Google Autovervollständigung

Darf Google Suchbegriffe vorschlagen? Ich persönlich finde es ganz praktisch (gerade wenn man sich mal wieder vertippt hat). In diesem Punkt werden mir viele Leser dieses Artikels Recht geben. Doch was wenn hinter dem eigenenen Namen plötzlich Begriffe wie Scientology, Betrug, Porno und so weiter steht? Ein Geschäftsmann aus Rheinland-Pfalz fand das nicht so witzig und hat Google deswegen verklagt. Auch Bettina Wulff hat schon vor einem Jahr gegen Google geklagt, weil hinter ihrem Namen Rotlicht oder Escort auftauchten. Kleiner Test:

Joa, da hat sich wohl nicht so viel geändert. Nun hat der BGH entschieden, dass Google solche Einträge auf Wunsch des Betroffenen löschen muss. Auf spiegel.de heisst es u.a.:

Google hat bislang Anfragen von derart Verleumdeten abgewiesen und argumentiert: Die automatischen Vervollständigungen würden doch gar nichts über die Betroffenen aussagen, sondern nur über das Suchverhalten anderer Nutzer der Suchmaschine. Der Google-Algorithmus sage nicht, was wahr ist, sondern nur, welche Begriffsverknüpfungen oft in Suchanfragen oder auf Websites vorkommen.

Soso, wenn ich also bei Google ständig nach einem Namen suche und dazu “Steuerbetrüger” eingebe, wird dieser Begriff irgendwann automatisch vorgeschlagen? Ein Schelm wer sich Böses dabei denkt. Bei Google werden in Kürze wohl viele Beschwerden eingehen. Mal schauen ob ich mich auch beschweren muss:

Google– thomas tepe münster: Ja, da halte ich mich manchmal auf
– thomas tepe kisdorf: Das war doch dieser Millionär aus der ach so tollen RTL-Show “Ich heirate einen Millionär“. Ich kann mich deswegen noch an diese Sendung erinnern, weil ich selten so viele Anrufe und SMS auf einmal bekommen habe
– thomas tepe filmanalyse

Hält sich bisher in Grenzen. Und wenn da in Kürze Schweinkram steht, war es sicher ein Leser dieses Artikels. Ich aktiviere mal eben die Vorratsdatenspeicherung…

Google hat Interesse an WhatsApp

Die Datenkrake Google hat angeblich Interesse am Messenger-Dienst WhatsApp. Das berichtet u.a. Spiegel Online. Google soll im Rahmen der mittlerweile knapp fünfwöchigen Verhandlungen demnach eine neunstellige Dollarsumme geboten haben. Solche Gerüchte sind allerdings nicht neu: bereit im Dezember letzten Jahres gab es Gerüchte dass Facebook den Dienst übernehmen möchte.

WhatsAppWhatsApp erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. In meinem Bekanntenkreis tauchen regelmässig altbekannte Telefonbucheinträge als WhatsApp-Kontakt auf. Das deckt sich mit dem o.g. Spiegel-Artikel. Dort heisst es, dass ca.100 Millionen Android-Geräte mit dieser App ausgestattet sind und einige Milliarden Nachrichten pro Tag darüber verschickt werden. Ich versende mittlerweile fast gar keine SMS mehr, weil fast alle Kontakte über WhatsApp erreichbar sind. Die Sicherheitslücken sind mir persönlich relativ egal. Wer wirklich wichtige Dinge über solche Dienste austauscht (dazu zähle ich auch E-Mail), sollte sich darüber bewusst sein dass eventluell Unbefugte mitlesen. Daher kann ich die Aufregung über Datenlecks nicht ganz nachvollziehen. Schliesslich muss ja einer die Daten eingeben, die später eventuell gestohlen werden könnten. Vielleicht sollte das Bewusstsein an der Stelle einsetzen.

Durch diesen Deal hätte Google eine Möglichkeit bequem noch mehr Daten zu sammeln und personenbezogene Werbung zu platzieren. Ob dieser Deal wirklich stattfindet bleibt abzuwarten.

