Inbetriebnahme Sender Smilde verzögert sich

Das eher schlechte Wetter in den ersten Juli-Wochen sorgt für Verzögerungen bei der Installation der Antennenkabel beim wiederaufgebauten Sender in Hoogersmilde. Durch den langanhaltenden und teilweise starken Regen konnte das Kabel nicht verlegt werden. Ausserdem wurde das neue Kabel bei der Montage regelmässig beschädigt, die Beschädigungen sorgen für zusätzliche Verzögerungen.

Der für Anfang August geplante Sendestart ist auf Mitte September verschoben worden. Bis zu dem Zeitpunkt bleiben die Hilfssender noch On Air.

www.radio-tv-nederland.nl SmildeMet Dank aan Hepke (www.radio-tv-nederland.nl)

Acht Kabel hingen Ende der vergangen Woche im neuen Gittermast. Zwei davon sind für DVB-T, die restlichen sechs sind für die KPN-Anlagen. Insgesamt müssen für die KPN-Anlagen acht Kabel gezogen werden. Anschliessend werden acht Kabel für die Systeme der Firma Broadcast Partners verlegt. Danach werden vermutlich Tests gefahren um anschliessend den Mast wieder in Betrieb zu nehmen.

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Gewitter im Schnelldurchlauf

Seit Montag herrschte Sommer. Ein paar Tage ohne Regen, strahlend blauer Himmel, Temperaturen jenseits der 25°C-Grenze. endlich mal ein Hauch von der Jahreszeit die auf dem Kalender steht. Daher auch kaum Einträge, die lauen Abende verbringe ich lieber an der warmen Abendluft. Jetzt ist erstmal Schluss mit Sommer. Gestern zog vom Südwesten her eine Kaltfront über Deutschland, begleitet wurde diese Front von Gewittern. um Osnabrück hat diese Front einen Bogen gemacht, auf dem Regenradar sah das Ganze aber trotzdem sehr interessant aus:

Bewerber UKW-Frequenz Osnabrück bekannt

Am Freitag hat die niedersächsischen Landesmedienanstalt die Bewerber auf die ausgeschriebene UKW-Frequenz in Osnabrück bekanntgegeben:

Radio Osnabrück GmbH & Co. KG i. Gr. (Radio Osnabrück)
49 % audio media service Produktionsgesellschaft mbH & Co. KG
49 % Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG
2 % NWZ Funk und Fernsehen GmbH & Co. KG

teutoRADIO Osnabrück GmbH i. Gr. (TeutoRadio Osnabrück)
40 % Kannenberg GmbH
15 % teutomedia GmbH
10 % Enorm Media Presse und Serviceagentur UG
10 % Enorm Verlagsgesellschaft mbH
10 % Herr Mathias Fischer
10 % NANO-COMP electronic GmbH
5 % Betreibergesellschaft RegioOnline mbH

Nachdem ich viele Gespräche bzgl. dieses Themas geführt habe steht für mich fest, dass es in Osnabrück keine geeignete Frequenz gibt um einen Radiosender mit Gewinn zu betreiben. Demnach wird wahrscheinlich die Neue Osnabrücker Zeitung den Zuschlag bekommen (ähnlich wie vor eingen Wochen im Raum Braunschweig). Die Zeitung kann eine solches Verlustgeschäft eher verkraften als ein unabhänigiger Anbieter.

Die Entscheidung welcher Programmveranstalter den Zuschlag erhält fällt voraussichtlich am 13. September 2012.

