Luistercijfers Mai-Juni 2018

NPO Radio 2 bleibt auch im Zeitraum Mai-Juni 2018 Marktführer in den Niederlanden. Der Vorsprung ist ähnlich groß wie im Vormonat. NPO Radio 1 verliert mit 0,8 % die meisten Marktanteile´, Radio Veronica verliert 0,3 %. Erwähnenswert ist noch das leichte Plus von NPO 3FM nach vielen Monaten Talfahrt.
Hier alle Zahlen:

01. NPO Radio 2: 12.0 % (12.1 %)
02. Radio 538: 11.6 % (11.6 %)
03. Sky Radio: 9.5 % (9.6 %)
04. Qmusic: 8.7 % (8.5 %)
05. Radio 10: 8.0 % (8.0 %)
06. NPO Radio 1: 7.5 % (8.3 %)
07. NPO Radio 5: 4.1 % (4.2 %)
08. 100% NL: 3.9 % (3.7 %)
09. Radio Veronica: 3.5 % (3.8 %)
10. NPO 3FM: 3.0 % (2.9 %)
11. NPO Radio 4: 2.3 % (2.2 %)
12. SLAM!: 1.7 % (1.6)
13. Classic FM: 1.2 % (1.1 %)
14. Sublime: 0.8 % (0.8 %)
15. BNR Nieuwsradio: 0.8 % (0.7 %)
[Quelle: radio.nl]

Frequenztausch im Raum Cloppenburg?

Ein User aus dem UKW/TV-Forum hat sich vor wenigen Tagen den Streamserver von Radio 21 etwas genauer angesehen und dort diesen Eintrag entdeckt:
Radio 21-StreamserverRadio 21 auf 99,3 MHz aus Cloppenburg? Gibt es derzeit nicht. In Cloppenburg – bzw. Molbergen-Peheim – sendet derzeit die Ems-Vechte-Welle auf 99,3 MHz. Dank des mit 220 Metern realtiv hohen Sendemastens, ist der Sender trotz der relativ geringen Sendeleistung von 1,0 kW in weiten Teilen des Weser-Ems-Gebietes zu hören.
99,3 MHzWas steckt hinter diesem Eintrag? Sollen hier Frequenzen getauscht werden? Fassen wir die Fakten zusammen: im April 2017 liefen vom Standort Papenburg aus Testsendungen für die Ems-Vechte-Welle auf 89,5 MHz. Eine in meinen Augen ziemlich beknackte Koordination da vom niederländischen Standort Smilde auf 89,6 MHz (5,0 KW) gearbeitet wird. Die Frequenz 99,3 MHz wurde auf der Ems-Vechte-Welle lange mit “Papenburg 99,3” beworben, Papenburg ist allerdings rund 40km vom Sender Molbergen entfernt. Klassische Billigradios werden in Papenburg entsprechende Schwierigkeiten mit dem Empfang der 99,3 haben. Daher macht die 89,5 doch Sinn. Das Sendegebiet von Radio 21 hingegen weist gerade in dem Bereich eine große Lücke aus:
Sendegebiet Radio 21Der Sender Molbergen würde diese Lücke definitiv schliessen:
Sendegebiet Molbergen 99,3 MHzMöglicherweise nimmt also die Ems-Vechte-Welle eine neue Frequenz am Standort Papenburg in Betrieb und gibt die Frequenz in Molbergen ab an Radio 21. Das wäre ein interessanter Schachzug für den gern totgesagten UKW-Bereich. Vor wenigen Wochen tauchte in der wöchentlich veröffentlichten BNetzA-Datei die Frequenz 99,3 MHz für den Raum Melle auf. Gerüchteweise soll diese an Radio 21 gehen, das spricht ebenfalls für eine Änderung am Standort Molbergen. Vermutlich wird die Ems-Vechte-Welle irgendwann noch einen Sender in Meppen in Betrieb nehmen, an diesem Standort ist z.B. 98,3 MHz koordiniert. Könnte eine Gegenleistung für das Abtreten der reichweitenstarken 99,3 sein.