Google Calendar synchronisiert nicht

Jetzt hab ich schon ein hochwichtiges Smartphone und dann rutscht mir u.a. die geänderte Radiosituation in den Niederlanden dazwischen. Passiert. Ausserdem stehe ich aktuell unter einem etwas anderen Zeitdruck, der meine Bloggeraktivitäten zu kurz kommen lässt. Aber auch das wird sich ändern.
Zum Google Calendar: Eigentlich fand ich Google ja doof nachdem ich angeblich zu oft auf die Ads in meinem alten Blog geklickt habe. Daher auch der Wechsel zu WordPress Anfang 2010 und der Verzicht auf Anzeigen neben und zwischen meinen Postings. ABP sei Dank sehe ich eh kaum noch Werbung im Netz. Dann habe ich mir ein Netbook und last but not least das Samsung Galax Ace angeschafft. In mancher Woche sitze ich nur vorm Netbook bzw. ich bin unterwegs und möchte spontan Termine eintragen oder nachschlagen. Da ist der Google Calendar in Kombination mit Google Docs schon ganz schön praktisch. Mir ist es übrigens egal ob Google meine Termine auslesen kann oder nicht, Weltbewegendes notiere ich dort eh nicht. Also iGoogle zur Startseite gemacht, den Androidknochen mit dem Calendar synchronisiert: loift.

Vor etwa zwei Wochen ist mir dann jedoch aufgefallen, dass mein Calendar-Widget auf dem Handydesktop plötzlich leer war. Schnell den Kalender geöffnet, kein Termin zu sehen. Ich habe dann testweise einen Termin eingetragen, über das Menue eine Synchronisation durchgeführt, der Termin tauchte trotzdem nicht im Google-Calendar auf. Auf die Übertragung von meiner Thunderbird-Erwerterung zum Handy funktionierte nicht (die Übertragung von Thunderbird zu Google und andersrum einwandfrei). Nach kurzer Recherche habe ich dann herausgefunden, dass Google ein Update im Calendar gefahren hat und seither die Sync-Probleme vorliegen. In diversen Foren wurde das Folgende empfohlen: Termine exportieren (man erhält eine ZIP-Datei mit seinen Terminen), ZIP-Datei wieder importieren, Synchronisation manuell starten. Danach waren alle Termine wieder sichtbar (auch rückwirkend). Diese Probleme hat es in den letzten Monaten wohl schon häufiger gegeben. Wenn man sie aber so lösen kann, ist es okay.

Google stellt Street View-Fahrten ein

Meine Lieblingssuchmaschine Google ist ja seit einigen Wochen in den Schlagzeilen. Zunächst wurde kritisiert, dass Google beim Fotografieren von Strassenzügen einfach so Gesichter, Autokennzeichen und weitere Details in seiner Anwendung „Streetview“ veröffentlicht. Okay, der Konzern muss solche Details mittlerweile unkenntlich machen. Dann kam heraus, dass man ganz nebenbei bei den Streetview-Fahrten Daten über Funknetzwerke gesammelt hat – nicht nur in Deutschland sondern auch u.a. in Australien. Wo die Daten nun lagern und was Google damit plant, bleibt wohl vorerst noch ein Geheimnis. Fakt ist für mich auf jeden Fall, dass Google noch unsympathischer geworden ist. Den einen oder anderen negativen Berührungspunkt hatte ich ja bereits. Ihr könnt ja mal danach googlen (har har). Schon erschreckend wie schnell ein Konzern in den normalen Sprachgebrauch gerutscht ist. Gibt es ähnliche Firmen die so oft im Alltag genannt werden? So richtig spannend dürfte es werden, wenn Firmen auf die Idee kommen sämtliche Daten in Cloud-Systemen zu hosten. Ich würde jedenfalls meine geheimen Daten nicht einfach beim Nachbar oder irgendwo auf der Welt liegen lassen…

Google AdSense-Konto deaktiviert

Eigentlich finde ich Google ziemlich cool. Vor etwas über zehn Jahren habe ich meine ersten privaten Schritte im WWW gewagt. Ein damaliger RTL-Mitarbeiter hat mich unmittelbar nach den ersten Seitenaufrufen auf Google hingewiesen. Und ich war begeistert: Musste ich mich bisher mit langsamen Anbietern wie Metacrawler oder Abacho herumärgern und mir Werbebanner anschauen, lieferte mir die Google-Seite schnell und relativ schlicht Suchergebnisse. Heute googlet man ja schon nach der Uhrzeit oder der Aussentemperatur. Beknackt, oder? Neben der Suchfunktion gib ts zig weitere Dienste wie Google anbietet. Heute schätzt man nicht mehr den Weg zur nächsten Kneipe, sondern man guckt auf Google Maps. Youtube, Blogspot und Picasa sind ebenfalls bequeme und sinnvolle Dienste.

