Sony Ericsson K800i vs. Sony Ericsson C902

Vor etwa zwei Jahren habe ich nach einigen Jahren Nokia den Sprung zu Sony Ericsson gewagt. Eigentlich eher aus einer Laune heraus, da mir die damals aktuellen Nokias nicht gefallen haben. Und dann war da noch diese 3,2 Megapixel-Kamera, mit der Nokia einfach nicht mithalten konnte. Abgesehen von einigen Software-Problemen ganz am Anfang und dem mittlerweile doch etwas ausgeleierten Joystick, bin ich mit dem Handy sehr gut zufrieden. Achja, gelegentlich harkt die Software und einen Kompettabsturz inklusive milchigem Display hatte ich mit der Kiste auch schon – aber irgendwas ist ja immer 😉

Die zwei Jahre sind vorbei und es ist an der Zeit sich wieder Gedanken über ein neues Handy zu machen. 99,9% sicher ist, dass ich mich auch dieses Mal für ein Sony Ericsson entscheiden werden. Vor einigen Tagen hatte ich die Möglichkeit das C902 zu testen. Ausstattungstechnisch ähneln sich beide Geräte. Grosser Unterschied ist eigentlich nur die 5,0 Megapixel-Kamera sowie ein integriertes GPS-Modul zur Standortbestimmung.

Fangen wir mal beim Thema Optik an: Das K800i ist ein ziemlicher Klotz im Zeitalter von kleinerschmalerflacher.

Und die Klappe auf der Rückseite nervt (obwohl sie schon ganz praktisch ist wenn man die Tastensperre aktiviert hat und trotzdem schnell ein Foto machen möchte. In diesem Fall reicht das Öffnen der Klappe und man kann knipsen). Das C902 ist um einiges flacher und auch die Klappe auf der Rückseite fehlt. Um ein Foto machen zu können, muss man das Handy ein Stück auseinander ziehen. Sieht ziemlich lustig aus. Vom anfälligen Joystick zur Menueführung hat Sony Ericsson sich glücklicherweise auch verabschiedet. Zur Navigation gibt es mittlerweile einen Knopf der sich in vier Richtungen bewegen lässt.

Die blaue Beleuchtung sieht auch ziemlich schick aus (Blau macht glücklich) aber das ist vmtl. Geschmackssache. Ansonsten ist im Menue selbst nicht viel geändert worden. Wer mit einem K800i umgehen kann hat sicher keine Probleme mit einem C902.

Dass man mit diesem Gerät Telefonieren, SMS und MMS verschicken kann, muss ich nicht erwähnen. Wichtig für mich: Die Worterkennung T9 lässt sich abschalten. Ich bin seit Jahren T9-Verweigerer und möchte das auch bleiben. Sehr viel erwartet habe ich von der 5 Megapixel-Kamera und das Ergebnis ist durchwachsen. Bei Tageslicht schlägt das C902 das K800i. Es ist schon erstaunlich welche Details man heranzoomen kann. Im Gegenlicht sind die Ergebnisse allerdings sehr ähnlich. Hier zunächst ein unbearbeitetes Foto vom K800i in Orignalgrösse (429 kB, bitte zum Öffnen auf das Bild klicken):

Und hier zum Vergleich ein Foto mit dem C902 (ebenfalls 1:1 vom Speicher gezogen, Grösse: 1,29 MB):

So gross ist der Unterschied abgesehen vom Kontrast nicht, oder?  Bei “vernünftigen” Lichtverhältnissen ist das Bild vom C902 schon besser. Allerdings darf man das Bild nicht auf Youtube-Grösse ändern denn dann ist die Qualität eher lala.