Favourite Five 9/2012

Sooo, nachdem ich hier in den letzten Tagen viele schöngerechnete Zahlen präsentiert habe, ist es nun an der Zeit für neue Statistiken:

01. Chocolate Puma & Firebeatz – Just One More Time Baby
02. Ferry Corsten feat. Aruna – Live Forever
03. Two Door Cinema Club – Sleep Alone
04. Lemar – Invincible
05. Rudimental feat. John Newman – Feel The Love

Schöne Woche 🙂

Nachtrag zur Mediaanalyse 2012 Radio II

Hier noch ein paar Zahlen zur Mediaanalyse vom Dienstag:

National
Energy City Combi: 811.000 (804.000 / +7.000)
Jam FM: 267.000 (272.000 / -5.000)
Klassik Radio: 939.000 (931.000 / + 8.000)
Radio Paloma: 321.000 (298.000 / +23.000)
Deutschlandfunk: 1.535.000 (1.480.000 / +55.000)
Deutschlandradio Kultur: 480.000 (449.000 / +31.000)
Funkhaus Europa: 191.000 (119.000 / +72.000)

Norddeutschland
NDR1 Niedersachsen: 1.874.000 (2.111.000 / -237.000)
NDR1 Welle Nord: 623.000 (694.000 / -71.000)
NDR1 MV: 534.000 (548.000 / -14.000)
NDR 90,3: 469.000 (442.000 / +27.000)
NDR Info: 616.000 (615.000 / -1.000)
N-Joy: 1.158.000 (1.155.000 / + 3.000)

Bremen
Nordwestradio: 30.000 (41.000 / -11.000)

Nordrhein-Westfalen
WDR3: 195.000 (223.000 / -28.000)
WDR5: 620.000 (579.000 / +41.000)

Durch diese Zahlen wird ein wenig deutlicher welcher Hörer woher kommt. So hat NDR1 NDS beispielsweise Hörer verloren, einige von denen sind evtl. zu ffn, Antenne und Radio21 gewandert. Schaut man sich nur die Zahlen aus Niedersachsen an sieht es wie folgt aus:

Energy City Kombi: 5.000 (7.000 / -2.000)
Jam FM: 1.000 (9.000 / -8.000)
Klassik Radio: 61.000 (70.000 / -9.000)
Radio Paloma: 38.000 (29.000 / +9.000)
RTL Radio: 63.000 (63.000 / +0)
sunshine live: 15.000 (13.000 / +2.000)
Deutschlandfunk: 234.000 (226.000 / +8.000)
Deutschlandradio Kultur: 52.000 (39.000 / +13.000)
NDR1 Niedersachsen: 1.411.000 (1.555.000 / -144.000)
NDR1 Welle Nord: 22.000 (43.000 / -21.000)
NDR 90,3: 109.000 (95.000 / +14.000)
NDR2: 1.423.000 (1.231.000 / +192.000)
NDR Kultur:137.000 (132.000 / +5.000)
NDR Info: 287.000 (283.000 / + 4.000)
N-Koy: 535.000 (545.000 / -10.000)

„Fremdsender“ aus benachbarten Bundesländern gehört in Niedersachsen:
Energy Hamburg: 5.000 (7.000 / – 2.000)
Oldie 95: 11.000 (7.000 / +4.000)
Radio Hamburg: 155.000 (125.000 / +30.000)
Alster Radio: 40.000 (31.000 / +9.000)
bremen eins: 192.000 (211.000 / -19.000)
bremen vier: 238.000 (260.000 / -22.000)
Nordwestradio: 19.000 (28.000 / -9.000)
Energy Bremen: 105.000 (109.000 / -4.000)
1Live: 122.000 (95.000 / +27.000)
WDR2: 57.000 (63.000 / -6.000)
WDR3: 4.000 (2.000 / +2.000)
WDR4: 17.000 (41.000 / -24.000)
WDR5: 10.000 (15.000 / -5.000)
radio NRW: 54.000 (25.000 / +29.000)
hr1: 21.000 (15.000 / +6.000)
hr2: 1.000 (0 / +1.000)
hr3: 26.000 (44.000 / -18.000)
You FM: 1.000 (- / -)
hr info: 0 (1.000 / -1.000)
HIT RADIO FFH: 25.000 (20.000 / +5.000)
planet radio: 9.000 (8.000 / +1.000)
MDR1 Radio Sachsen-Anhalt: 46.000 (46.000 / +0)
MDR Jump: 83.000 (117.000 / -34.000)
MDR Info: 2.000 (4.000 / -2.000)
MDR Figaro: 9.000 (9.000 / +0)
MDR Sputnik: 7.000 (7.000 / +0)
89.0 RTL: 413.000 (369.000 / +44.000)
Radio Brocken: 20.000 (21.000 / -1.000)
radio SAW: 162.000 (188.000 / -26.000)
Antenne MV: 1.000 (1.000 / +0)
Ostseewelle: 6.000 (7.000 / -1.000)
[Quelle für alle Zahlen: www.reichweiten.de]

