zwei Jahre nach Sendestart im Sommer 1999 seinen Sendebetrieb ein. Die Ems-Vechte-Welle durfte die Frequenz übernehmen und sendet seither aus Molbergen. Aufgrund der Höhe der Sendeantenne ist die 99,3 trotz der relativ geringen Sendeleistung von 1,0 kW recht weit zu empfangen.