Seat Kundenservice

Der Spanier wird nun schon 3. Er hat keine 37.000 Kilometer auf der Uhr und es gibt auch nix zu meckern. Er ist bei entsprechender Fahrweise sehr genügsam, es knarrt und qietscht nicht (behauptet man ja gern von Golf-Klonen aus dem Hause Seat oder Skoda) und auch die Horrorgeschichten von ölfressenden 1,4 Liter-Maschinen und Turboladern die ihren Dienst quittiern haben sich – toi toi toi – bisher nicht bewahrheitet. Ich bin also eigentlich mehr als glücklich mit dem Auto.

Seat

Vor etwa acht Wochen steige ich dann nach getaner Arbeit ins Auto. An dem Tag war es ziemlich warm und ich wollte die Klimaanlage nutzen. Auf den ersten Kilometern öffne ich eigentlich immer erst die Fenster und lasse die Außenluft durch den Innenraum wirbeln. So auch dieses Mal. Ich schliesse dann gewohnheitsgemäß die Fenster und schalte die Klimaanlage ein. Nach ein paar weiteren Kilometern stelle ich fest, dass keine frische Luft durch die Lüftungsschlitze in den Innenraum strömt. “Naja, die Anlage ist jetzt ja schon länger nicht mehr bei diesen Temperaturen gelaufen.” Das ist mein erster Gedanke. Im Winter nutze ich sie sehr wohl um z.B. für freie Sicht zu sorgen wenn man mit nassen Klamotten im Auto sitzt, sie läuft also relativ regelmässig. Ein paar warme Tage später das gleiche Spiel – ohne Erfolg.

SeatDer Spanier war dann eh dran in Sachen Inspektion. Ich hab bei der telefonischen Terminabsprache und auch bei der Fahrzeugannahme auf die nicht funktionierende Klimaanlage hingewiesen. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Entweder ist kein Kühlmittel mehr in der Anlage, oder zu wenig oder ein Bauteil ist defekt. Wir gucken uns das Ganze an, ich melde mich dann bei Ihnen.“ Und das passierte dann auch: der Serviceberater rief mich nach ein paar Stunden an und informierte mich darüber, dass der Kondensator defekt sei. „Das passiert schon mal, ist aber kein Beinbruch.“ Vor meinem geistigen Auge wanderten schon Euro-Scheine in Richtung der Werkstatt. Der Berater bot mir dann an eine Kulanzanfrage bei Seat zu stellen. Mit etwas Glück übernimmt der Hersteller einen Teil, in zwei Stunden wissen wir mehr.

Mit den Euro-Scheinen vor dem geistigen Auge fuhr ich dann zur Vertragswerkstatt und wurde mit dem typischen „Gute/schlechte Nachrichten“-Spruch begrüsst. „Naja, dann mal her mit der schlechten.“ Der Serviceberater teilte mir mit, dass der Kondensator immer noch defekt sei, Seat aber die Tauschkosten (im mittleren dreistelligen Bereich) zu 100% übernimmt. Er selbst hatte nicht damit gerechnet, aufgrund der Laufleistung, des guten Fahrzeugzustands und der regelmässigen Wartung hat man sich aber wohl dazu entschlossen dies trotzdem zu tun. Das waren wirklich gute Nachrichten für mich.

Unterm Strich habe ich das neue Kühlmittel bezahlt, Teile- und Reparaturkosten (Montage der kompletten Frontpartie) gehen auf den Deckel von Seat. Finde ich persönlich natürlich sehr gut, daher an dieser Stelle positives Feedback in Sachen Kundenservice. Deutschland ist halt doch nicht immer die allseits bekannte Servicewüste.

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