All diese Zahlen lassen sehr viel Raum für Spekulationen. Es fehlen natürlich die niedersächsischen Lokalradios (zu denen auch OSradio 104,8) gehört sowie Stationen aus dem benachbarten Ausland wie z.B. den Niederlanden. In dieser Analyse werden bekanntlich nur die Sender berücksichtigt, die sich finanziell an der Erfassung beteiligen. Ein richtig neutrales Ergebnis bietet diese Untersuchung demnach nicht.

Media-Analyse 2012 Radio II

Es haben mal wieder alle gewonnen. So sehen zumindest auf den ersten Blick die Zahlen der neuen Reichweitenanalyse im Bereich „Radio“ aus. Auf der anderen Seite höre ich immer wieder Stimmen aus dem Freundes- oder Bekanntenkreis, die sich nur noch ihrer eigenen Musik oder einem der vielen Livestreams berieseln lassen. Zu Hause gehöre ich übrigens ebenfalls zu dieser Gruppe und mache wenn möglich einen Bogen um das „normale“ Radio. Auf der anderen Seite haben sich die Hörerzahlen nach oben entwickelt. Ich persönlich finde die Umfragemethode alles andere als realistisch und habe selbst auch schon vor ein paar Jahren Bekanntschaft mit einer solchen Umfrage gemacht. Natürlich ist es unfair eine Befragerin ins offene Messer laufen zu lassen, es wird aber sicher genug Leute geben die ähnlich antworten (oder halt mich „Isch hör nur Musik von dem krassfetten Eipott“). Wie dem auch sein, heute morgen gabs neue Zahlen. Ich habe wieder ein paar Zahlen herausgepickt (die Zahlen in Klammern sind die Werte aus der ersten Media-Analyse 2012):

Deutschlandweit
sunshine live: 100.000 (83.000 / +17.000)

Norddeutschland
NDR 2: 786.000 (684.000 / +112.000)

Schleswig-Holstein
R.SH:  218.000 (256.000 / -38.000)
delta radio: 72.000 (78.000 / -6.000)
Radio NORA: 33.000 (30.000 / +3.000)

Mecklenburg-Vorpommern
Antenne MV: 103.000 (115.000 / -12.000)
Ostseewelle: 189.000 (169.000 / +20.000)

Hamburg
alster radio 106!8 rock’n pop: 67.000 (49.000 / +18.000)
Energy Hamburg: 27.000 (25.000 / +2.000)
Oldie 95:  32.000 (32.000 / +0)
Radio Hamburg: 233.000 (221.000 / +12.000)

Niedersachsen
radio ffn: 502.000 (469.000 / +33.000)
Hit-Radio Antenne: 375.000 (315.000 / +19.000)
Radio 21:  69.000 (58.000 / +11.000)

Bremen
bremen eins: 114.000 (122.000 / -8.000)
bremen vier: 123.000 (128.000 / -5.000)
Energy Bremen: 37.000 (37.000 / +0)

Nordrhein-Westfalen
1LIVE: 1.096.000 (1.011.000 / +85.000)
WDR 2: 972.000 (932.000 / +40.000)
WDR 4: 786.000 (781.000 / +5.000)
radio NRW: 1.726.000 (1.737.000 / -11.000)

