Nie wieder Microstar

Vor etwa vier Jahren ich mir in einem Media Markt einen Computer gekauft. „Selbst Schuld“ werden nun vermutlich viele denken aber Ihr wisst ja wie das läuft: Der Nachbar eines Freundes hat einen Bekannten und dessen Golfspiel-Partner hat einen weiteren Freund der wiederum in einer Filiale dieser Elektro-Kette arbeitet. Auf diesem (günstigen) Weg habe ich mir meinen Computer besorgt. Eigentlich war ich mit der Kiste auch zufrieden. Genügend Speicherplatz, zig Anschlüsse für Speichermedien, USB und Audiogeräte, die Geschwindigkeit war okay – die Kiste passt also für meine 08/15-Nutzungen.

Vor zwei Monaten hat der Computer Rauchzeichen von sich gegeben. Nachforschungen haben dann ergeben, dass vmtl. erst die Grafikkarte durchgeschmort ist (der für die Kühlung zuständige Lüfter war voll mit Staub und konnte sich nicht mehr drehen). Daraufhin hat sich auch das Netzteil verabschiedet. Ende vom Lied: Neben Gestank konnte ich die Kiste nicht mehr starten. Das gehört aber wohl zum normalen Verschleiss. Für den Fall der Fälle habe ich dann die Festplatte aus meinem PC in ein externes Gehäuse gesetzt und die Daten gesichert. Allerdings hat die Festplatte während der Datensicherung merkwürdige Geräusche von sich gegeben und Lese- bzw. Schreibfehler produziert. Also habe ich neben Netzteil und Grafikkarte noch schnell eine neue Festplatte mit auf den Einkaufszettel gepackt.

Mein Plan war eigentlich: Netzteil und Grafikkarte tauschen, alte Festplatte raus und durch die neue ersetzen. Ist bei einem „normalen“ Computer auch kein Problem. Die Firma Microstar legt aber den normalen Endkunden (der so wie ich kaum Ahnung von Computern hat) einige Steine in den Weg. Auf der neuen Festplatte liess sich nämlich kein Betriebssystem installieren (weder das Orginal noch ein kurzfristig ausgeliehenes Windows XP Professional). Partitionen erstellen und dem Betriebssystem den richtigen Teil der Festplatte mitteilen war kein Problem. Während des Installationsvorgangs wird man ja mehrfach aufgefordert seinen Computer neu zu starten (bzw. es geschieht automatisch). Nach dem Neustart ist der Rechner jedoch jeweils schon in der XP-Startphase eingefroren und hat sich nicht mehr bewegt. Bei einem erzwungenem Neustart konnte ich zwar von der CD starten und mit der Installation von vorne beginnen, das Ergebnis war jedoch jeweils gleich.

Während der Installation hatte ich genügend Zeit um über das Notebook nach ähnlichen Fällen zu suchen und siehe da: Sobald an einem Microstar-Rechner ein wichtiges Teil ausgetauscht werden soll, stellt sich der Computer quer. Die Teile werden nicht erkannt oder (wie in meinem Fall) es lässt sich kein neues Betriebssystem aufspielen. Irgendwo ist wohl die Info hinterlegt, dass mein Computer NUR mit der alten Festplatte und dem dazugehörigen Betriebssystem arbeiten darf (ich habe zum Kauf auch keine „echte“ Windows XP- sondern nur eine Recovery-CD bekommen). Microstar gehört zum Medion-Konzern. So mancher ALDI-PC-Besitzer wird sich vielleicht über diese Erfahrung freuen.

Wie habe ich das Problem nun gelöst? Ich habe die alte Festplatte im Computer gelassen und mit der Recovery-CD mein altes XP wieder aufgespielt (nachdem ich die alte Betriebssystem-Partition formatiert habe). Im zweiten Festplattenslot sitzt nun die neue Festplatte. Hier werden alle Daten gespeichert. Die Geschwindigkeit ist seither deutlich schneller und auch die Schreibfehler, die beim Sichern immer wieder aufgetreten sind, bleiben bisher aus (toi toi toi). Fakt ist aber auch: Sollte sich an der Kiste etwas Grösseres verabschieden, hole ich mir sicher keinen neuen Media Markt-/Microstar-/Medion-Rechner. Eine positive Seite hatte diese Aktion auch: Ich hatte keine Zeit mich über den Herbst da Draussen aufzuregen 😉

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