Urteil zum offenen W-LAN

Vor ein paar Wochen hatte ich an dieser Stelle schon mal das Thema Haftung bei offenem W-LAN angeschnitten. Heute hat der Bundesgerichtshof das Urteil zu dem seinerzeit behandelten Fall gesprochen: W-LAN-Besitzer müssen ihr Funknetzwerk mit einem „persönlichen, ausreichend langem und sicheren Passwort“ sichern, damit keine unbefugten Zugriffe erfolgen können. Andernfalls kann ein Funknetzwerkbetreiber abgenmahnt werden, wenn über seinen ungesicherten Anschluss beispielsweise Musik heruntergeladen wird. Gleichzeitig wird die Abmahngebühr für solche Fälle auf maximal € 100,- beschränkt. Anwälte, die jetzt schon tonnenweise Abmahnschreiben durch die Republik schicken, dürften also kaum Freude an diesem Urteil haben.
W-LANWas also, wenn mein Nachbar sein W-LAN nicht sichert oder ich mit meinem neuen W-LAN-Antennenpark die nächste Starbucks-Filiale anpeile und mich dann als Downloader betätige? Hier ist die Rechtslage noch nicht eindeutig. Oftmals wird in einem solchen Fall gegen den Anschlussinhaber entschieden (Sicherungspflicht, gerade bei gewerblichen Anschlüssen), es gab aber auch schon Urteile. Es wird wohl nur noch eine Frage der Zeit bleiben, bis die Betreiber von offenen Funknetzwerken entweder regelmässig zur Kasse gebeten werden oder diesen Dienst komplett einstellen. Ob der Internetcrash heute Nachmittag etwas mit dem Urteil zu tun hatte, kann ich nicht sagen. Ich war interessanterweise übrigens nicht betroffen und konnte ganz normal surfen.

Wer haftet bei offenem W-LAN?

W-LAN ist ne schöne Erfindung. Man schnappt sich seinen Laptop, läuft durch die Wohnung und kann z.B. aufm Klo DSDS gucken, falls man Probleme mit dem Stuhlgang hat. Oder auch sinnvollere Dinge tun wie z.B. beim Sonnenbaden im Internet surfen (vorausgesetzt die Sonne scheint, das heute war ja schon mal ein Anfang). Neulich kam meine bessere Hälfte auf die Idee unseren gemeinsamen vier Wände neu zu gestaltet. Also schnell die Computer in einen anderen Raum verfrachtet, festgestellt dass man keine Lust hat LAN-Kabel zu legen und ebenso schnell einen W-LAN-Stick gekauft. W-LAN wurde erkannt, allerdings war das Netz zu schwach. Kabel legen? Nö. Accesspoint kaufen. Gesagt getan, seither funktioniert das interne W-LAN wunderbar.

Router und Accesspoint sind natürlich gesichert. Ja, man kann W-LAN hacken, davon gehe ich aber erstmal nicht aus. Ich möchte nicht wissen, wie weit mein Accesspoint in die Nachbarschaft strahlt. Angenommen dieser Accesspoint ist nicht gesichert: Wer haftet dafür? Mit dieser Frage hat sich heute der Bundesgerichtshof in Karlsruhe beschäftigt. Lädt sich ein Nachbar Musik, Filme oder Software herunter, geschieht dies über meine IP-Adresse. Und ich bekomme im Zweifelsfall Besuch vom Gesetz.

Im heute verhandelten Fall ging es um einen Mann, über dessen IP-Adresse der Titel „Der Sommer unseres Lebens“ von Sebastian Hämer in einer Tauschbörse angeboten wurde. Die Plattenfirma „3p“ erstattete Anzeige. Allerdings war das Anschlussinhaber zur fraglichen Zeit nachweislich im Urlaub, der Vorgang muss also von Aussen erfolgt sein. Trotzdem forderte die Plattenfirma als Rechteinhaber Schadensersatz in Höhe von € 150,- sowie über 300,- Euro Abmahngebühren. Der Anschlussinhaber legte Widerspruch ein, der Fall landete vor Gericht. Das Landgericht Frankfurt gab der Plattenfirma Recht, das Oberlandesgericht Frankfurt hob das Urteil später wieder auf. Nun liegt der Fall beim Bundesgerichtshof und dieser verkündet voraussichtlich am 12. Mai sein Urteil.

Sollte der BGH entscheiden dass der Anschlussinhaber haftbar ist, sehe ich schon die ersten gestockten W-LAN-Antennen auf Hausdächern, die sich im nächsten Hotspot einwählen (oder halt beim Nachbarn der sein Funknetzwerk nicht verschlüsselt hat). Oder ich fahre mit dem Auto durch die Gegend und parke vor dem Haus eines offenen W-LAN-Anschlusses um illegale Dinge zu tätigen. Auf der anderen Seite wird es fast unmöglich sein einen W-LAN-Piraten dingfest zu machen.

Verfechter von „freiem W-LAN für Alle“ dürften wahrscheinlich ins Grübeln kommen, wenn sie als Anschlussinhaber künftig haftbar gemacht werden können. Mein W-LAN bleibt jedenfalls geschlossen.

W-LAN-Jagd

Seit Tagen wird man in Telekommunikationskreisen mit dem Begriff „iPhone“ konfrontiert. Knapp 20 Stunden nach dem Verkaufsstart in Deutschland hat T-Mobile lt. inside-handy.de bereits 10.000 Geräte verkauft (wohlgemerkt für € 400,- zzgl. Vertragskosten von mindestens € 1.200). So ganz nachvollziehen kann ich den Hype nicht denn das iPhone unterstützt kein UMTS, man kann damit keine MMS verschicken und die Kamera hat eine Auflösung von 2,0 Megapixeln (war vor 2 Jahren Standard). Optisch ist das Gerät sicher Geschmackssache, der Kippmechanismus der den Bildschirm kreisen lässt ist schick gemacht und der Speicher (8GB) ist für ein Handy sehr ordentlich aber manche Dinge muss ich wahrscheinlich nicht verstehen.

In den letzten Tagen konnte ich einen Vodafone VPA testen. Eigentlich ist der VPA auch ein Gerät, welches zu vollgestopft ist mit Funktionen, es hat aber eine Funktion die ich in den letzten Tagen intensiv getestet habe: W-LAN-Anbindung. Ich kann mich also mit diesem Gerät problemlos in mein heimisches W-LAN-Netz einbuchen und so über meinen Festnetzanschluss surfen. Noch interessanter ist es aber, wenn man versucht während der Fahrt W-LAN-Verbindungen zu finden. Je nach Standort lassen sich zig verschiedene Zugänge empfangen wie dieser Schnappschuss zeigt:

W-LANSchade nur, dass die meisten Zugänge (die ich jedenfalls getestet habe) verschlüsselt sind. In anderen Ländern gibt es bereits Versuche mit „W-LAN für Alle“, Onkel Schäuble wird sowas in Deutschland aber sicher zu verhindern wissen. Also kaufe ich mir weder ein iPhone noch einen VPA.