Diät – von 130 auf 93

In diesen Tagen jährt sich der Tag an dem ich beschlossen habe meinem Übergewicht den Kampf anzusagen. Das war Ende April/Anfang Mai 2005 – also vor ziemlich genau drei Jahren. Ein Hungerhaken war ich zwar nie, trotzdem bin ich von Jahr zu Jahr runder geworden. Ausschlaggebend für diesen Kampf waren Schmerzen in meinem linken Knie. Das hatte ich mir wohl irgendwie verdreht und ich habe fast vier Wochen lang darunter gelitten. In den ersten beiden Wochen habe ich mich mit Humpeln und Hausmittelchen beholfen und da die Schmerzen nicht abklingen wollten bin ich zu meinem Hausarzt. Er konnte mir zwar keine genaue Diagnose geben und hat Sportverband und Bestrahlungen verordnet (die natürlich nicht wirklich geholfen haben), einen entscheidenden Satz hat er mir dann doch mit auf den Weg gegeben: „Ihr Gewicht ist sicher nicht zum Vorteil für Ihre Gelenke!“ Die Waage blieb in dieser Sprechstunde bei 129 kg stehen (bei einer Grösse von 1,85 m).

Ich bei meiner Lieblingsbeschäftigung im Januar 2005

Zur gleichen Zeit griff im Freundes- und Kollegenkreis der Weight Watchers-Wahn um sich. Jeder war damit beschäftigt Punkte zu zählen und auszurechnen, was er noch essen darf und was nicht. Das saftige Übergewicht im Hinterkopf habe ich mich dann auch mit diesen Weight Watchers-Tabellen beschäftigt. Allerdings habe ich die Unterlagen schnell wieder zur Seite gelegt, weil mir die Rechnerei zu kompliziert war. Trotzdem habe ich ein paar wichtige Infos mitgenommen und mir notiert was böse ist (viele Punkte) und was nicht.

„Es muss ja wohl möglich sein das eigene Gewicht zu reduzieren“ war mein Gedanke. Und ich habe mich selbst beobachtet was ich wann und in welchen Mengen zu mir nehme:
– Frühstück mit fettigem Streichkäse
– tagsüber Cola
– warmes Mittagessen
– nachmittags kleine Kalorienbomben in Form von Schokolade, Erdnüssen oder Chips (begleitet von Cola)
– warmes Abendessen
– Bewegung gleich 0 (wozu gibts Aufzüge?)
– Döner oder Burger geht immer

Noch Fragen? Es ist klar, dass die fast 130 Kilo nicht von irgendwo kamen. Da der „Klick“ aber schon da war, habe ich meine Ernährungsgewohnheiten umgestellt (Sport kam für mich aufgrund meiner Knieschmerzen nicht in Frage):
– Essensmengen beobachten und einteilen
– keine Cola mehr sondern nur noch Cola Light (hat keine Kalorien)
– die Abstände zwischen den Mahlzeiten auseinander ziehen
– keine Knabbereien mehr sondern bei Heisshunger eher etwas trinken
– Fastfood vorerst nur am Wochenende

So habe ich meinen Tag ganz normal mit dem Frühstück begonnen, das Mittagessen immer weiter nach Hinten herausgezögert (15.00 Uhr und später) und mir möglichst „gute Lebensmittel“ (also mit wenigen Punkten) herausgesucht. Auf den Fahrstuhl habe ich verzichtet und bei möglichst jeder Gelegenheit die Treppe genutzt. Ausserdem habe ich mir einen festen Tag für die Gewichtsüberprüfung ausgesucht. Und tatsächlich: Nach zwei Wochen waren bereits die ersten zwei Kilo verschwunden und seit diesem Moment habe ich wöchentlich weitere Pfunde verloren – mal mehr, mal weniger.

Auf diesem Weg habe ich auch ohne richtigen Sport (abgesehen von sporadischem Schwimmen oder Laufen) recht schnell die 120 kg-Grenze erreicht. Nach etwa einem Vierteljahr kam dann der Wendepunkt: Trotz konsequentem Bewusst-/Wenig-Essen stagnierte das Gewicht über Wochen hinweg. Ich habe weder ab- noch zugenommen. Meine Mahlzeiten haben sich auf Frühstück und Abendessen beschränkt, das Mittagessen hatte ich nach etwa zwei Monaten aus meinem Tagesablauf gestrichen. „Und nun?“ dachte ich mir. Während ich mit dem Gedanken spielte evtl. doch regelmässig Sport zu treiben (und sei es halt Schwimmen), habe ich im Herbst 2005 das erste Mal die 120 Kilo-Marke unterschritten.

Letztendlich hat sich an meinen Essensgwohnheiten nicht viel geändert. Ich versuche auf fettiges bzw. kalorienreiches Zeug zu verzichten, biete mich regelmässig auch als Fahrer auf Parties an (um dem punkteintensiven Alkohol zu entkommen) und bin mittlerweile kurz dem Gewichtsbereich den ich eigentlich angepeilt habe: 85-90 Kilo. Aktuell liegt mein Gewicht um die 93 kg und ich bin mir sicher, dass ich den Wunschbereich über kurz oder lang erreichen werde.

Ein Partyfoto vom vergangenen Wochenende

Fakt ist auf jeden Fall: Man kann auch ohne Sport, teuren Ernährungsberatern oder ebenso teuren Wunderpillen abnehmen. Man muss es einfach nur wollen und vor allem konsequent bleiben. Rückschläge bzw. eine Waage die sich nicht im freien Falle befindet, sollten keine Hindernisse sein. Trotzdem darf man sich ruhig mal Sünden leisten und eine Tiefkühlpizza oder einen Doppelwhopper mit drei Lagen Fleisch und doppelt Käse in sich hineinschaufeln. Als Ausgleich sollte die Mahlzeit vorher oder nachher kleiner ausfallen. Wie ich in drei Jahren aussehe weiss ich noch nicht, das wöchentliche Wiege-Ritual ziehe ich trotzdem durch und versuche meine Essensgewohnheiten am jeweiligen Ergebnis auszurichten. Also: Auf die Waage, Ziel setzen und durchhalten!

1 thought on “Diät – von 130 auf 93

  1. Mein Reden seit mindestens 2003 😉 War bei mir nicht ganz soviel, aber auf sehr ähnliche Art und Weise. Und das Fazit ist genau richtig: man muß es wollen!

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