Radio- und TV-Sender in NL heissen künftig NPO

Alle öffentlich-rechtlichen Radio- und Fernsehsender treten künftig unter dem Namen “NPO” auf. Das berichtet u.a. radio.nl. NPO steht für “Nederlandse Publieke Omroep” und diese Abkürzung soll den Wiedererkennungswert der öffentlich-rechtlichen Sender stärken. Aus “RADIO 1” wird “NPO RADIO 1”, “3FM” wird zu “NPO 3FM”, aus dem TV-Sender “Nederland 1” wird “NPO” 1.

NPOHenk Hagoort (Vorstand der NPO) möchte aus der Marke ein nationales Gegengewicht zu internationalen Konzernen wie Youtube, Google oder Apple bilden. Künftig soll es selbstverständlich sein verpasste Sendungen auf NPO1 später online auf npo.nl oder der entsprechenden NPO-App zeitversetzt anzuschauen.

Diese Umbenennung sorgt auch für negative Stimen. Das öffentlich-rechtliche System in den Niederlanden muss laut radio.nl 300 Millionen Euro einsparen, Hunderte Stellen werden gestrichen und trotz der guten Einschaltquoten von Nederland 1 wird Geld für eine solche Aktion ausgegeben. Bereits im vergangenen Jahr wurde die Domain www.npo.nl für € 100.000,- vom Verein der niederländischen Posttaubenbesitzer (Nederlandse Postduivenhouders Organisatie) eingekauft. Inhaltlich soll sich jedoch nichts ändern.

Media-Analyse 2013 Radio I

And the winner is: Alle. Same procedure as every year. 100 Autofahrer vor einer roten Ampel befragen bietet wahrscheinlich genauere Ergebnisse als die grosse Media-Analyse, auf mich hört aber niemand. Hier zunächst wieder ein paar Ergebnisse aus der Kategorie Hörer pro Ø-Stunde Montag-Freitag 6.00 – 18.00 Uhr:

Deutschlandweit
sunshine live: 102.000 (100.000 / +2,0%)

Norddeutschland
NDR 2: 924.000 (786.000 / +16,1%)

Schleswig-Holstein
R.SH: 213.000 (218.000 / -2,3%)
delta radio: 66.000 (72.000 / -8,3%)
Radio NORA: 41.000 (33.000 / +24,2%)

Mecklenburg-Vorpommern
Antenne MV: 119.000 (103.000 / +15,5%)
Ostseewelle: 211.000 (189.000 / +11,6%)

Hamburg
alster radio 106!8 rock’n pop: 64.000 (67.000 / -4,5%)
Energy Hamburg: 23.000 (27.000 / -14,8%)
Oldie 95: 38.000 (32.000 / +18,8%)
Radio Hamburg: 213.000 (233.000 / -8,6%)

Niedersachsen
radio ffn: 489.000 (502.000 / -2,6%)
Hit-Radio Antenne: 343.000 (375.000 / -8,5%)
Radio 21: 77.000 (69.000 / +11,6%)

Bremen
bremen eins: 104.000 (114.000 / -8,8%)
bremen vier: 103.000 (123.000 / -16,3%)
Energy Bremen: 47.000 (37.000 / +27,0%)

Nordrhein-Westfalen
1LIVE: 1.105.000 (1.096.000 / +0,8%)
WDR 2: 1.027.000 (972.000 / +5,7%)
WDR 4: 774.000 (786.000 / -1,5%)
radio NRW: 1.710.000 (1.726.000 / -0,9%)

Berlin-Brandenburg
radioeins: 95.000 (113.000)
Antenne Brandenburg: 233.000 (255.000 / -8,6% )
Fritz: 99.000 (113.000 / -12,4%)
Inforadio: 61.000 (45.000 / +7,0%)
radioBERLIN 88,8: 102.000 (105.000 / -2,9%)
94,3 rs 2: 119.000 (151.000 / -21,2%)
98,8 Kiss FM: 69.000 (63.000 / +9,5%)
100,6 FluxFM: 15.000 (18.000 / -16,7%)
104,6 RTL: 223.000 (200.000 / +11,5%)
105’5 Spreeradio: 104.000 (110.000 / -5,5%)
BB Radio: 162.000 (215.000 / -24,7% )
Berliner Rundfunk 91,4: 124.000 (114.000 / -13,9%)
Energy Berlin: 60.000 (54.000 / +11,1%)
JAM FM Berlin: 26.000 (37.000 / -29,7%)
JazzRadio: 14.000 (11.000 / +27,3%)
Klassik Radio Gebiet Berlin: 48.000 (55.000 / -12,7%)
radio B2: 9.000 (–)
Radio Cottbus: 15.000 (17.000 / -11,8%)
Radio Paradiso: 25.000 (33.000 / -24,2%)
Radio TEDDY: 26.000 (27.000 / -3,7%)
Star FM 87,9: 69.000 (73.000 / -5,5%)
[Quelle: www.reichweiten.de]

