Tunesien 2007 – Teil 2

Neben Sonne, Sand und Buffet haben wir eine zweitägige Bustour in Richtung Südtunesien unternommen.

Das erste Ziel war El Djem in Zentraltunesien. Dort lassen sich die Reste eines Amphitheaters bewundern. Es wurde im Jahr 238 n. Chr. Errichtet und hatte ein Fassungsvermögen von 30.000 Zuschauern. Damit war es das drittgrösste Theater des Römischen Reiches. Dort wurden vermutlich Gladiatorenkämpfe veranstaltet, der Schacht in der Mitte des Theaters war ein Löwengrube. Ein Flügel des Amphitheaters wurde im 2. Weltkrieg durch Bomben zerstört, gegenwärtig wird es u.a. als Theater genutzt (nachdem die tonnenweisen Touristen wieder verschwunden sind).

El DjemEl Djem
El Djem
El Djem
El Djem
El Djem
El Djem

Warum römisches Amphitheater? Ein Teil vom heutigen Tunesien war zwischen 146 v. Chr. und 439 n. Chr. war römische Provinz und gleichzeitig einer der bedeutendsten Getreidelieferanten des römischen Reiches. Überhaupt ist die tunesische Geschichte sehr abwechslungsreich: Araber, Spanier und Türken beherrschten das Land bis 1881 und lieferten sich teilweise Kämpfe mit den einheimischen Berberstämmen. 1881 wurde Tunesien dann französisches Protektorat, erst 1956 wurde das Land unabhängig. Tunesien ist zweisprachig, neben Hocharabisch ist Französisch dort Pflichtsprache in der Schule.

“Offizielle” Tankstelle

“Inoffizielle” Tankstelle mit Treibstoff aus Lybien, er kostet dort rund ein Drittel weniger

Nach dem Besuch des Amphitheaters ging es weiter Richtung Süden an Sfax vorbei Richtung Matmata.

MatmataMatmata
Matmata
Matmata

Die Landschaft dort ist sehr öde und karg. In dieser unwirklichen Gegend befinden sich Höhlenwohnungen, welche in den lehmigen Boden eines Hügels gegraben wurden. Von Aussen ist oft nur der Eingang zu sehen, manchmal sieht man aber gar nichts, weil das Innere eines Hügels ausgehöhlt und zum Innenhof umfunktioniert wurde.

MatmataMatmata
Matmata
Kochstelle
Matmata
Schlafraum
Matmata
Matmata
Werkstatt
Matmata
Matmata

Vorteil dieser Höhlenwohnungen sind konstante Temperaturen, die in etwa um die Jahresdurchschnittstemperatur liegen. Im Sommer bieten sie Schutz vor der Hitze, im Winter sind sie auch ohne Feuerstellen relativ warm. Einige dieser Höhlen sind einige Jahrtausende alt, mittlerweile haben die dortigen Bewohner auch jeden erdenklichen Komfort (Telefon, Sat-TV usw.).

Durch die Touristenströme die täglich durch diese Höhlenwohnungen laufen, ergibt sich natürlich eine zustzliche Einnahmequelle für die Höhlenbewohner die aus traditionellen Gründen ihre Wohnungen nicht verlassen möchten. Gegen eine kleine Gebühr stellen sie ihre Wohnungen zum Besichtigen/Fotografieren zur Verfügung. Aus mitteleuropäischer Sicht ist ein solcher Einblick höchst interessant, ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen in einer solchen Höhle zu wohnen. In Matmata selbst gibt es ein Berberhotel in dem man auf diese traditionelle Weise übernachten kann.

Matmata

Nach der Besichtigung der Höhlenwohnungen ging es weiter Richtung Südwesten nach Douz. Dort steht das „Tor zur Sahara“.

Douz

Hinter diesem Tor beginnt der nordöstliche Teil der Sahara. Von dort aus werden knapp einstündige Dromedartouren in die Wüste angeboten. Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Mitten in der Wüste stehen, Sand bis zum Horizont und ausser dem Wind nur Stille – das ist schon ein komisches Gefühl. Und Dromedarreiten ist nicht wirklich mein Ding. Klar bekommt man mehr mit als wenn man in einem Jeep sitzt, allerdings ist ein Jeep etwas bequemer.

DouzDouz
Douz
Douz
Douz

Nach einer Übernachtung in Douz ging es um 5.30 Uhr (!!!) weiter Richtung Chott el Djerid. Der Chott el Djerid ist der grösste Salzsee Tunesiens und wird von einer etwa 70 Kilometer lange Strasse durchquert.

Chott el Djerid

Dort konnten wir auf halber Strecke mitten im See den Sonnenaufgang und Salzkristalle aus der Nähe beobachten.

Chott el DjeridChott el Djerid
Chott el Djerid
Chott el Djerid

Für eine Fata Morgana war es allerdings noch zu früh, die lässt sich auf der Piste durch den Chott el Djerid nach den Worten des Reiseleiters recht gut beobachten. Die Fahrt ging weiter Richtung Nordwesten nach Tozeur. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Häusern sind die Gebäude dort nicht gemauert und mit weissem Putz versehen.

TozeurTozeur
Tozeur

Auf diesen Lehmziegelmauern entstehen je nach Sonnenstand interessante Schatten, daher wird dieser Stil auch an aktuellen Gebäuden benutzt. Im Südosten von Touzeur schliesst eine Oase an, in der wir Bananen, Granatäpfel in „freier Wildbahn“ beobachten konnten: Ausserdem wurde uns demonstriert wie eine Palme abgeerntet wird.

TozeurTozeur
Tozeur

Nach der Tour durch die Oase ging es weiter Richtung Metlaoui. Dort verkehrt der Nostalgiezug “Le Lezard Rouge” aus dem Jahr 1910. Allein der Zug ist nicht nur für Eisenbahnfans ein optisches Highlight.

MetlaouiMetlaoui
Metlaoui

Vom Bahnhof Metlaoui führt eine knapp 16 km lange Strecke in eine filmreife Kulisse.

MetlaouiMetlaoui
Metlaoui
Metlaoui

Die Schluchten, Tunnelsystem und steilen Felswände dienten übrigens tatsächlich für so manchen Westernfilm als Kulisse. Die letzte Station dieser Rundreise war die Stadt Kaiouran. Dort befindet sich die heiligste Moschee des Landes, hier ein paar optische Eindrücke.

Kaiouran
Kaiouran
Kaiouran
KaiouranKaiouran

Insgesamt haben wir in den beiden Tagen knapp 1000 Kilometer zurückgelegt. Natürlich kann man in einer solch kurzen Zeit nur einen oberflächlichen Eindruck des Landes bekommen, es ist aber sehr facettenreich.

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