Reichweiten Lokalsender in Niedersachsen 2016

Die kompletten Zahlen werden zwar erst in etwa zwei Wochen veröffentlicht aber das was die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) in der vergangenen Woche vorab zur Reichweite der Lokalsender veröffentlicht hat ist bereits sehr interessant.

Aber der Reihe nach: alle fünf Jahre veröffentlicht die NLM eine Reichweitenstudie zu den Lokalsendern in Niedersachsen. 1999, 2006 und 2011 wurden Zahlen über die Akzeptanz der Offenen Kanäle und Nichtkommerziellen Lokalsender (NKLs) publiziert. Seit 2013 sind kommerzielle Lokalsender auf Sendung und diese wurden bei der aktuellen Untersuchung zum ersten Mal berücksichtigt. Und gerade diese Zahlen sind interessant: mit ziemlich viel Aggressivität war/ist beispielsweise Radio Osnabrück unterwegs. Schrieb man im Netz etwas Negatives, meldete sich ziemlich zeitnah jemand und drohte mit rechtlichen Schritten. Einigen Radioforenuser wurde beispielsweise untersagt zu behaupten, dass Radio Osnabrück Facebook-Likes gekauft hat. Hasepost.de hat die FB-Likes etwa ein halbes Jahr nach Sendestart analysiert und kam zu diesem Ergebnis. Einige Tage später war das analysierte FB-Profil verschwunden, es gab eine neue Seite und dort scheinen die Likes halbwegs der Realität entsprechen. Ich bezweifele zwar, dass ein solches Auftreten irgendwas mit den Hörerzahlen zu tun hat, es lässt aber abschätzen wo offensichtlich die Prioritäten liegen. Beim Programm wohl eher nicht, der Sender wird kaum gehört und belegt den letzten Platz im landesweiten Ranking. Hier die Zahlen der Privatsender (Hörer gestern):

1.) Radio Nordseewelle: 13,7 %
2.) Radio Nienburg-Mittelweser: 11,1%
3.) Radio 38: 7,2 %
4.) Radio Hannover: 5,7 %
5.) Radio Osnabrück: 2,6 %

Die Pole Position für Radio Nordseewelle ist meiner Meinung nach kein Wunder da das Programm authentisch gemacht auf die Antenne geschickt wird. Auf Platz 2 habe ich eigentlich Radio Hannover gesehen, vielleicht schreckt die sperrige Verpackung ab. „Schlechte Frequenzen“ lasse ich in diesem Fall nicht gelten, da vmtl. alle Frequenzen (bis auf die 100,3 MHz von Radio 38) eher Behelf sind. DAB+ wäre ein Ausweg aber das ist ein anderes Thema. Ansonsten spiegelte das Ranking m. E sehr gut das Engagement hinter dem jeweiligen Projekt wider. Und ganz ehrlich: ich kenne nur eine Person, die gelegentlich Radio Osnabrück hört (und das ist jemand der sich etwas tiefgründiger mit dem Thema „Radio“ beschäftigt). Ergo: eine „dicke Hose“ ist nicht unbedingt hilfreich, Ideen und Umgangsformen sind eher angesagt.

Kommen wir zu den NKLs in Niedersachsen: diese haben in einigen Gebieten (Osnabrück, Ostfriesland, Hannover und Braunschweig) kommerzielle Mitstreiter erhalten und müssen sich daher einem weiteren Konkurrenten stellen. Hier das landesweite Ranking (Hörer gestern, in Klammern die Zahlen von 2011):

1.) Radio Aktiv: 13,9% (7,3%)
2.) Radio Ostfriesland: 9,5% (10,7%)
3.) Radio Jade: 7,4% (5,1%)
4.) OSradio 104,8: 4,5% (3,6%)
5.) Radio Tonkuhle: 3,4% (4,7%)
6.) Radio ZuSa: 2,7% (5,1%)
7.) StadtRadio Göttingen: 2,3% (2,7%)
8.) Oldenburg Eins: 2,1% (2,1%)
9.) Radio Leinehertz 106,5: 1,9% (1,2%)
10.) Ems-Vechte-Welle: 1,8% (2,5%)
11.) Radio Okerwelle: 1,1% (2,3%)