Berlin-Brandenburg
radioeins: 113.000 (120.000 / -7.000)
Antenne Brandenburg: 255.000 (240.000 / +15.000)
Fritz: 113.000 (111.000 / +2.000)
Inforadio: 57.000 (45.000 / +12.000)
radioBERLIN 88,8: 105.000 (107.000 / +2.000)
94,3 rs 2: 151.000 (152.000 / -1.000)
98,8 Kiss FM: 63.000 (57.000 / +6.000)
100,6 FluxFM: 18.000 (22.000 / -4.000)
104,6 RTL: 200.000 (208.000 / -8.000)
105’5 Spreeradio: 110.000 (113.000 / -3.000)
BB Radio: 215.000 (235.000 / -20.000)
Berliner Rundfunk 91,4: 114.000 (160.000 / -16.000)
Energy Berlin: 54.000 (53.000 / +1.000)
JAM FM Berlin: 37.000 (47.000 / -10.000)
JazzRadio: 11.000 (6.000 / +5.000)
Klassik Radio Gebiet Berlin: 55.000 (42.000 / +13.000)
Radio Cottbus: 17.000 (16.000 / +1.000)
Radio Paradiso: 33.000 (43.000 / -10.000)
Radio TEDDY: 27.000 (32.000 / -5.000)
Star FM 87,9: 73.000 (86.000 / -13.000)
[Quelle: www.reichweiten.de]

Die Pressemitteilungen erspare ich mir an dieser Stelle. Schliesslich hat ja wie immer jeder Sender gewonnen…

Einsturz Sendemast Smilde jährt sich

Heute vor genau einem Jahr ist nach einem Brand der Gittermast des Senders Smilde eingestürzt. Bei dem Unglück wurden keine Menschen verletzt, es entstand „nur“ Sachschaden.

Hier sind die wichtigsten Schritte nach dem Einsturz nachzulesen. Um die Brandursache ranken sich verschiedene Theorien und ich gehe davon aus, dass sie wohl nie zu 100% geklärt wird.

Met Dank aan Hepke (www.radio-tv-nederland.nl)

Aktuell ist man damit beschäftigt die Kabel im Gittermast zu verlegen. Geplant ist den Standort am 01. August wieder auf Sendung zu schicken.

kick!fm 90s Day 2012

Am kommenden Samstag ist es wieder soweit: der freundliche Sender aus dem Ruhrpott veranstaltet den 90s Day. Einen Tag lang nur Kracher aus den 90ern. Das Beste kommt auch dort zum Schluss: ab 22.00 Uhr gibts „Clubbin'“ bis der Arzt kommt. Und meine Wenigkeit ist mit dabei 😉 Viele Eurer 90er-Tipps werde ich dort mit einbauen. Und die eine oder andere längst vergessene Perle aus der Zeit zwischen 1990 und 1999 wird auch zu hören sein. Daher werde ich mich auch jetzt wieder aufs CD-Rippen beschränken. Wir hören uns am Samstag.

kick!fm KICK FMWeitere Infos gibts auf www.kickfm.eu.

Durchgezappt

Das Hamburger Abendblatt hat gestern einen schönen Artikel veröffentlicht, in dem die deutsche Radioszene sehr gut wiedergespiegelt wird (naja, Teile davon jedenfalls). Der Redakeur Heinrich Oehmsen hat demnach 18 Stunden lang Radio gehört – mit erschreckendem Fazit. Hier der Artikel:

Durchgezappt durch die Radiosender

Was kann Radio heute leisten? Welche Musik wird gespielt? Ein Selbstversuch über 18 Stunden von den Morgenshows bis zum „Nachtclub“-Magazin

6 Uhr morgens. Holger Ponik ist schon super drauf. Ist ja auch sein Job. Ponik soll mich und Tausende andere NDR-2-Hörer wach machen. Ein menschlicher Radiowecker. Er quasselt mit atemberaubender Geschwindigkeit, zu sagen hat er nichts, außer dass heute der heißeste Tag der Woche wird, dass Ginkgotee schmeckt wie Knüppel aufn Kopp und dass er Angst habe, nach dem Verzehr von Ginkgo auszusehen wie Lukas Podolski. Wenn Wecker nerven, stellt man sie aus. Das würde ich mit Ponik am liebsten auch machen. Geht aber nicht, denn die nächsten 18 Stunden werde ich vor dem Radio verbringen. Selbstversuch mit der Frage, wo heute welche Musik spielt.

