Deutschquote

In Berlin findet in diesen Tagen die Musikmesse „Popkomm“ statt und gleich zum Beginn dieser Veranstaltung gibt es eine medienwirksame Forderung deutschsprachiger Musiker. In der B.Z. Berlin ist folgender Artikel nachzulesen:

Zwangs-Quote für deutsche Musik?
Berlin – Was verbindet Udo Lindenberg und der Sänger Mousse T? Sie fordern eine Quote für deutsche Hits im Radio und TV. Am Mittwoch (29.09) gab es dazu eine Anhörung im Kulturausschuss des Bundestages. Warum sie mehr Schlager und Volksmusik wollen? “Deutsche Musik ist im Radio skandalös unterrepräsentiert, neue Bands bekommen nur 1 Prozent der Sendezeit”, so die Künstler. Sängerin Yvonne Catterfeld: “Wir brauchen die Quote, damit Newcomer eine Chance bekommen.” Bundestagsvizepräsidentin Antje Vollmer unterstützt die Initiative: “Musik, die nie vorgestellt wird, kann auch nicht ankommen.” Udo Lindenberg kritisiert die Programmmacher: “Radiomoderatoren sind die Sklaven internationaler Platten-Konzerne.”
Weltweit gibt es 19 Länder, die 15 bis 50 Prozent einheimische Musik vorschreiben. Die Regierungschefs der Bundesländer hatten noch 2003 eine Quote abgelehnt. Und das wird wohl auch so bleiben: “Am Ende entscheidet der Hörer, was gut ist”, sagt CDU-Bundestagsabgeordneter Steffen Kampeter aus Minden. Die Privat-Radios wollen sich gegen eine Quote mit einer Verfassungsklage wehren.

Diese Forderung ist definitiv nicht neu, in einschlägigen Medienforen wird das Thema schon länger diskutiert. Interessant ist nur, dass sie jetzt die Politik mit in diese Diskussion mit einmischt. Mit welcher Berechtigung eigentlich? Gibt es nicht viel wichtigere Themen die zu bearbeiten sind? Ausserdem frage ich mich warum in Deutschland alle reguliert werden muss. Letztendlich wird sich der Markt selbst regulieren und alles was nicht kompatibel bzw. attraktiv ist, fällt einfach raus. Das gilt nicht nur für Musiker/Bands, sondern auch für Radio- und TV-Formate und –Sender. Daher glaube ich auch, dass sich der Einheitsbrei im deutschen Radio nicht mehr sehr lange halten wird. Nicht ohne Grund klettert die Zahl der teutoRADIO-Hörer langsam aber stetig weiter nach oben, durch die flächendeckende und für den Endverbraucher bezahlbare Einführung von UMTS werden die eh Karten neu gemischt, der Radiomarkt wird sich neu aufteilen.

Zurück zur deutschen Musik: Zugegeben bin ich nicht der allergrösste Fan von MIA, den SPORTFREUNDEN STILLER oder gar den RANDFICHTEN mit ihrem „Holzmichel“ (hält sich mittlerweile übrigens seit 37 Wochen in den Charts, also seit Mitte Januar!). Daher bin ich auch kein Fan einer solchen Quotenregelung. Sinnvoller wäre sicher die Förderung/stärkere Berücksichtigung von Musikern aus Deutschland. Dazu zählt auch die Sparte „Dance“. Paul van Dyk z.B. gehört zu den bekanntesten DJs auf diesem Planeten. Dementsprechend findet er auch in den deutschen Medien statt. Aber was ist mit einem CJ Stone aus NRW? Okay, den einen oder anderen Top 50-Hit hatte er auch schon in den Media Control Charts. Schaut man aber nach z.B. Grossbritannien, findet man ihn und seine Remixe regelmässig in den Top 20. Ein weiteres, aktuelles Beispiel ist die aktuelle Single von Commander Tom („Attention“). Okay, das Sample („Show Me Your Atääääntion“) ist abgegriffen, trotzdem ist der Track gut gemacht. Wo findet er im deutschen Radio statt? Neben teutoRADIO und einigen weiteren Webradios bisher nur bei sunshine live. Hier sollten andere grosse Sender einfach mal den Mut besitzen über die Standartsongs hinauszublicken und auch solche (deutsche) Produktionen zu fördern. Vielleicht geht es auch nicht anders und die Radiosender müssen solche Vorschriften/Auflagen bekommen. Ansonsten bin ich generell gegen eine solche Regulierung.

Ich habe zu diesem Zweck die Kommentar-Funktion in diesem Blog aktiviert. Eure Meinung ist hier gefragt. Quote für deutsche / deutschsprachige Musik? Ja? Nein? Warum? Lasst Eurer Meinung freien Lauf.

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