Ziel verfehlt: das OSradio 104,8-interne Ziel war „5% plus x“. Festgelegt wurde es im Jahr 2011 kurz nach der Veröffentlichung der Reichweitenanalyse. Und der Sender war nach meinem Empfinden auf der richtigen Fährte bis 2014 interne Streitigkeiten eskalierten. Bis heute besteht die Musik zu 85% aus Songs die ich vor der Aufgabe meiner Tätigkeiten als Musikchef im Juli 2014 in der Rotation platziert habe (den Eindruck habe ich beim gelegentlichen Vorbeizappen). Grundsätzlich scheint das Prinzip immer noch zu funktionieren. Den Verantwortlichen fehlt es aber an Know How, Mut und Gefühl für die richtigen Stellschrauben. In meinem Bekanntenkreis hört übrigens niemand (mehr) OSradio 104,8 und auch meine persönliche MA (Blick auf Radiodisplays vorbeifahrender Autos/offene Ohren in Geschäften) bestätigen dies. Last But Not Least sind Bemerkungen aus dem Dunstkreis von Radio Osnabrück bzgl. OSradio interessant: „Seit dem Weggang von Herrn Tepe ist OSradio am Arsch.“

Stagnation ist Rückgang: Gerade im Bereich „Bekanntheit“ hat OSradio 104,8 (trotz Negativpresse) Federn gelassen. 2011 antworteten über 70% mit „Jo kenne ich“, bei der aktuellen Umfrage ist der Wert deutlich unter 70%. Und auch der Wert für „schon gehört“ sackte von knapp 52% auf unter 45%.

Es gibt nun also zwei Lokalsender in Osnabrück und beide erreichen in etwa die gleiche Höreranzahl wie RADIO21 im Jahr 2006. Sind aller guten Dinge eventuell drei? Warten wir es ab. Vollständige Daten veröffentlicht die NLM in etwa zwei Wochen.
(Reichweiten lokaler Hörfunkangebote in Niedersachsen 2016)
(Reichweiten lokaler Hörfunk und TV Angebote in Niedersachsen)

Neue Entwicklungen bei OSradio 104,8

Transparent sollte der angebliche Betrugsskandal bei OSradio 104,8 angepackt werden. Zumindest wurde diese Transparenz in Pressemitteilungen und auf Mitgliederversammlungen angekündigt. Und es gab auch viele PowerPoint-Präsentationen mit Zahlen, Fakten und kurzfristig einberufene Vorstandssitzungen. Es gab aber auch Mails an mich in denen ich aufgefordert wurde bestimmte Dinge aus der Öffentlichkeit zu entfernen. Und so wie wohl im Verborgenen Entscheidungen gefällt wurden, gibt es nun Ermittlungen gegen Personen, die ich in diesem verborgenen Kreis vermute.

Aber der Reihe nach: Anfang September gab es eine außerordentliche Mitgliederversammlung. Im Rahmen dieses Termins gab der Anwalt des Senders (so wurde er zumindest vorgestellt) bekannt, dass die Bezüge des 1. Vorsitzenden grundsätzlich okay waren, die Art und Weise der Entnahme jedoch nicht. Warum er mittlerweile nicht mehr der Anwalt des Senders ist, kann nun jeder selbst für sich beurteilen. Es folgte einige Wochen später eine Vorstandssitzung mit einer Ladefrist auf die sich Berufstätige einstellen konnten. Hier sollte u.a. ein (neuer) Anwalt benannt und nachfolgend beauftragt werden, der die Forderungen des Vereins gegenüber den ehemaligen 1. Vorsitzenden geltend macht. Ich habe mich deutlich dagegen ausgesprochen (auch hier fehlt – zufälligerweise? – das Sitzungsprotokoll), da ich hier nur weiteres Geld aus dem Fenster fliegen sehe. Klärende Gespräche zwischen den Parteien sind ohne Weiteres sicher nicht mehr möglich, ein echter Kompromiss war vermutlich auch nie gewollt. Dass die Staatsanwaltschaft Osnabrück die strafrechtlichen Untersuchungen nun auf vier weitere Personen ausgeweitet hat, ist sicher eine Folge der Ermittlungen. Wurden hier trotz aller angekündigten Transparenz Dinge verschwiegen? Zumindest zeigten sich die Betroffenen offensichtlich überrascht.