Zum Standort Molbergen: er wurde in den späten 1960ern errichtet und diente lange zur Verbreitung des ZDFs und des NDR Fernsehens. 1997 wurde an diesem Standort die UKW-Frequenz 99,3 MHz für den Offenen Kanal Cloppenburg in Betrieb genommen. Anfang 1999 gab es Streit unter den Verantwortlichen des OK CLP, der Sendebetrieb wurde eingestellt. Ich habe mich seinerzeit beim Offenen Kanal Osnabrück dafür stark gemacht einen Übernahmeantrag für diese Frequenz zu stellen, damit der Nordkreis Osnabrück besser versorgt wird. Wie so oft wurden die Verantwortlichen von der Realtität überholt, im Sommer 1999 wurde ein Testprogramm der Ems-Vechte-Welle aufgeschaltet (gefolgt vom regulären Programm). Mittlerweile verbreiten NDR und Dlf Kultur Programme über diesen Standort. Seit etwas über einem Jahr wird auch das erste bundesweite Digitalradiopaket mit 5kW auf Kanal 5C über diesen Standort verbreitet. Hier ein Senderoto aus dem Jahr 2006
Sender Molbergen-Peheim / Cloppenburg

Einschaltquoten der NRW-Lokalsender (E.M.A. NRW 2018 II)

Radio NRW ist gemäß der ma Audio 2018 II Marktführer in Nordrhein-Westfalen. Doch die Unterschiede in den einzelnen Verbreitungsgebieten sind teilweise gravierend: während die Locals im Ruhrgebiet an den Hörern vorbeisenden und max. 30% Einschaltquote (“Hörer gestern”) erreichen, ist man gerade in Ostwestfalen Marktführer. 1LIVE liegt dort oft weit unter 20% – sofern die Pressemitteilungen stimmen. Der Hipsterfunk kommt offensichtlich nicht überall gut an.

Ich habe mir die Mühe gemacht und alle Webseiten der Lokalsender nach Informationen über die jeweilige Einschaltquote im Rahmen der E.M.A. NRW 2018 II durchforstet. Das sind meine Ergebnisse:

Radio Bielefeld: 52%
Radio Westfalica: 51%
Radio Kiepenkerl: 46%
Radio Herford: 44%
Radio WMW: 42%
Radio Gütersloh: 41%
Radio WAF: 40%
Radio MK: 38%
Radio Sauerland: 37%
Radio Lippe: 36%
Radio RST: 36%
Radio Hochstift: 35%
Radio Oberhausen: 32%
Radio Essen: 32%
Radio Herne: 31%
Radio Bochum: 30%
Antenne Münster: “mehr als 30%”
107.7 Radio Hagen: 30%
Radio Euskirchen: 26%
Radio KW: 26%
Radio Duisburg: 19%
Radio Ennepe Ruhr: 13%

Hier gibt es Vergleichswerte aus der E.M.A. NRW 2018 I.

ma Audio 2018 II – Wo sind die Hörer hin?

Gestern gab es wieder offizielle Zahlen zur Radionutzung in Deutschland. Wie immer handelt es sich dabei ein Blick in die Glaskugel. Interessant ist, dass dieses Mal sehr viele Sender ein Minus aufweisen. Wo sind die Hörer? Aus eigenen Beobachtungen weiss ich, dass oftmals Spotify, Youtube oder eigene Musikdateien zur Beschallung genutzt werden. Also der gleiche Geräuschteppich, der früher™ durch Cassetten erzeugt wurde. Täglich grüßt das Murmeltier…

Sind wirklich so viele Radiohörer auf Spotify unterwegs? Hier ein paar Zahlen zum großen Radio-Gespenst:

Spotify: 61.151 (50.902 / +20,1 %)
[Quelle: rms.de]

Dieses Plus liest sich gewaltig (wie man bei uns im Norden so schön sagt), wir reden hier aber über eine Kleinstadt die Spotify angegeben hat. Wo ist das Problem? Alles in allem verstehe ich die Panik vor den On Demand-Medien nicht. Macht einfach interessantes Radio, idealerweise mit aktuellem oder Regional-/Lokalbezug. Das kann Spotify noch nicht.
Hier wieder ausgewählte Zahlen:

Deutschlandweit
sunshine live: 88.000 (79.000 / +11,4 %)
Klassik Radio: 314.000 (231.000 / + 35,9 %)
Radio Paloma: 96.000 (99.000 / – 3,0 %)
JAM FM: 49.000 (49.000 / + 0 %)
RTL RADIO: 165.000 (153.000 / +7,8 %)
Schlagerparadies: 75.000 (67.000 / +11,4 %)

Norddeutschland
NDR 2: 818.000 (802.000 / +2,0 %)

Schleswig-Holstein
R.SH: 269.000 (268.000 / +0,4 %)
delta radio: 36.000 (28.000 / +28,6 %)
Radio BOB! rockt Schleswig-Holstein: 42.000 (37.000 / +13,5 %)

Mecklenburg-Vorpommern
ANTENNE MV: 101.000 (100.000 / +1,0 %)
Ostseewelle HIT-RADIO MV: 151.000 (164.000 / -7,9 %)