Interessant wird es bei Fotos in dunkler Umgebung. Das K800i hat ja bekanntlich einen Xenon-Blitz. Den finde ich für ein Handy schon ganz ordentlich. Leider hat sich Sony Ericsson von diesem Blitz verabschiedet und baut in seine aktuellen Geräte ein Fotolicht ein. Das Ergebnis sieht wie folgt aus:

Das gleiche zugegeben schwierige Objekt wird mit dem K800i so abgelichtet:

Das Foto ist deutlich heller und der geneigte Leser wird erkennen welche Maxi ich dekorativ für dieses Fotoshooting aufgebaut habe. Schade eigentlich, dass der Blitz durch ein Fotolicht ersetzt wurde.
Ein weiteres für mich interessantes Feature am Handy ist natürlich der eingebaute Radioempfänger. Beide Empfänger sind für das UKW-Band ausgelegt und verfügen über einen RDS-Decoder mit AF-Funktion. Der Empfänger ist für Handyverhältnisse ziemlich empfindlich und trennscharf. So schafft er es z.B. das relativ leise NDR Kultur (104,4, MHz) vom recht lauten Hitradio Antenne (104,3 MHz) zu trennen. Beide Sender kommen mit etwa gleich starkem/schwachen Signal an. Auch das RDS wird bei vielen Sendern schnell ausgelesen. In beiden Geräten steckt vmtl. Der gleiche Empfänger denn die Empfangseigenschaften sind in etwa gleich. Lediglich das RDS wird beim K800i einen Tick schneller ausgelesen.

Im Mobilempfang (in diesem Fall auf dem Fahrrad) sind beide Geräte gleich gut schlecht. Da als Antenne nur das Kopfhörer-Kabel zur Verfügung steht, gibt es gerade bei schwächer einfallenden Sendern Rauscheinbrüche bzw. der Sender verschwindet komplett. Klar, eine Teleskopantenne sieht scheisse aus, wäre mir in diesem Fall aber egal. Es ist schon nervig einen Bericht zu hören und jeden zweiten Satz erraten zu müssen. Vielleicht legt Sony Ericsson ja bald eine vernünftige Antenne zum eigentlich guten Empfänger.

Last but not least das kurz angesprochene GPS-Modul. Man kann sich mit Hilfe dieses Moduls den ungefähren aktuellen Standort anzeigen lassen. Das kann in fremden Städten oder beim Erwachen auf dem Bürgersteig nach durchzechter Nacht schon sehr hilfreich sein.

Aber: Der Empfänger ist zumindest wenn man sich in einem geschlossenen Raum befindet eher ein Schätzinstrument. Das C902 hat mir an verschiedenen Tagen jeweils vom gleichen Punkt aus verschiedene Standorte angezeigt. Mal war ich angeblich direkt in der Osnabrücker Innenstadt, dann fast in Belm und ein paar Stunden später kurz vor Lotte. Und: Es entstehen Kosten für den Datentransfer denn die Karte auf dem Bild oben liegt im Internet auf der Google-Maps-Plattform (man kann sich übrigens auch Satellitenbilder zur Standortbestimmung anzeigen lassen). Ohne entsprechenden Datentarif kann eine solche Standortbestimmung auf Dauer teuer werden, Datentarife werden aber glücklicherweise immer günstiger.

Fazit: Würde man dem C902 noch einen Blitz und evtl. noch W-LAN verpassen, wäre das Gerät mE perfekt. Aber auch mit diesen kleinen Schönheitsfehlern kann ich leben. Das Gerät steht jedenfalls auf meinem Wunschzettel. Is There A Sponsor In The House?

4 Gedanken zu „Sony Ericsson K800i vs. Sony Ericsson C902

  1. Äh, das C902 hat nicht mal einen halben GPS-Empfänger eingebaut. Eigentlich kommt es komplett ohne daher. Was Du dort mit Google-Maps ausgetestet hast, ist eine ungefähre Peilung durch die Mobilfunksendemasten. Das klappt mit Google-Maps auf meinem betagten K610i auch schon.GPS im Handy hat bei Sony-Ericsson aktuell wohl nur mein nächstes Handy: das W760i 🙂

  2. Interessant. Die Betriebsanleitung gaukelt dem Benutzer jedenfalls einen GPS-Empfänger vor 🙂 Naja, mir egal denn zum Navigieren werde ich die Kiste eh nicht nutzen (wenn sie denn mal mein Eigen ist).

  3. Nö, auf der Anleitung stand C902. Da es sich bei dem Exemplar aber um ein Vorführgerät gehandelt hat, war vielleicht ein Produktmanager zu euphorisch als er die Anleitung geschrieben hat 😉

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