Ich sehe den Radiosender vor dem Hintergrund der neuen Entwicklungen (auch in Bezug auf die drohende Aberkennung der Gemeinnützigkeit) jetzt erst Recht in richtiger Gefahr. Ein Lizenzentzug und/oder eine Schließung wäre ein Schlag ins Gesicht für (talentierte) Moderatoren, für Techniker und für Volontäre. Dementsprechend angespannt wirkten auch Einige am vergangenen Donnerstag. „Wer tratscht der fliegt.“ sagte mir vor Kurzem jemand aus dem festen Stammpersonal des Senders als ich mich der Stimmung erkundigte. Offensichtlich wurde also wohl interner Druck ausgeübt und eine vorgegebene Sichtweise auf die Dinge gefordert. Der letzte Akt ist hier noch nicht angebrochen, auf der Mitgliederversammlung am Donnerstag hieß es, dass es vmtl. erst im Januar 2015 erste Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft gibt. Die Wahl eines neuen Vorstands (dem ich bewusst nicht mehr angehöre) riet am vergangenen Donnerstag in den Hintergrund. Der oben verlinkte Artikel der Neuen Osnabrücker Zeitung gibt den Inhalt der Mitgliederversammtlung sehr gut wieder. Dort werden schon bald neue Details zu diesem Fall veröffentlicht und jeder kann dann selbst urteilen wie transparent der Fall in den letzten Monaten aufgearbeitet wurde.

OSradio 104,8

Wer in den letzten Tagen regelmäßig die Osnabrücker Lokalpresse verfolgt hat, fragt sich mit großer Wahrscheinlichkeit „Was geht denn da ab?“ Diese und ähnliche Fragen erreichen mich seit einer Woche und ich nehme wie folgt dazu Stellung:

– Ich habe meine redaktionellen Tätigkeiten (Planung und technische Abwicklung des Musikprogramms, Formatentwicklung) mit dem vergangenen Sonntag bis auf Weiteres eingestellt. Das Gleiche gilt für den Bereich „Moderation“.

– Seit Tagen kursieren „Pressemitteilungen“, in denen Aussagen betreffend des Gesamtvorstands zitiert werden (ich bin ein Teil des erweiterten Vorstands). Ich habe weder eine dieser Aussagen getätigt noch stehe ich hinter den verbreiteten Mitteilungen.

– Ich distanziere mich eindeutig von der verbreiteten Behauptung den Vorsitzenden zum Rücktritt aufgefordert zu haben.

OS radioVielmehr vermute ich hinter diesen Erklärungen private (Interessens-) Konflikte oder Differenzen auf die ich zu gegebener Zeit eingehen werde. Diesen Interessen steht der Vereinsvorsitzende, der dieses Amt seit 16 Jahren ausübt, wahrscheinlich im Weg.

screenshot-osradiotwitter_2014-08-01Und trotz aller behaupteten Transparenz fehlt mir bis heute das Protokoll der Anfang der Woche einberufenen Sondersitzung des Gesamtvorstands. Da ich mich weit vor der Veröffentlichung dieser Verdächtigungen (mehr ist es bisher nicht, die Entscheidung treffen die entsprechenden Instanzen) gegen vorschnelle Schritte ausgesprochen habe, passe ich offensichtlich nicht in die Gruppe hektischer Schnellentscheider.

Dieser Fall erinnert mich an Christian Wulff, an das Ende des Prozesses können wir uns noch gut erinnern. Ich hoffe nur, dass die Öffentlichkeit aus dem Fall Wulff gelernt hat und nicht vorschnell urteilt.

Doppelt hält besser

Ich hoffe der Spruch stimmt. Morgen hört Ihr mich zwischen 9.00 und 12.00 Uhr bei OSradio 104,8 im SAMSTAGVORMITTAG. Anschließend schwinge ich mich erst auf mein Rad um zu meinem Auto zu fahren und damit fahre ich dann zum Teschnokeller Saftladen kick!fm-Headquarter um ab 20.00 Uhr ein Teil der letzten Freaknacht zu sein (open end, ik was d’r al bang voor, ik was d’r al bang voor). Wer ist dabei?

OSradio 104,8 Backstage-Video vom 01.03.2014

Ossensamstag 2014 und ich habe nichts Besseres zu tun als den Producer für Daniel Uhlenhaut am SAMSTAGVORMITTAG bei OSradio 104,8 zu machen. Und das Thema Karneval ging nicht ganz spurlos an uns vorbei. So drehten sich heute doch tatsächlich Mickie Krause, De Höhner und DJ Ötzi in den CD-Playern. Daniel erlärt warum:

Wir haben es uns außerdem nicht nehmen lassen kleine Büttenreden zu halten:

Das Thema “Büttenreden” sollte man aber eher den Profis überlassen.