Eine Kommentierung dieser Glaskugeluntersuchung erspare ich mir. Und auch der Unterschied “Radio Montag – Freitag”, “Radio Samstag” und “Radio Sonntag” ist zweifelhaft. Beispiel NDR2:

Montag – Freitag:  924.000 (796.000)
Samstag: 728.000 (805.000)

Der Sonntag ist nicht ausgewiesen da keine Werbung gefahren wird. Wer grosse Reisen raushaut, Rechnungen bezahlt oder das geheimnisvolle Geräusch lösen lässt (natürlich nach einem oder gar mehrerer Anrufe einer supergünstigen 0137-Nummer) bindet kurzfristig Hörer an sich. Interessant ist, dass diese Spielchen ausgerechnet zur Umfragezeit stattfinden. Ich frage mich: schaffen es deutsche Radiosender konstant (also 12 Monate im Jahr) interessante Programme auszustrahlen? Wenn ich mir die geballten Spielchen zur MA-Zeit angucke, drängt sich ein “Nein” als Anwort auf.

Der grösste Verlust in dieser MA ging übrigens an Energy München: der Sender hat mal eben über die Hälfte der Hörer verloren (30.000 aktuell, davor 62.000 = 51,6%).

Interessant ist das Thema “Sendernutzung”. Auch hier gibt es wieder Unterschiede zwischen den einzelnen Wochentagen, ich habe mal ein paar Zahlen von Montag – Freitag rausgesucht:

Norddeutschland
NDR 1 Niedersachsen: 1.734.000 (1.874.000 / -7,5%)
NDR 1 Welle Nord: 575.000 (623.000 / -7,7%)
NDR 1 Radio MV: 495.000 (534.000 / -7,3%)
NDR 90,3: 487.000 (469.000 / +3,8%)
NDR 2: 3.029.000 (2.737.000 / +10,7%)
N-JOY: 1.178.000 (1.158.000 / +1,7%)
NDR Kultur: 321.000 (349.000 / -8,0%)
NDR Info: 600.000 (616.000 / -2,6%)
delta radio: 304.000 (319.000 / -4,7%)
R.SH Radio Schleswig-Holstein: 768.000     (768.000 / 0,0%)
Radio NORA: 166.000 (133.000 / +24,8%)
ENERGY Hamburg: 107.000 (118.000 / -9,3%)
Oldie 95: 130.000 (143.000 / -9,1%)
Radio Hamburg: 702.000 (757.000 / -7,3%)
alster radio 106!8 rock’n pop: 175.000 (195.000 / -10,3%)
Hit-Radio Antenne: 1.261.000 (1.328.000 / -5,0%)
radio ffn: 1.829.000 (1.779.000 / +2,8%)
RADIO 21: 297.000 (286.000 / +3,8%)
ANTENNE MV: 364.000 360.000 / +1,1%)
Ostseewelle HIT-RADIO MV: 621.000 (599.000 / +3,7%)

Nordrhein-Westfalen
1LIVE: 3.945.000 (3.887.000 / +1,5%)
WDR 2: 3.239.000 (3.281.000 / -1,3%)
WDR 3: 266.000 (195.000 / +36,4%)
WDR 4: 2.339.000 (2.390.000 / -2,1%)
WDR 5: 653.000 (620.000 / +5,3%)
radio NRW: 5.248.000 (5.304.000 / -1,1%)

Aha. Und mit etwas Jonglieren findet jeder Sender einen Zeitraum den er positiv verkaufen kann. “Wir haben sonntags zwischen 4.35 und 4.45 um 200% zugelegt! Buchen Sie Werbung bei Hitradio Wanne-Eickel!”

Habe ich eigentlich schon erwähnt dass nur die Sender gelistet wurden / ausgewählt werden konnten die diese Umfrage mitbezahlen? Ein Schelm…

Eröffnungsrunde

Seit Samstag ist Schluss mit der grauen Suppe und den wenigen Sonnenstunden. Optisch sieht es zumindest nach Frühling aus und auch das Thermometer sah heute Abend ganz angenehm aus: +10°C.  Also hab ich mich heute auf mein Rad gesetzt und eine kleine Eröffnungsrunde gedreht. Dabei war mein Handy inkl. My Tracks. Diese App logged per GPS meine Fahrstrecke und ich erhalte so eine halbwegs genaue Übersicht über die gefahrenen Kilometer.