Hamburg
alsterRadio: 29.000 (39.000 / -25,6 %)
ENERGY Hamburg: 26.000 (40.000 / -35,0 %)
HAMBURG ZWEI: 19.000 (22.000 / -13,6 %)
Radio Hamburg: 154.000 (175.000 / -12,0 %)

Niedersachsen
radio ffn: 339.000 (324.000 / +4,6 %)
Antenne Niedersachsen: 336.000 (312.000 / +7,7 %)
RADIO 21: 105.000 (104.000 / +1,0 %)

Bremen
Bremen Eins: 108.000 (94.000 / +14,9 %)
Bremen Vier: 89.000 (98.000 / -9,2 %)
ENERGY Bremen: 40.000 (31.000 / +29,0 %)

Nordrhein-Westfalen
1LIVE: 867.000 (879.000 / -1,4 %)
WDR 2: 990.000 (1.020.000 / -2,9 %)
radio NRW: 1.683.000 (1.657.000 / +1,6 %)
100’5 DAS HITRADIO: 34.000 (30.000 / +13,3 %)

Berlin-Brandenburg
radioeins: 91.000 (101.000 / -9,9 %)
Antenne Brandenburg: (166.000 / %)
Fritz: 97.000 (84.000 / -23,3 %)
Inforadio: 64.000 (64.000 / +0 %)
radioBERLIN 88,8: 97.000 (82.000 / +18,3 %)
94,3 rs2: 98.000 (109.000 / -10,9 %)
98,8 KISS FM: 59.000 (65.000 / -9,2 %)
100,6 FluxFM: 21.000 (24.000 / -12,5 %)
104,6 RTL: 111.000 (160.000 / -30,6 %)
105’5 Spreeradio: 94.000 (78.000 / +20,5 %)
BB RADIO: 112.000 (105.000 / +6,7 %)
Berliner Rundfunk 91.4: (132.000 / %)
ENERGY Berlin: 46.000 (60.000 / -23,3 %)
JAM FM Berlin: 35.000 (38.000 / -7,9 %)
Klassik Radio Gebiet Berlin: 45.000 (45.000 / +0 %)
radio B2: 93.000 (74.000 / +25,7 %)
Radio Cottbus: 21.000 (23.000 / -8,7 %)
Radio Paradiso: 35.000 (32.000 / +9,4 %)
Radio TEDDY: 62.000 (52.000 / +19,2 %)
Star FM 87.9: 85.000 (99.000 / -14,1 %)

Das Runterbrechen auf einzelne Bundeländer spare ich mir an dieser Stelle, da mir die Zahlen bei dieser MA sehr suspekt erscheinen. Wer Interesse hat, kann sich gern mit www.reichweiten.de auseinandersetzen, alternativ gibt es hier Zahlen zur ma Audio 2018.

Es fehlen meiner Meinung nach Zahlen zu Bremen NEXT und zu den Lokalsendern in Niedersachsen. Bremen NEXT wird vmtl. in den nächsten bzw. übernächsten Zahlen auftauchen, die kommerziellen Lokalsender in NDS werden sich vmtl. weiterhin in ihren Kombis verstecken.

Privates DAB+-Paket in Bremen auf Sendung

Seit ziemlich genau einer Woche ist das erste kommerzielle Digitalradiopaket Bremens auf Sendung. Verbreitet werden folgende Programme:

– Energy Bremen
– Nordseewelle
– radioB2
– ffn
– RADIO ROLAND

PELI ONE soll später noch hinzukommen, damit wären drei zusätzliche Stationen terrestrisch zu empfangen. Verbreitet wird das Paket aus Bremen-Walle auf Kanal 7D mit 2,0 kW, der Sender in Bremerhaven-Schiffdorf soll in der ersten Jahreshälfte 2019 dazu kommen (Sendeleistung: 0,5 kW).
DigitalradioDie eigentlich viel zu geringe Sendeleistung basiert nach meinen Infotmationen auf einem Einspruch aus Niedersachsen. Offenbar möchte man nicht, dass zu viele Niedersachsen das Bremer Digitalradioangebot nutzen. Radio Bremen selbst sendet übrigens nur mit 1,0 kW.

Interessant finde ich die Aufschaltung von Radio Nordseewelle.
Der Sender mit Sitz im ostfriesischen Norden ist über diesen DAB-Kanal außerhalb des eigentlichen Sendegebietes zu hören.

[Quelle: Screenshot von https://radio-nordseewelle.de/empfang]

Da meines Wissens aber keine DAB-Kapazitäten in Niedersachsen ausgeschrieben werden, ist dies der einzige Weg um im Digitalradio empfangbar zu sein. Ein kluger Schachzug.