Hörtipp: radioeins Medienmagazin vom 04.08.2018

Das Medienmagazin auf radioeins ist für mich seit etwa zwei Jahren ein fester Bestandteil meiner Hörgewohnheiten. In der Regel bin ich am Samstag zwischen 18.00 und 19.00 Uhr anderweitig beschäftigt, Gott hat aber irgendwann den Podcast erfunden. So höre ich das Ganze zu 99% zeitversetzt und erfahre je nach Schwerpunkt mehr oder weniger interessante Dinge.
radio einsIn der Regel wird das Ganze trocken und seriös präsentiert, die eine oder andere radioeinstypische Spitze wird elegant in die Sendung eingebaut. Anders am vergangenen Samstag: Schwerpunktthema war das Wetter (ich interessiere mich seit der 4. Klasse für das Thema, aus Zeitgründen leider nur sehr rudimentär), als Gast war Jörg Kachelmann dabei. Das Verhältnis ARD vs. Kachelmann ist ja bekannt, daher Hut ab vor Jörg Wagner ihn doch ziemlich präsent zu platzieren. Kachelmann nimmt ja bekanntlich kein Blatt vor den Mund und lässt dies auch ab der ersten Sekunde hören. Hier kann man sich das Ganze nochmal anhören (Podcast-Version):

[Quelle: rbb]

[Quelle: nurnutzenfallsderrbbgehackedwurde]

Ich kann mich (abgesehen von Wosch – Moment, das ist auch bei radioeins) nicht mehr daran erinnern bei einer Radiosendung aus Deutschland so gelacht zu haben. Und: Kachelmann’s Aussagen haben Hand und Fuß. Mehr als hörenswert.

Spotify bald auch mit Wortbreiträgen

Am vergangenen Samstag gab es im „Medienmagazin“ bei radio eins ein Interview mit Stefan Zilch (Geschäftsführer von Spotify Deutschland). In diesem Interview erläuterte er die Pläne seines Unternehmens künftig nicht nur Musik, sondern auch Wortbeiträge anzubieten. Generell soll Spotify so näher an das Thema „Entertainment“ heranrücken.


radioeins stellt das Interview als Podcast zur Verfügung. Am Besten schaut Ihr Euch auf der (durchaus interessanten) Podcast-Seite zur Sendung um. Alternativ habe ich die Audio-Datei hier verlinkt (geht los bei ca. 27:30).

[Quelle: rbb-online.de]

Als ich mich vor etwa dreieinhalb Jahren zum ersten Mal mit Spotify beschäftigt habe, bot mir die Plattform nur wenig Anreize. Okay, es war eine gute Möglichkeit um alte MP3s aus ISDN-Zeiten mit schlechter Bitrate aufzumotzen, ansonsten war die Auswahl an neuer Musik eher so lala. Das hat sich mittlerweile stark geändert. Es gibt zwar immer wieder Titel die in Deutschland nicht abspielbar sind, Armin van Buuren haut z.B. seine aktuelle Zusammenarbeit mit Mr. Probz exklusiv über Spotify raus. Und wenn man sich die Nutzerzahlen anschaut, gibt es eigentlich nur noch wenig Gründe um sich Musik aus Grauzonen zu besorgen. Gelegentlich entdecke ich auch noch den einen oder anderen interessanten neuen Track, das funktioniert aber nur wenn man die richtigen Playlists abonniert hat. Ich trau mich gar nicht sehr tief in dieses Thema einzusteigen, da ich dann sicher zu viel Input bekomme und nur noch vor Spotify sitze.

Was halte ich von Wortbeiträgen via Spotify? Nichts – zumindest aus heutiger Sicht. Das mag evtl. daran liegen, dass ich kein klassischer Podcastnutzer bin. Ich nutze zwar mehr oder weniger regelmässig die sieben Tage haltbaren Streams von NPO und BBC, an deutschen Podcasts habe ich bisher aber nur das „Medienmagazin“ abonniert (und auch das höre ich ehrlich gesagt nur unregelmässig). Ich bin eher der klassische Livehörer, der unterwegs oder stationär einen Radiosender einschaltet und linear zuhört. Meiner Meinung nach kann Spotify daher dem Medium Radio auch nicht die Stirn bieten. Der Nutzer kann zwar bestimmen, dass er erst 45 Minuten seine Lieblingsmusik und dann einen Beitrag hört. Allerdings muss er dann vorher schon sortieren und das überlasse ich lieber den Radiomachern (also echten Menschen).