Ich habe mir eine Strecke ausgesucht, die ich immer dann wenn das Wetter es zulässt (und der innere Schweinehund natürlich) fahren werde. Die Eröffnungsrunde (nicht übertrieben schnell) lieferte folgendes Ergebnis:

Gesamtstrecke: 7,44 km
Gesamtzeit: 25:01
Zeit in Bewegung: 23:29
Durchschnittliche Geschwindigkeit: 17,82 km/h
Durchschnittliche Geschwindigkeit in Bewegung: 19,00 km/h
Maximale Geschwindigkeit: 26,35 km/h
Durchschnittliches Tempo: 3,37 min/km
Durchschnittliches Tempo in Bewegung: 3,16 min/km
Schnellstes Tempo: 2,28 min/km
Maximale Höhe: 127 m
Minimale Höhe: 100 m
Höhenunterschied: 99 m
Maximales Gefälle: 13 %
Minimales Gefälle: -17 %

To be continued.

Media-Analyse 2013 Radio I: Radio weiter auf Erfolgskurs

Am Mittwoch hagelt es wieder Sieger. Um 9.00 Uhr werden die Zahlen der “ma 2013 Radio I” veröffentlicht. Jeder Sender wird wieder dazugewonnen haben, das ist nix Neues und eigentlich auch nur für die Werbetreibenden interessant. Den Durchschnittshörer gibt es einfach nicht. Positiv ist jedoch, dass die Nutzung des Mediums “Radio” weiter zunimmt. Laut radiowoche.de schalten 58,470 Millionen Deutsche ab 10 Jahren täglich ihr Radio ein und hören statistisch gesehen über vier Stunden zu. Na wenn das keine guten Nachrichten sind. Die genauen Zahlen gibt es am Mittwoch.

Favourite Five 5/2013

Ohne GEMA-Ärger (viele Videos die ich hier verlinke werden erst Monate später gesperrt – muhaha) präsentiere ich an dieser Stelle eine neue Favourite Five (war in dieser Woche schwierig, da zzt. kaum richtig gute Musik veröffentlicht wird):

01. Don Diablo & Noonie Bao – M1 Stinger
02. Naughty Boy feat. Emeli Sandé – Wonder
03. Cash Cash – I Like It Loud
04. Showtek & Bassjackers – Hey
05. Alexis Jordan feat J. Cole – Acid Rain

Achja: weils so schön ist gibts noch nen Harlem Shake obendrauf:

GEMA: Weltfremd wäre geschmeichelt

Zugegeben: ich habe mich lange nicht mehr mit der GEMA beschäftigt. Da ich kein Programmveranstalter im eigentlichen Sinn (mehr) bin und auch auf Veranstaltungen nichts mit den Anmeldungen zu tun habe, gibt es kaum Berührungspunkte. Klar, Speichermedien sind mit einer Abgabe belegt, die zahle ich mit. Und auf Youtube gibt es gelegentlich mal das gute alte…

Youtube… wenn ich mal aus Versehen mein Stealthy-Plugin nicht aktiviert habe. Lange Rede, kurzer Sinn: der Verein geht mir am Allerwertesten vorbei. Gestern hat der Saftladen die Gesellschaft eine Verordnung veröffentlich. Nach dieser Verordnung sollen DJs jeden Titel von Laptop, USB-Stick oder Sicherungskopie einzeln anmelden und dafür 13 Cent abführen. Das meldet u.a. heise.de. Weiter heisst es dort:

Unter DJs empfindet man dieses Vorhaben als – vorsichtig formuliert – extrem lebensfern. Die GEMA beharrt jedoch auch auf Nachfrage von Telepolis darauf, dass dies eine ernst gemeinte Forderung und kein Aprilscherz sei. Sie argumentiert, dass eine gesonderte Vergütungspflicht für solche Stücke schon länger bestehe. Bislang habe man sie allerdings in Form einer Pauschale für die Clubbetreiber mit erhoben. Hinsichtlich der Kontrollierbarkeit heißt es, man werde “auch für diesen Nutzungsbereich ein Szenario entwickeln, um Urheberrechtsverletzungen festzustellen”.

Für mich sieht diese Verordnung so aus als könne die GEMA den Hals nicht voll genug bekommen. Der Verein ist meiner Meinung nach falsch aufgestellt bzw. die Entscheidungsträger kämpfen an den falschen Fronten. Anstatt sich für eine Kulturflatrate oder ähnliche (zeitgemässe) Abrechnungsmodelle einzusetzen, legt man sich breitenwirksam mit Youtube an, schraubt Tarife für Discotheken in die Höhe oder zieht (mal wieder) den DJs (die ja in gewisser Weiseverkaufsfördernd für Plattenproduzenten sind) das Geld aus der Tasche. Daumen runter.