Studie: Kinder hören kaum Radio

Eigentlich wissen wir das doch schon lange – zumindest ergeht es mir so: Das Medium “Radio” wird immer mehr durch alternative Musikquellen wie CD- oder MP3-Player ersetzt. Mit meinem recht hohen Radiokonsum gehöre ich gefühlt schon zur Randgruppe in der Gesellschaft 😉 Meine persönliche Einschätzung wurde nun durch eine Studie der Uni Leipzig im Auftrag mit der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) bestätigt.

Repräsentativ ist die Studie sicher nicht, da nur 59 Kinder im Alter zwischen 10 und 17 Jahren befragt wurden – naja, befragt wurden sie eigentlich auch nicht, die Testkandidaten wurden gebeten eine Woche lang Tagebücher über ihre Mediennutzung zu führen. Ausserdem sollten sie ihr emotionales Befinden dokumentieren. Herausgekommen ist dabei jedenfalls, dass Kinder und Jugendliche Musik zur Bewältigung emotioneller Turbulenzen genutzt wird. Dieses Verhalten hört auch später nicht auf denn auch meine musikalischen Vorlieben hängen von meiner Stimmung ab.

Das Medium “Radio” gehört nach dieser Studie nicht zum Lieblingsmedium der Befragten. Auffallend beliebt ist der Rundfunk nur bei Heranwachsenden, die noch keine ausgeprägten/individuellen Musikvorlieben haben. Sie finden den Mainstreamgeschmack (böse gesagt die Superhits der 80er, 90er und das Beste von heute) gut und identifizieren sich sowohl mit dem Radiosender, als auch mit den Moderatoren. Eine Ausnahme bilden die älteren Jungen: Sie lehnen Mainstream zunehmend ab, versuchen “ihr eigenes Ding” durchzuziehen und mögen daher auch das Radio nicht (mehr).

Früher™ war das irgendwie anders. Ich wusste immer wann Hitparaden auf meinen Lieblingssendern liefen und habe stundenlang mit dem Kassettenrecorder auf der Lauer gelegen um neue Musik aufzunehmen. Klar, mittlerweile kann ich mir neue Musik auf Youtube oder Myspace anhören, allerdings muss ich aber wissen was ich hören will und DENKEN. Da ist das Medium Radio schon bequemer. Einschalten und berieseln lassen. Auf der anderen Seite gibt es in Deutschland relativ wenige Sender, die mich wirklich interessieren. Da bin ich dann doch eher der “ältere Junge”, der Mainstream scheisse findet und sich versucht davon abzugrenzen. Oder liegt die Abneigung gegenüber dem Medium doch eher am Inhalt? Würde ein attraktives Jugendradio die Studie verändern?

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