„Entspannt in den Tag“, verspricht Ponik mir. Ich bin schon nach einer Stunde genervt. Von seiner guten Laune, von den Sketchen, die nicht lustig sind. Die Musik entspricht dem Jingle „NDR 2 – Die Hits der 80er und das Beste von heute“: Lady Gaga, Razorlight, Talk Talk, Coolio und Tina Turner. In die muss der Computer, der die Musikauswahl besorgt, besonders verliebt sein …

Früher haben die Moderatoren die Musikauswahl besorgt, sie kamen mit einem Stapel Platten unterm Arm in den Sender. Jetzt besorgt das ein seelenloser Computer, der nach Klangfarben auswählt. Allerdings nicht aus Millionen von möglichen Songs, sondern aus ein paar Hundert Titeln, die sich besonders bewährt haben. Wie Tina Turners „Simply The Best“. Rotation nennt man das.

8.05 Uhr. Zum Glück gibt es ja noch andere Morningshows. Doch beim Umschalten kommt man vom Regen in die Traufe. Bei Radio Hamburg macht John Ment den Gute-Laune-Kasper. Gleiches Prinzip, ähnliche Musik.

9.20 Uhr. Bei Alsterradio sind gleich drei Moderatoren im Einsatz, die unablässig übers Wetter und die aktuelle Verkehrslage reden. Als wenn es keine anderen Themen gäbe. Musikalisch gibt es hier mehr Rock zum Wachwerden: Tom Petty, Bruce Springsteen, John Mellenkamp, Fun. Erinnert an amerikanisches Adult Rock Radio, also Rock für Erwachsene. Indiemusik taucht nirgendwo auf.

Seit 1986 mit RSH der erste private Radiosender an den Start ging, hat sich das Programm radikal gewandelt. Mit Radio konnte man plötzlich Geld verdienen, indem man Werbung ausstrahlte. Plötzlich zählte nur noch die Einschaltquote, die jährlich gemessen und in einem Ranking veröffentlicht wird. Obwohl der öffentlich-rechtliche Rundfunk von GEZ-Gebühren lebt, eiferten seine populärsten Wellen mit den lustigen Morningshows und den Megahit-Programmen den Privatsendern nach. Bloß keine Ausschalt- oder Umschaltimpulse geben!

10.05 Uhr. Der Gute-Laune-Onkel bei NDR 90,3 heißt Stefan Hänsel und der ist „gerade ’n büschen nervös, weil eine Verkehrsmeldung reinkommt“. 90,3 wirbt mit dem schnellsten Verkehrsservice der Stadt und dem schönsten Musikmix. Alleinstellungsmerkmale sind für die Sender wichtig. Jeder wirbt mit dem besten, dem schnellsten „was auch immer“. Die Musik hat keine Ecken und Kanten: ABBA, Juliane Werding, The Seekers, The Bee Gees. Als Wolfgang Petry aus den Lautsprechern quillt, schalte ich um. Zu N-Joy, der jungen NDR-Welle. Dort gibt es Musik von Shakira, Beyoncé, Jason Derulo. Klingt mit seinen stampfenden Electrobeats alles gleich. Comedy gibt’s auch.

11.15 Uhr. Auf NDR Info tagsüber wie immer zuverlässig und ausführlich Informationen. Ohne Musik.

13.16 Uhr. Kontrollzapping durch fünf Kanäle. Tina Turner singt „What’s Love Got To Do With It“. Kann nur NDR 2 sein. Ist NDR 2. Wechsel zu Oldie 95. Nach all den redundanten Wortbeiträgen eine Erholung. Die Musik wird nur durch Jingles und Verkehrsfunk unterbrochen. Beatles, Doors, Love Affair, Soft Cell, Laura Branigan.