Vor ziemlich genau vier Jahren bin ich dann auf die Idee gekommen, hier in diesem Blog Google Ads einzubinden. Damals™ gings halt langsam los mit regelmässigen Zugriffen von täglich mehr als 50 und ich dachte mir, dass ich vielleicht den einen oder anderen Euro verdienen kann. Naja, es hat einige Zeit gedauert aber es gab dann tatsächlich mal einen Scheck von Google. Meinen Lebensunterhalt kann ich so allerdings nicht finanzieren – es sei denn man lebt auf einer kleinen Insel mitten im Pazifik. Die Überfahrt dorthin könnte ich mir dann wohl erlauben.

Wie die Überschrift schon vermuten lässt, habe ich vor ein paar Tagen Post von Google bekommen. Dort heisst es:

Hallo,

Beim Durchsehen unserer Aufzeichnungen haben wir festgestellt, dass Ihr AdSense-Konto ein Risiko für unsere AdWords-Kunden darstellt. Würden wir Ihr Konto weiterhin in unserem Publisher-Netzwerk zulassen, könnte unseren Inserenten dadurch ein finanzieller Schaden entstehen. Deshalb haben wir Ihr Konto deaktiviert.

Wir haben diese Maßnahme ergriffen, um sowohl die Interessen unserer Inserenten als auch die unserer AdSense-Publisher zu wahren. Es ist uns bewusst, dass dies zu einigen Unannehmlichkeiten führen kann. Wir danken Ihnen im voraus für Ihr Verständnis und Ihre Kooperation.

Sollten Sie weitere Fragen zu Ihrem Konto oder zu den von uns ergriffenen Maßnahmen haben, antworten Sie bitte nicht auf diese E-Mail. Weitere Informationen erhalten Sie unterhttps://www.google.com/adsense/support/bin/answer.py?answer=57153.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Google AdSense-Team

Brav habe ich den verlinkten Fragebogen ausgefüllt. Eigentlich war mir klar, dass das reine Zeitverschwendung ist. Aber ich ich möchte mir nicht nachsagen lassen, dass ich es nicht versucht hätte. Heute kam dann folgende Antwort:

danke für Ihre E-Mail.

Vielen Dank, dass Sie uns weitere Informationen zugesandt haben. Nachdem wir Ihre Kontodaten und Ihr Feedback sorgfältig geprüft haben, hat sich bestätigt, dass Ihr Konto ein Risiko für unsere AdWords-Kunden darstellt. Aus diesem Grund können wir Ihr Konto nicht wiederherstellen. Vielen Dank für Ihr Verständnis.

Sollten Sie weitere Fragen zu Ihrem Konto oder zu den von uns ergriffenen Maßnahmen haben, antworten Sie bitte nicht auf diese E-Mail. Weitere Informationen erhalten Sie unter https://www.google.com/adsense/support/bin/answer.py?answer=57153

Für mich ist Google seit dieser Aktion nicht mehr so cool wie vorher und ich werde mich nach anderen Bannerprogrammen umschauen. Ein Zusatzeinkommen werde ich mit Bannerwerbung wohl nicht verdienen, Kleinvieh macht aber bekanntlich auch Mist.

Gibt man Zitate aus diesen Mails bei – har har – Google ein, findet man zig enttäuschte Ex-AdSense-Nutzer, deren Accounts ohne Vorwarnung gesperrt wurden. Auf meinem Konto hatte sich in den letzten Wochen ein relativ ungewöhnlicher Betrag angesammelt, ich habe es aber auf die Zugriffszahlen zurückgeführt. Warum mein Konto nun gesperrt wurde, wird Google mir sicher nicht mitteilen. So werde ich auch nicht erfahren, ob und wenn ja welcher Saboteur da evtl. seine Finger bzw. Mouse im Spiel gehabt hat. Monopolist Google kann es sich halt erlauben. Ob das nun gesellschaftsfähige Geschäftsmethoden sind, steht auf einem anderen Blatt.

Für mich ist Google seit dieser Aktion nicht mehr so cool wie vorher und ich werde mich nach anderen Bannerprogrammen umschauen. Ein Zusatzeinkommen werde ich mit Bannerwerbung wohl nicht verdienen, Kleinvieh macht aber bekanntlich auch Mist.