14.30 Uhr. Von Mitte der 60er- bis in die 80er-Jahre gab es auf NDR 2 die Sendung „Nach der Schule. Musik für junge Leute“, moderiert von Klaus Wellershaus. Gespielt wurden aktuelle Songs, und Musik wurde in inhaltliche Zusammenhänge gesetzt. Diese Sendung hat meine musikalische Sozialisation entscheidend geprägt. Wenn es die Sendung noch gäbe, dann würden jetzt die neuen Platten von Patti Smith und Neil Young besprochen und auch der Auftritt von Jack White im Docks. Bei NDR 2 läuft Keri Hilson, langweiliger Neosoul.

15.20 Uhr. Es wird gesprochen. In wohlformulierten Sätzen. Ich bin im Deutschlandfunk angekommen. Interviewt wird Matthias Lilienthal, Chef des Berliner HAU-Theaters.

15.55 Uhr. Zappen. Der Sender mit dem besten Song gewinnt. Es ist 90,3. Ich werde von Tina Busch zur 90,3-Sommertour nach Niendorf eingeladen und soll den Tibarg rocken. In Berlin gibt es die öffentlich-rechtliche Welle Radio Eins des RBB. Dessen Slogan lautet „Nur für Erwachsene“. In den sendereigenen Charts belegen Liars, Django Django und Maximo Park die Spitzenplätze. Warum gibt es so was nicht in Hamburg?

16.45 Uhr. Bei Radio Hamburg, NDR 2 und N-Joy werden Hörerwünsche erfüllt. Ich werde langsam müde von dem ewig gleichen Gedudel. Muss Radio als Begleitmedium so eintönig und so quasselig sein? Früher lief im NDR 2 am Vorabend „Der Club“ über das kulturelle und musikalische Geschehen in Hamburg. Informationen über Konzerte mit den entsprechenden Beispielen finde ich nicht.

19 Uhr. Weiterzappen. Phil Collins, Taio Cruz und noch mal Tina Turner. Wieder bei NDR 2 gelandet. Bei N-Joy gibt’s immerhin Songs von Boy und Cro, dem jungen Hip-Hop-Künstler.

22.05 Uhr. Ein später Lichtblick dieses Radiotages: „Jazz-Zeit“ auf NDR-Info mit Thomas Haak. Ich lerne die brasilianische Sängerin Elsa Soares kennen, ich höre Musik und bekomme Informationen dazu. Musikjournalismus ist im Radio in den späten Abend verbannt worden.

„Entspannt in den Tag!“, hat Holger Ponik mir morgens versprochen. Radiohören entspannt nicht. Es macht in seiner Eintönigkeit todmüde. Genau so, als müsste man 1000 Kilometer mit Tempo 100 über eine schnurgerade Autobahn fahren. Den „Nachtclub“ mit Mathias Böhm auf NDR Info schaffe ich nicht mehr. Ich schlafe ein.
[Quelle: abendblatt.de]

Es sind wohl noch viele Artikel wie diese nötig um irgendwann mal ein Umdenken bei deutschen Radioveranstaltern zu verursachen. Und bis dahin hören wir einfach kleinere (mutige) Sender oder Sender aus dem Ausland. Der „traditionelle“ Radiohörer (also der der NDR1 als einzigen Sender eingespeichert hat) wird sicher irgendwann zu alt sein um Radio zu hören.

Wolken

Seit Wochen gibt es immer wieder schwere Unwetter in Teilen Deutschlands. Osnabrück und Umgebung sind bisher glücklicherweise verschont davon geblieben. Am vergangenen Wochenende war das Wetter wechselhaft. Ich habe die aufziehenden Wolken genutzt um ein bischen mit der Kamera zu spielen. Herausgekommen ist dabei das hier:

2012-07-07_012012-07-07_02